Fotografie

geblitzdingst

Als mich Patrick von neuzehn72 vor ein paar Wochen ansprach, ob ich nicht sein eBook Nikon SB-900 Praxisguide lesen möchte, war mein erster Gedanke “Oh Gott blitzen! Das Ding liegt doch nur in der Ecke rum, weil ich es nicht so richtig bedienen kann und bisher keine Lust hatte mich mit dem englisch-sprachigen Manual zu befassen”. Während sich mein rotes Teufelchen heftig dagegen wehrte und zeter und mordio schrie, verhielt sich mein innerer Schweinehund ganz ruhig und sagte sich, was ich denn zu verlieren hätte. Wenn es schlecht geschrieben ist, lege ich es halt wieder in die Ecke. Also schrieb ich Patrick, das ich es gerne lesen würde und er stellte es mir zur Verfügung.

Und so machte ich mich vor ein paar Abenden auf und fing an, das Tutorial zu lesen. Ich habe mich schnell in den Sprachstil eingefunden. Es liest sich sehr zügig und ist so geschrieben, dass ich es als Blitzlaie sofort verstanden habe. Anhand praktischer Beispiele wird erklärt, wo und wann ich welche Einstellungen am Blitz vornehmen sollte. Dabei erklärt er sehr ausführlich, was i-TTL und das Nikon Creative Lighting System ist.

Am Anfang dachte ich, dass mir das Tutorial gar nichts bringt, weil ich nur ein Nikon SB-600 habe. Doch Patrick erklärte mir, das es keinen großen Unterschied geben dürfte. Ich habe auch nur drei Dinge gefunden, die unterschiedlich sind. Im 8. Kapitel erklärt er die Zusatzelemente Diffusor, Streuscheibe und Reflektorkarte. Mein SB-600 hat keinen Diffusor. Diesen müsste ich mir wahrscheinlich extra zulegen. Ein weiterer Unterschied betrifft nicht den Blitz, sondern den Kamertyp. In seinem Tutorial verwendet er die D700, ich benutze die D90. Auf Seite 24 beschreibt er die FP Kurzzeitsynchonisation und zeigt Bilder vom Menü der 700. Das sieht bei der D90 bis auf einen Punkt gleich aus, statt 1/250 Sek. steht hier 1/60 Sek.

In Kapitel 12: Blitzleistung, Entfernung beschreibt er auf S. 49, dass der Blitz die Entfernung anzeigt und man somit die Blitzleistung bestimmen kann (doppelte Entfernung benötigt die vierfache Blitzleistung). Fotos vom Display sind dazu abgebildet. Diese Funktion besitzt das SB-600 nicht. Die Entfernung bzw. die Blitzleistung muss ich bei meinem Blitz wahrscheinlich schätzen.

Im Nachhinein finde ich es sehr schade, dass ich mich nicht schon früher mit meinem Blitzgerät ausführlich befasst hatte und natürlich, dass ich das eBook erst jetzt bekommen habe. Denn endlich habe ich viele Funktionen überhaupt verstanden. Es ist so gut geschrieben, dass jeder Fotografie-Neuling damit einsteigen und üben kann. An letzterem hapert es noch, weil ich momentan keine Gelegenheit habe, die neu gelernten Funktionen einzusetzen.

Ich habe alle beschriebenen Funktionen an meinem Blitz ausführlich getestet. Sie waren alle leicht verständlich und ich habe sie sofort gefunden. Püppi musste für meine Versuche ziemlich lange stillsitzen und die Blitze über sich ergehen lassen. Aber was tut man nicht alles für ein ausgiebiges Testing… Ich war erstaunt, was kleinste Änderungen am Blitz für Auswirkungen auf das Motiv haben. Die Püppi-Studie zeigt das ganz deutlich.

Ich war nur von einem Kapitel enttäuscht: 9 Entfesselt Blitzen. Ich habe zwar nun endlich verstanden, was sich hinter diesem komischen und völlig ungeeigneten Begriff verbirgt, doch wie ich es einsetzen kann, dazu schreibt er: “Wie man die Master-Slave Funktion einrichtet möchte ich hier nicht beschreiben, da das sehr gut in der Anleitung des SB-900 und der Kamera nachzulesen ist“. Da habe ich wohl mit meinem englisch-sprachigen Tutorial des Blitzgerätes leider Pech gehabt, denn das steht da schon gar nicht gut und auch nicht ausführlich drin. Daher wäre mein Wunsch, dass das Kapitel erweitert wird.

Wer nun Blut geleckt hat und sich sagt, was Jana lernen kann, kann ich erst recht, dem empfehle ich den Nikon SB-900 Praxisguide von Patrick Ludolph.

Das eBook beinhaltet 12 Kapitel (52 Seiten) und kostet 7 Eur.

Inhaltsverzeichnis des SB-900 eBooks

Dies ist das aktuelle Inhaltsverzeichnis des SB-900 eBooks. Diese ändert sich natürlich mit jedem Update.

  1. Einführung
  2. Zwei Belichtungsmesssysteme (Kamera und Blitz)
  3. TTL BL Aufhellblitz
  4. FV-Blitzmesswertspeicher
  5. FP-Kurzzeitsynchronisation
  6. Belichtungskorrektur in Blitz und Kamera
  7. Problem Hitze beim SB-900
  8. Diffusor, Streuscheibe und Reflektorkarte
  9. Entfesselt Blitzen – Master und Slave
  10. M oder A Modus?
  11. Kamera-Setup für Blitzfotografie
  12. Blitzleistung, Entfernung und Blende – die Mathematik des Blitzens

Weitere Kapitel sind bereits in Planung.

Miniaturpark Sachsen

Obwohl heute Vormittag dicke Regenwolken den Himmel verdunkelten, fiel uns mal wieder die Decke auf den Kopf und wir beschlossen kurzerhand irgendwo hinzufahren. Doch die meisten Burgen und Schlösser im Muldental haben wir schon gesehen und auch die Tiergehege dieser Region sind schon Dauerausflugsziel. Und weil bei meiner Recherche zum Thema Ausflugsziele im Muldental auch nicht das kam, was für Kinder geeignet ist, drückte ich zufällig den neuen Button in Google Map “Was gibt es hier in der Umgebung” und war ganz erstaunt. Nur 25km von uns entfernt, in Taura, in der Dahlener Heide befindet sich der Miniaturenpark Sachsen mit großer Gartenbahn. Doch nicht nur das, direkt auf dem Gelände befindet sich ein Pilzmuseum und nebenan ein kleiner Tierpark, der erst neu gegründet wurde. Ein wunderschönes Ausflugsziel, mitten im Wald gelegen. Es duftet harzig nach Fichtenwald und zur Zeit sprießen überall die Pilze aus dem Boden. Der Waldboden ist über und über mit Blaubeerpflanzen bedeckt und schade, das die Blaubeerzeit schon vorbei ist.

Sohnemann war natürlich außer sich und wir mussten ihn ständig davon abhalten, auf die Gleise der Eisenbahn zu springen oder die Figuren an den Häusern mitzunehmen. Stand doch ausdrücklich an der Pforte “Kinder sind an der Leine zu halten“, so oder so ähnlich :-) Die Miniaturen sind teilweise Mannshoch und rekonstruieren wichtige Gebäude/Sehenswürdigkeiten der Region. Unter anderem das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, der Wasserturm in Beucha, der Aussichtsturm “Johannas Höh” in Pyrna, die Burgen Mildenstein usw.

Fasziniert war ich von den vielen Figuren. Denn wenn man genau hingeschaut hat, waren ziemlich viele Personen, vor allem junge Damen, in FKK unterwegs. Diese kleinen Anzüglichkeiten lassen viel Raum für Spekulationen über die Erbauer. Aber mir hat’s gefallen, bin ja kein prüder Mensch :-) Falls ihr die Figuren auf den Bildern sucht, NEIN, ich habe sie nicht fotografiert. Fahrt lieber selber hin und amüsiert euch….

Was ich nicht will

ist manchmal genauso schwer zu sagen, was man will. Doch in einem Punkt, weiß ich, was ich nicht machen will.

persönliche Gedanken zur Hochzeits- und Kinderfotografie

Zur Vorgeschichte:
Vor 5 Jahren genau habe ich innerhalb von 2 Monaten zum ersten und letzten Mal zwei Hochzeiten fotografiert. Dazu bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde und ich frage mich bis heute allen ernstes, wie ich das jemals hätte tun können. Die Fotos sind aus heutiger Sicht zwar vorzeigbar, mehr aber auch nicht. Ich bewundere aber meinen Mut, den ich damals hatte, es ohne ERFAHRUNG einfach zu tun. Ohne professionelle Ausbildung, ohne professionelles Equipement, ohne professionelle Retusche. Heute würde ich sterben vor Angst. Schon alleine deswegen, weil ich mir seit Jahren professionelle Fotos von Hochzeitsfotografen anschaue.

Doch jetzt komme ich auf den Punkt, bei dem ich schrieb, das will ich nicht.

Ich habe mir heute den gefühlten 999 Hochzeits- und Kinderfotografieblog von einer professionellen Fotografin angeschaut. Das, was mich noch vor 2 Jahren total angesprochen hat, ruft heute in mir absolute Langeweile hervor. 1000mal die Schuhe der Frau, 1000mal wie der Frau von hinten das Kleid zugeknöpft wird, 1000mal wie die Ringe auf Blumenblüten liegen, 1000mal wie Sie beim Figaro sitzt. 1000mal wie der Mann sich rasiert, 1000mal wie er sich die Krawatte bindet.  Ich weiß, das gehört zu einer Hochzeits-Reportage dazu, doch warum sehen die Bilder alle gleich aus? Oder sehen die Hochzeiten alle gleich aus?

Ich finde es total albern, wenn der Mann wie ein Hampelmann neben der Frau im Hintergrund unscharf hoch springt. Die Beine grätscht und dümlich lächelt. Ich möchte so ein Foto von meinem Mann nicht haben. Oder wenn beide laufen und gemeinsam hochspringen. Warum wird diese Pose so oft gezeigt?

Selten das mich noch eine Pose oder ein Gestaltungsmittel überrascht. Liegt es daran, das die Paare alle mit den gleichen Vorstellungen kommen oder schauen sich andere Fotografen alles von einander ab?

Das selbe betrifft auch die Baby- und Kinderfotografie. Während mich vor 10 Jahren der Anne Geddes Stil noch fasziniert hat, finde ich es heute als Mutter eher gruselig. Da lassen Eltern ihre Neugeborenen in irgendwelche Koffer, Bastkörbe und sonstige Utensilien packen und werden mit Scheinwerfern bestrahlt. Wenn ich mir das vorstelle, dass hätte ich bei meinem 2 Wochen alten Kind niemals zugelassen. Wenn die Kinder älter werden, ähneln sich die Motive wieder. Zu 99% Mädchenfotos. Mädchen mit langen weißen Kleidern auf der Blumenwiese. Wo sind die normalen Mädchen? Und wo sind die Jungs? Vor allem die dreckigen, die zersausten, die, die Spinnen, Schnecken und Käfer sammeln und sich in den Dreck schmeißen?

Die Ursache für mein Missfallen liegt wahrscheinlich im “Hochglanz”, in der schönen reichen Welt, die vor allem in Hochzeitsfotografien dargestellt werden muss. Der perfekte Tag im Leben. Schön bunt und perfekt in Photoshop retuschiert.

Nur einmal wurde ich überrascht. Vor ein paar Tagen. Eine einfache Reportage. Schlichte Bilder. Ohne TamTam. Das Paar hatte sich ohne 100 Gäste und drumherum “getraut”. Wunderschön. Bilder die zu Herzen gehen… und noch mutiger ein Fotograf, der seine Kunden mit einer Polaroid begleitet. Cool…

Naturgewalten

7 Juli CanitzDer Fahrradausflug entlang der Mulde sollte eigentlich auch zu meinem zwölf2010 Ziel Canitz führen.  Schließlich ist ja schon der 8. August und das Foto vom Canitzer Park mit Storchen-Esse war noch nicht gemacht. Doch vor Ort erlebte ich eine Überraschung. Die Brücke, auf der ich immer mein Foto mache, ist nicht erreichbar. Dabei dachte ich, dass das Hochwasser nur in Polen bzw. an der deutschen Grenze in Görlitz ist. Doch weit gefehlt. Auch die Mulde ist etliche hundert Meter über ihr Ufer getreten. Die Störche scheinen auch schon ihr Nest verlassen zu haben. Alt- und Jungtiere waren über die ganze Zeit nicht zu sehen.

[Tipp: Rechte Maustaste, Hintergrundbild anzeigen sieht man das Panorama im Ganzen]

Und als ich da so stand und mir die Landschaft anschaute (was so richtig toll aussah, weil sich die Bäume und Wolken im Wasser spiegelten), sagte meine bessere Hälfte zu mir, das ich mal ganz vorsichtig aufs Wasser schauen sollte, da kommt was auf mich zu, was ich gar nicht leiden kann. Ich dachte erst, er macht mal wieder einen Scherz mit mir. Doch er weiß, bei dieser Tierart darf er wirklich keine Scherze mit mir machen, weil ich sonst alles vor Panik zusammen schreie (leider schon mehrfach geschehen). Doch da ich dieses mal vorgewarnt war, war es gar nicht so schlimm wie bei den letzten Male im Schlosspark oder auf unseren Auslandsreisen (ich berichtete). In der reißenden Strömung kam ein relativ große Ringelnatter direkt auf mich zugeschwommen. Ich weiß, das Ringelnattern auf der Roten Liste stehen und äußerst selten sind. Doch warum kreuzen Schlangen immer meinen Weg? Bin ich so anziehend, mögen die mich aus der Nähe anschauen? Nachdem sie dann in meine Richtung kam, blieb sie in Ufernähe liegen, tauchte ab und zu und ließ sich dann weiter mit der Strömung treiben. Aber ich war ganz mutig und habe zwei Fotos gemacht, ist die Art ja nicht giftig. Leider unscharf, aber ich war mutig, wäre ich doch noch vor einem Jahr schreiend weggelaufen…

Haemanthus (Blutblume)

In unserer Nachbarschaft wächst eine unglaubliche Pflanzen mit riesigen orange-farbenen Blüten. Seit ca. 2 Wochen fahre ich an diesem riesigen Topf vorbei und jedesmal sage ich mir: “die musst du unbedingt fotografieren”. Heute hatte ich endlich die Zeit dafür, als wir eine kleine Fahrradtour entlang der Mulde machen wollten. Auch wusste ich noch nicht, wie diese Pflanze heißt: Haemanthus, auch Blutblume genannt. Die Haemanthus gehört zu den Amaryllis-Gewächsen. So eine hätte ich auch gerne. Doch ich bezweifele, das sie bei mir überlebt, denn mit Dahlien, Amaryllis und allen anderen Knollen-Pflanzen, die man irgendwie übern Winter bekommen muss, habe ich so meine Probleme.


Regentropfen…

… die an dein Fenster klopfen, so denke stehts bei dir, dass es Grüße sind von mir.

Passend zum Wetter, denn es regnet seit Stunden unaufhörlich und ziemlich heftig. Dabei habe ich erst heute Eingangstür und Fenster geputzt, weil dort immer der Sand vom Gehweg dranspritzt. Und das an einer weißen Haustür, das wird morgen wieder lecker aussehen. Aber ich habe nicht nur geputzt, sondern auch meine Blumenkästen neu bestückt. Meine schönen Blümchen haben die Hitze nicht vertragen, auch wenn ich sie jeden Tag fleissig gewässert habe. So habe ich heute neue Pflanzen mit der Beschriftung “Herbstsortiment” gekauft. Wie gruselig. Doch so langsam muss ich mich mit dem Gedanken anfreunden. Nicht nur das es wieder richtig früh dunkel wird, nein auch die Luft riecht schon fleissig nach Herbst und die ersten Pilze sprießen im Park aus der Erde.

Vor ein paar Tagen habe ich morgens im Schlosspark nach einer langen Regennacht, schöne dicke Blatt-Regentropfen fotografiert und nach einer kreativen Auszeit mal heute wieder mit Texturen gespielt.


mbee Fotografie

Seitdem ich meine Liste der 100 Fotografinnen Blogs initiiert habe, schaue ich doch immer wieder mal mit ein, zwei offenen Augen auf besondere Fotografieblogs. In letzter Zeit habe ich aber vermehrt festgestellt, dass ganz viele Fotografinnen, die m.E. besondere und ausgefallene Fotos machen, leider keinen Blog haben und daher nicht das Kriterium zur Aufnahme erfüllen.

Eine Fotografie Homepage hat es mir besonders angetan, die von “mbee Fotografie“. Ihre Fotos haben mir auf Anhieb alle sehr gut gefallen, sodass ich sie gefragt habe, ob ich davon ein paar auf meinem Blog zeigen dürfte. Sie hat zugesagt und extra für meinen Blog ein kleines Portfolio gestaltet.

Ich mag besonders ihre Stimmungen, ihre Farben und natürlich die Motivwahl. Weil ich an ihren Arbeiten sehr interessiert bin, fragte ich sie mit welcher Kamera sie arbeitet und welches ihr Lieblingsobjektiv ist. Sie verriet mir, dass sie die gleiche Kamera wie ich besitzt und das sie am liebsten mit dem Nikkor VR 70-200mm fotografiert. Das hat mich doch sehr überrascht, weil ich eher eine Festbrennweite vermutet hätte. Zur Zeit fotografiert sie aber am meisten mit ihrem Lensbaby.

Weiterhin fragte ich sie, welche Software sie zur Bearbeitung benutzt und ob sie genaue Vorstellungen bei dem kreativen Prozess der Bearbeitung hat oder sich eher von Inspiration leiten läßt.
Sie antwortete mir: “Es gibt einen roten Faden und Themen die ich verfolge, aber fotografisch bin ich ”Flaneur” … ich schlendere und brauche Muße … wenn mich dann irgendetwas fesselt bleib ich dran – komm auch wieder … nachher sitz ich allerdings mit Photoshop, und dieser Prozess hat doch öfter den Charakter von Arbeit. Mit jeder Serie finde ich zu einer neuen Art der Bearbeitung.

Zum Abschluss erzählte sie mir, dass ihr das Pixelprojekt5 ganz wichtig ist, da sie in der Gruppe wichtige Impulse bekommt, Themen entwickelt und Ausstellungen organisiert werden.

Mechthild ist neben ihrer Homepage auch mit tollen Fotos auf Flickr vertreten. Viel Spaß beim Anschauen ihrer Arbeiten!

Die Schönheit von Katastrophen

Umwelt-Katastrophen aus der Luft betrachtet, können wunderschön aussehen. Ölteppiche wie sie in Millionen von Farben flimmern, ein Braunkohlentagebau mit seinen wunderschönen farbenfrohen Profilen, künstliche Berge, die aus Abfällen bestehen und aus der Luft betrachtet grünlich wie Smaragde schimmern. Ich selber kann mich als Geographin und leidenschaftliche Hobbyfotografin auch nicht den Reiz entziehen und fotografiere “schöne” Dinge, die eigentlich nicht schön sind.

J. Henry Fair, ein New Yorker Fotograf hat sich dem Thema gewidmet und veröffentlicht seine Fotos unter dem Namen “Industrielle Narben” oder “Oil & Water”.

So heißt es im Art Magazin:

Seit fünf, sechs Jahren begibt sich Fair zu nachtschlafender Zeit auf seine Streifzüge mit Kleinflugzeugen und Kamera über Industriegebiete dieser Erde. Gezählt hat er seine Flüge nie. Morgens, wenn die Sonne noch tief steht, sind die Bedingungen oft ideal. Die Bilder, die er von seinen Rundflügen über Braunkohlentagebauen, Papierfabriken, Düngemittelherstellern, Chemiefabriken oder Heizkraftwerken zurückbringt, vereinigen in sich das Grauen industrieller Verwüstung mit der Schönheit abstrakter Kompositionen, die in nie gesehenen Farben schillern.

Ich schreibe darüber, weil mich seine Fotos ebenso fasziniert wie auch abgestoßen haben. In der heutigen TTT Sendung in der ARD wurde er bei seinen Aufnahmen begleitet und Fotos unter dem Titel “Die Narben der Erde” gezeigt.

© J. Henry Fair

© J. Henry Fair Giftiger Abfall, der bei der Herstellung von Düngemitteln in Szczecin (Stettin) entsteht.

Der giftige Abfall, den J. Henry Fair hier fotografiert hat, entsteht bei der Herstellung von Düngemitteln in einem Werk in Szczecin (Stettin), etwa 120 Kilometer von Berlin

Besonders schlimm fand ich die Aufnahmen aus dem Golf von Mexiko. Farbenfrohe Ölteppiche mit wunderschönen Mustern. Das in diesen unwirklichen bizzaren Formen Tausende Tiere qualvoll verenden, mag man bei diesen Fotos gar nicht glauben.

Wer mehr sehen und wissen will:
J. Henry Fairs Blog
J. Henry Fairs Twitter

Flughafenluft

Heute sind wir zum Flughafen Halle/Leipzig gefahren, um mit Sohnemann Flugzeuge zu gucken. Leider gab es gar nicht soviel zu gucken, weil es keine Terrasse wie auf anderen Flughäfen gibt. Trotzdem war es ein schöner Ausflug, da es das Gefühl von Urlaub und Fernreisen vermittelte. Die Stimmung auf Flughäfen ist sehr speziell, die meisten Passagiere sind schon in Urlaubsstimmung und stehen ungeduldig mit viel zu vielen Koffern an den Schaltern an. Es riecht nach der großen weiten Welt. Dutzende von Reisebüros verkaufen mehr oder wenige preiswerte Pauschalreisen auf hässlichen gelben Zetteln und die angrenzenden Bars und Cafes völlig überteuerten Kaffee und belegte Baguettes. Man hört viele unterschiedliche Sprachen und ich bewundere immer die Stewardessen, wie sie nach vielen Stunden Flug immer noch wie aus dem Ei gepellt aussehen. Der Ausflug hat mir viel Spaß bereitet, nicht nur fotografisch, sondern weil mein Sohn dann so begeistert und pflegeleicht ist :-)

Babymiezekatze

Ohne Worte… und nein, wir haben sie nicht mitgenommen :-)