Tag des Kaffees: Cookie Splash!

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Fotografie, Tutorials

Kennt ihr die tollen Cookie Splash! Fotos von Siebe Warmoeskerken? Seit längerer Zeit schon habe ich die auf meiner Liste der Dinge, die ich unbedingt fotografieren wollte. Heute am Tag des Kaffees bot sich die Gelegenheit, zumal Annette ein gleichnamiges Projekt heute initiiert. Obwohl ich heute hätte draußen fotografieren müssen (sooo ein toller Altweibersommer!), musste ich aufgrund einer fiebrigen Erkältungskrankheit  meines Sohnes zu Hause bleiben. Er hatte natürlich wahnsinnig viel Spaß dabei. Auf seinem Regiesessel (Kinderhochsitz) konnte er das Geschehen genau verfolgen und ist jedesmal in Jubelschreihe ausgebrochen, wenn die Kartoffel meinen Kaffee gesprengt hatte. Doch wie gelingen diese Aufnahmen?

Im Internet gibt es diverse Anleitungen. Grundsätzlich stimmten diese in folgenden technischen Einstellungen überein.

Kameraeinstellungen:

  • Festbrennweite 50mm
  • Blende 2.2 – 2.5
  • Belichtungszeit 1/500 – 1/1000
  • ISO 800-1200 (bei mir waren es 1200)
  • Kameraeinstellung Serienbild
  • Fokus manuell auf die Tasse scharf stellen

[Hinweis: Du möchtest wissen, wie man die Technik einstellt? Dann mach bei meiner Fotoschule mit!]

Zum Versuchsaufbau:

Mir war es wichtig, das ich im Hintergrund meiner Fotos ein schönes Bokeh habe. Daher habe ich meine Tasse im Gegenlicht (vor dem Fenster) aufgebaut. Im Hintergrund habe ich noch etliche Teelichter (aus Ermangelung einer Lichterkette) aufgebaut. Am Nachmittag schien ein weiches Herbstlicht auf den Tisch, welches eine warme weiche Lichtstimmung erzeugte. Unser Küchentisch hat gleichzeitig eine leicht spiegelnde Oberfläche, die in der Bildgestaltung einen schönen Effekt besitzt.

Zum Kaffee: hier habe ich natürlich keinen frischen, heißen leckeren Kaffee verwendet, sondern von heute morgen die Kaffeefiltertüte noch einmal genommen. Der 2. Aufguß hat immer noch eine schöne dunkle Kaffeefarbe, sodass man hier keinen frischen Kaffee verschwenden muss.

Deep Impact

Das Experiment Cookie-Splash!

Natürlich werden hier keine Kekse in den Kaffee geworfen. Die wären viel zu leicht. Ich musste ein wenig experimentieren. Bei einer breiten, aber nicht so hohen Tasse musste ich ein anderes Wurfgeschoss verwenden, als bei einer hohen Tasse. Die ersten Fotos habe ich mit einer 20gr schweren Kastanie gemacht. Hier entsteht aber kein hoher Splash. Auch Kunststoffkorken waren zu leicht. Die Aufnahmen wurden besser, als ich eine 40gr schwere Tomate verwendete.

Bei der roten Starbucks Tasse kam dann eine 70gr schwere Kartoffel zum Einsatz. In den anderen Beschreibungen wurden Eier verwendet. Doch diese Schweinerei wollte ich mir dann doch nicht antun. Denn so schön wie die Bilder aussehen: hinter her heißt es PUTZEN! Wichtig ist, dass man alles abdecken sollte, was man nicht mit Kaffee einfärben möchte. Denn Kaffee färbt gewaltig, vor allem an weißen Tapeten.

Wichtig ist noch, den Gegenstand genau in die Mitte der Tasse fallen zu lassen. Zudem muss er aus einer großen Höhe fallen, damit der Gegenstand Geschwindigkeit aufnehmen kann. Das kann man natürlich nicht mehr alleine fotografieren. Ich hätte mal ein Foto von unserer Küche machen sollen, als mein Assistent (auch GG genannt) auf einer Leiter stand, nur mit einer Unterhose bekleidet (es spritzt wie Sau, wirklich) und dann versuchte, aus einem Meter Höhe die Kartoffel genau in die Mitte der Tasse fallen zu lassen. Ich muss jetzt noch grinsen. Aber die Fotos entschädigen für all die Mühe!

Veröffentlicht von

Hallo, ich heiße Jana. Ich liebe das bloggen und die Fotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

31 Kommentare

  1. Also du überraschst mich immer wieder. Beim Lesen und betrachten dachte ich für mich: g..l, einfach nur g..l
    Irgendwann werde ich mir dies auch mal vornehmen, das mit dem Wassertropfen habe ich ja schon mal ausprobiert und das klappt ja auch ganz gut und mit deiner Anleitung müsste das auch zu schffen sein, nur das Aufputzen hinterher bremst mich doch ein wenig.
    LG Siglinde

  2. Ich habe das auch mal ausprobiert, aber wohl zu wenige Anleitungen gelesen. Lust auszuprobieren hätte ich ja schon, einen Assistenten auch, nur ich glaube, wir gehen dafür in den Wald oder so…deine Fotos sind sehr cool geworden, so hochspritzenden Kaffee habe ich selten gesehen.

  3. Ganz tolle Fotos, liebe Jana – eines schönes als das andere! Und das Ihr alle – insbesondere Gustav – Spaß dabei hattet, kann ich mir lebhaft vorstellen :)

  4. Wow, auf die Idee muss man mal kommen!
    Die Bilder sind wirklich irre toll geworden – vor allem das eine, wo der Kaffee gerade so kuppelförmig überall hin spritzt!
    Wahnsinn :D
    Ich muss das mal nachmachen und sehen, ob ich auch was zusammenbringe…
    Ich hab eine Sigma SD15 – geht das mit der auch?
    Ich hab die Kamera noch nicht so lange – war ein Firmgeschenk, weil ich so gerne mit meinem iPhone herumknipse und mein Vater meinte, ich könnte ja mal mit einer richtigen Kamera fotografieren lernen, aber bislang bin ich noch nicht so wirklich dazu gekommen, mich in die Materie richtig einzulesen ^^

  5. Ich habe mich da heute auch mal dran gewagt, aber ich muss sagen ich habe nicht so einen großen Aufwand betrieben wie ihr :-o
    Ich war alleine und habe auch nur zwei Versuche gestartet. Die Ergebnisse kann man aber auf meinem Blog bewundern:
    http://www.sonnenstern.me/2011/09/tag-des-kaffees-%c2%b411/
    Leider bin ich mit der Blende/Verschlußzeit noch nicht so ganz klar gekommen. Wenn ich eine große Blende eingestellt habe und dann die Belichtungszeit schön kurz einstellen wollte sind die Bilder einfach zu dunkel geworden. So habe ich von jedem Versuch nur 1 oder 2 Bilder bekommen…

    • du hättest dann die ISO noch höher stellen können, denn bei mir war das am Anfang ähnlich… ich habe vorab viel Testfotos gemacht, bis es so war, wie ich es von der Lichtstimmung her wollte…

  6. Für das Ergebnis hat sich die Sauerrei und der Aufwand aber wirklich gelohnt! Echt toll! Aber ein paar Fotos von der Entstehung wären auch super und lustig gewesen :)

    Lieben Gruß
    Sarah

  7. Oh ja, das steht auch noch auf meiner „muss-ich-ausprobieren“ Liste. Nur die Sauerei, die dabei übrig bleibt, hat mich immer dran gehindert. Draußen habe ich noch keinen idealen Platz für so ein Vorhaben gefunden.

  8. Das zweite Foto finde ich am besten gelungen. Mit so einem tollen Splash an der Seite ^^
    Ich mag solche Fotos wirklich gerne, aber ich glaube, mir ist der Arbeitsaufwand momentan einfach zu groß, um das selber mal umsetzen. Meine Familie würde sich wahrscheinlich auch sehr bedanken, wenn ich unsere ganze Küche mit Kaffee zusprühen würde. ^^

  9. Die Bilder sind ja saugeil geworden! Super, vom Splash bis hin zur Hintergrunddeko alles durchdacht und schön gestaltet.

    Diese Bilder stehen auch auf meiner ewigen To-Do-Liste, umso genialer, dass ich sehe, dass man sie auch als Normalsterblicher durchaus hinbekommt. Ich überleg schon, ob ich das gleich auch mache und die Küche meiner Eltern einsaue… :D

    • ja, wenn du dich an den obrigen Kamerawerten orientierst, sind sie auch für Normalsterbliche durch aus machbar. Und wenn deine Mama gerne putzt, würde ich voll los legen *lach*

  10. :)

    Daran habe ich mich auch schon probiert und seitdem hat mein Blog eine eigene Kategorie (mit bisher nur zwei einträgen – ich brauche dringend neue Tassen :D ) dafür. Ich spiele zu gern rum. Siebes Bilder haben auch für mich den Ausschlag gegeben.

    Tolle Ergebnisse Jana! Schaut man sich liebend gern an.

    LG Maria

    • Deine Fotos fand ich damals auch ganz toll. Und wie du schon geschrieben hast, es inspiriert nach zu machen und hat nichts mit kopieren zu tun. Zumal ich wieder eine ganze Menge gelernt habe und feststellen musste, dass ich für solche Aufnahmen eine noch bessere Kamera bräuchte, die bei den hohen ISO Zahlen und der Belichtungszeit viel schneller ist. Einige Splashs sind misslungen, weil mein Schätzchen nicht rechtzeitig aus der Hüfte kam. Dabei reden wir von Hundertstel wie beim Motorsport :-)

      • Ja, stimmt. Ich hatte damals Kopfschmerzen, weil ich dachte, ich kopiere.
        Ich finde auch, mit jedem Fotoexperiment arbeitet man mehr an seinen eigenen Fähigkeiten. Inspiration – Experiment – eigener Stil ( auf den ich irgendwann hoffe, zu treffen).

        Technik ist auch bei mir immer wieder ein Thema. Wobei ich mit meiner Ausrüstung voll zufrieden bin. Mir mangelt es meistens an Licht und Zeit. Ich arbeite dran… ;)

  11. Pingback: Cookie Splash - Profil 27

  12. Mir gefällt vorallem deine gesamte Bildkomposition mit den Teelichtern und der Spiegelung! Man sieht das du dir dabei Gedanken und Mühe gemacht hat – großartige Fotos :-)

  13. Das zweite und das vorletzte – wirklich gelungen. Und das letzte mag ich auch, allein der Sauerei-Dokumentation wegen :D

    Splash-Fotografie steht auch auf meiner To Do Liste (schon lange) aber vor der Sauerei hatte ich bisher immer zu viel Respekt (vor allem – wenn es nicht beim ersten Versuch klappt, sind die Kekse doch schon ganz nass!), und fehlendes/passendes Licht wird einem da auch zum Verhängnis. Aber bald!
    Mit Fernauslöser klappt es vielleicht auch alleine.

    Der Point.

  14. Interessant, der Artikel ist zwar schon einige Tage alt hilft mir jedoch enorm weiter. Danke erstmal für die Tipps für die Kameraeinstellungen. Was sich besonders lustig liest sind deine Wurgeschossen: Kartoffel und Tomate *hihi*. Besonders gefällt mir das JPG Nr. 5. Liebe Grüße, Vroni.

  15. einfach genial dieser Artikel ! Ich kann mir deinen Sohnemann richtig gut vorstellen. Meine 2 Flöhe hätten hier sicher auch ihren spass. (Vielleicht probiere ich das ja mal !! )
    Die Bilder sind wirklich gelungen !!

    lg, Claudia

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