Gustav

es kommt alles zusammen

Manchmal denke ich, das sich alles gegen einen verschwört. Wir müssen nicht nur den schweren Gang der Beerdigung nächste Woche schaffen. Jetzt muss mein Baby doch operiert werden. Eigentlich hatten wir so gute Aussichten bei der letzten Untersuchung. Doch die Hormonbehandlung hat nicht ausgereicht. Ich weiß, dass es ein Routineeingriff ist und der Chirurg viele Jungs mit dem selben Problem operiert hat. Trotzdem habe ich Angst und möchte es am liebsten verhindern. Ich hatte heute morgen soviel Hoffnung als wir zum Arzt fuhren. Zumal mein GG mir immer wieder sagte, dass “Sie” da sind. Über den ersten Schock hinaus, war ich dann stinkwütend auf meinen GG, weil er mir die letzten Monate immer wieder gesagt hat, dass sich alles ok anfühlt. Er muss es ja schließlich wissen. Stattdessen stehen jetzt diese schrecklichen Operations-Gespräche und Kinderarzt-Untersuchungen an.

Foto des Tages

Heute im Tierpark. Die Pfauendame hat zwei Babys und am Wochenende ist Schulanfang und Zuckertütenfest. Von beiden Dingen läßt sich mein Sohn noch gar nicht beeindrucken. Lollis sind wichtiger, rumhüpfen und rumkaspern auch. So sind wir zur Zeit eher für die Schadensbegrenzung zuständig. In dem Fall, das er nichts ins Gehege von den Hasen und Meerschweinchen fiel.

Das mein Sohn eine starke Anziehung auf Frauen ausübt, kannte ich bisher nur vom Hörensagen aus dem Kindergarten. Heute haben wir es Live erlebt, als er im Trampolin seine Rollen und Luftsprünge übte und ihn dann ein gleichaltriges Mädchen anfiel, ihn mehrfach auf den Boden schmiss, sich auf ihn draufsetzte und abknutschte (mit Zunge!!!). Die Mutter des Mädchen war völlig schockiert und beteuerte mehrfach, dass ihre Tochter das noch nie gemacht hätte. Ich fand es urkomisch und konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Zumal es meinem Sohn augenscheinlich gefiel. Früh übt sich… denn scheinbar müssen die das schon im Kindergarten üben, denn seit einigen Wochen küßt mein Sohn auch nur noch mit Zunge. Lecker!

Foto des Tages

Leider habe ich erst am Bildschirm gesehen, das Sohnemann an “Schärfe” verloren hat. Trotzdem liebe ich dieses Bild, denn als ich es aufgenommen habe, hatten wir alle zusammen richtig viel Spaß. Haben gekabbelt, gekillert und Sohnemann hat Purzelbäume geschlagen. Die beiden waren so in Action, das mir nur eine Sekunde für dieses Bild blieb. Püppi musste ich erst einmal in Sicherheit bringen, was natürlich wieder für lautstarke Aufregung gesorgt hat :-)

Püppivergleich

Da hätte ich es doch diesen Monat zum 1. Mal seit 2 Jahren fast vergessen, das Püppivergleichsfoto zu machen. So ein Schreck aber auch! Wer hier neu mitliest und nicht weiß, was das Püppivergleichsfoto ist, möchte ich es kurz erklären. Seit der Geburt meines Sohnes fotografiere ich ihn monatlich zusammen mit der Porzellanpüppi meiner Oma. Am Anfang war Püppi sogar einen Kopf größer als unser Wurzelterrorzwerg, doch mittlerweile hat er sie um Längen überholt. Im ersten Lebensjahr habe ich immer am 12. jeden Monats ein Foto gemacht, seit seinem 1. Geburtstag mache ich es nur alle 3 Monate.

Hier das Püppi-Vergleichsfoto Juli 2010. Gustav ist 2 Jahre und 3 Monate alt. Nachträglich zur WM2010 in seinem Fußball-Shirt.

Seit seinem 2. Geburtstag ist vor allem sein Sprachwortschaft gewachsen. Er plappert ALLES nach und sein Lieblingssatz ist “Meine Mama kommt gleich” oder “Mama mitkommen!”. Seine Lieblingslied “Sandmann, lieber Sandmann”, das er im Kindergarten gelernt haben muss, denn wir gucken jetzt in der Sommerzeit so gut wie nie den Sandmann. Neben “Bummitiere” und Kekse ißt er am liebsten grüne Gurke und klaut schon mal den Schweinchen aus dem Stall ein großes Stück *lecker*. Katzenfutter ist auch sehr schmackhaft, vor allem Trockenfutter scheint für ihn eine Art Kartoffel-Chipsersatz zu sein.

Ansonsten ist er “ein sehr lebhaftes und aufgewecktes” Kerlchen und unsere kinderliebenden Nachbarn haben ihm den öffentlichen Zugang über ihren Rasen zum Sandkasten mithilfe einer stacheligen Biomüll-Barrikade verwehrt. Ansonsten macht er seinem Namen “Wurzelterrorzwerg” täglich aufs neue alle Ehre. So manches Mal schon ist mir das Herz stehen geblieben, weil er mit Sachen gespielt hat, an die er eigentlich nicht ran kommen konnte. Doch vor ihm ist nichts mehr sicher, vor allem seit er die Kindersicherung von Türschränken auf bekommt. Eigentlich müsste ich ja glücklich sein, das wir so ein schlaues und geschicktes Kerlchen haben, doch ein bisschen weniger wäre etwas ungefährlicher!

Sein Lieblingsspielzeug sind vor allem Autos in jeder Größe. Am liebsten POLIZEIAUTOS! Bauklötze werden ignoriert und alles andere als Wurfgeschoss missbraucht. Er liebt es baden oder duschen zu gehen, nur seinen WC-Sitz bzw. sein Töpfchen hasst er wie die Pest und lässt sich partout nicht drauf setzen. Wir sind aber froh darüber, dass er sein Geschäft ansagt, auch wenn es dann bereits schon geschehen ist. So habe ich Hoffnung, dass wir die Windeln bald weglassen können.

Er liebt es Fahrrad zu fahren, aber noch mehr im Auto vorne auf dem Beifahrersitz sitzen zu dürfen. Zu meiner Freude haben es ihm besonders Bücher angetan. Das Interessante daran ist, das die Bücher nicht bunt sein müssen. Wir haben ein paar alte Tierlexikas aus der Kindheit meines Partners und fast alle Tiere sind darin in s/w und als einfache Strich-Zeichnung abgebildet. Doch das tut dem Leseerlebnis keinen Abbruch, mit Begeisterung freut er sich vor allem über Ameisen, Schmetterlinge und Honigbienen. Das schlägt sich gleich in seiner Sammelleidenschaft wieder. Täglich kommt er mit Spinnen, Feuerwanzen, Käfern oder Schnecken an und muss sie mir unbedingt zeigen und kann sie wunderbar alle benennen. Leider hat er sie bis dahin in der Hand zerquetscht. Farben kann er noch nicht bestimmen. Wenn ich sage, dass das Auto grün ist, sind die anderen Gegenstände auch grün. Das selbe mit den Zahlen, nur das hier schon eins, zwei, drei sagen kann.

Erstaunt bin ich auch über seine Unabhängigkeit. Mit großer Freude geht er zu den Nachbarskindern, ohne das ich mit muss. Er scheint mich nicht einmal zu vermissen. Dafür macht er im Kindergarten morgens großes Theater und möchte nicht dableiben, Nachmittags dagegen will er nicht mit nach Hause.

Gustav ist 90cm groß, Mütze 48, Kleidergröße 86-98, Schuhgröße 22, 13kg

happy weekend

Für Sohnemanns Tagebuch muss ich für dieses Juni-Wochenende festhalten, dass es wunderschön war.

Samstag waren wir in Leipzig auf einem Straßenfest. Witzig ist, das wir in der Zeit, als wir noch direkt in Leipzig gewohnt haben, nie auf einem Straßenfest waren. Doch jetzt wo wir immer frische Landluft um uns drum herum haben, fehlt mir manchmal das urbane Leben. Der Krach, der Smog, die vielen Menschen unterschiedlicher Couleur. In Leipzig selber waren an diesem Wochenende viele Straßenfeste. Doch weil ich mir das spannende Rockzipfel-Projekt anschauen wollte, haben wir uns für das Georg-SchwarZ-Straßen-Festival in Lindenau entschieden.

Am späten Nachmittag ging es aufs Erdbeerfeld, bei dem auch die Gerstenfotos entstanden sind. Sohnemann liebt AAAbeeren über alles, so dass wir uns schon auf dem Feld satt gegessen haben.

Am späten Abend bin ich dann noch einmal alleine in den Schlosspark spazieren gegangen und habe versucht, diese wunderschönen hellen Juniabend festzuhalten. Wie schnell wird es wieder früher dunkel. Schon morgen ist Mittsommernacht und die Tage werden wieder kürzer.

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Der Sonntag fing ganz entspannt mit einem schönen Frühstück auf der Terrasse an. Anschließen wollte ich Wolken gucken gehen und wir haben uns mit den Fahrrädern auf den Weg gemacht. Weit sind wir nicht gekommen. Unterwegs haben wir einen Ponywagen angetroffen und frech wie ich bin, fragte ich ob Sohnemann mitfahren darf. Natürlich! Nur Sohnemann zickte auf einmal rum und ich musste mitfahren. Aber es war sooooo toll. Wir haben eine riesen Runde durch Dorf gedreht und Sohnemann hat vor Freude gestrahlt. Ein Pony ist was tolles. Ich war nur froh, das nicht der Wunsch vom Laufrad auf ein eigenes Pony umgeschwenkt ist :-)

Anschließend ging es zum Wolken gucken auf die Felder.

Am Nachmittag stand das Sommerfest im Kindergarten auf dem Programm. Obwohl Regen angesagt war, hatten wir wunderschönes Wetter. Und für Gustav gab es wahnsinnig viel zu gucken. Rennautos, eine Hüpfburg, ein echtes Polizeiauto, Fußball… es ging von einem zum anderen und er wurde nicht müde. Es gab viel Kuchen, Würstchen, Brote und eine große Tombola ohne Nieten!

Zum Abschluss des Tages haben wir eine große Fahrradtour gemacht. Zum Abendessen gab es leckere Erdbeeren und Wassermelone. Und nachdem Sohnemann frisch gebadet endlich eingeschlafen war, habe ich aus den restlichen Erdbeeren frische leckere Erdbeermarmelade gekocht. Das schönste am Marmelade kochen ist der Duft. Ich liebe diesen. Und mit dem Geruch von frischer Erdbeermarmelade in der Nase verabschiede ich mich in eine hoffentlich angenehme Woche.

vorläufige Erleichterung

Windelcontent

6 Wochen sind nichts! Absolut nichts! Habe ich nicht erst gestern diesen Eintrag übern Sohnemann geschrieben und gesagt, das wir nun 6 Wochen Zeit hätten? Die waren heute morgen vorbei und wieder schweren Herzens haben wir uns auf den Weg gemacht. Die letzten Wochen haben wir fleißig gesprüht. Nach 2 Wochen sah und fühlten wir leichte Veränderungen. Nach 4 Wochen noch viel mehr. Doch ich wusste nicht, ob die Veränderungen reichen würden. Seit heute Morgen haben wir Gewissheit. Es sieht gut aus. Wenn es so bleibt, kommt Sohnemann um die OP drum herum. Jetzt heißt es wieder 3 Monate warten und wieder zum Kontrolltermin. Der Kinder-Chirurg war sehr zufrieden.

Nebenher muss ich mal erwähnen, dass dieser Kinder-Chirurg ein wirklich richtig netter Arzt ist. Er strahlt eine Ruhe aus, die sich sofort auf mich überträgt (wo ich doch so eine über-ängstliche Maaaamiiii bin). Er erklärt so gut und hat dabei eine freundliche positive Art, das ich fast behaupten könnte, dass man gerne zu ihm geht. Wie er mit meinem Wurzelzwerg umgeht (der sich heute auch nicht durch Gummitiere von ihm bestechen lies), einfach nur toll. Wie sagte ich vorhin zum GG? Es müssten alle angehenden Ärzte einen Psychotest machen und nur Menschen wie er dürften zugelassen bzw. auf die Menschheit losgelassen werden.

Jetzt drücken wir alle fest die Daumen, das es bleibt. Und weil ich gerade beim Thema Sohnemann bin. Es ist seit seinem Geburtstag wieder soviel passiert. Aus 2 Wort Sätzen werden 3 oder 4 Wort-Sätze. Er versteht wahnsinnig viel. Heute habe ich ihn zum Küchenjungen ausgebildet. Erst hat der die leere Milch-Packung vorbildlich in den Eimer geworfen und dann ist er zum Regal gegangen und hat mir eine neue gebracht. Toll, diese Ausbildung werde ich konsequent weiter verfolgen. Verschlechtert hat sich leider auch einiges. Momentan befinden wir uns in einer akuten Trotz-Schrei-Phase. Mit allem was dazu gehört und in voller Konsequenz. Die u.U. auch Nachts ausbrechen kann und es dann völlig sinnlos ist, das er in seinem Bettchen weiter schläft. Schlaftechnisch geht es mir dadurch leider gar nicht so gut, zumal private Sorgen das Gedankenkarussell pünktlich zur Bettruhe in Gang setzen. Doch wie in jeder Phase bete ich das Mantra vor mir her “es ist alles nur eine Phase… bis er 18 ist“. Es ist aber beruhigend, das wir mit unseren Nachwuchs-Terrorzwerg-Sorgen nicht alleine sind (Stichwort: Kinderkacke, zwar nicht gelesen, aber das Interview dazu gesehen. Wie wahr, wie wahr…).

Komplimente

Ich habe in den letzten Tagen so viele Komplimente für meinen kleinen Mann bekommen. Das geht runter wie Öl und lässt  mein Mama-Herz vor Freude strahlen. Auch wenn der Terrorzwerg das gute Benehmen zu Hause ganz schnell vergisst, umso schöner ist es mit ihm woanders zu sein. Ich bin so glücklich darüber, das er sich so toll entwickelt. Seine Sprache hat in den letzten Wochen sich derart entwickelt, dass ich manchmal selber nicht mehr hinter komme, was er mir antwortet. Wie pfiffig und raffiniert er ist und gekonnt seine 2-3-Wort-Sätze platziert. Seine Bewegungsdrang ist enorm. Hüpfen, klettern, robben, schmeißen, kullern, springen oder sich einfach auf mich werfen – wahnsinn. Meine SchwieMu hat mir versichert, das ihr Sohn NIE so war und ich frage mich, von wem er das  hat. Wahrscheinlich nach der Formel: “zwei mal Minus ergibt auch Plus”, sind aus zwei Couchkartoffeln ein Hochleistungssportler geworden.

Andererseits berührt es mich, wie sensibel er Stimmungsschwankungen aufnimmt und dann einfach kommt und Ärmchen macht. Wenn Papa und Mama sich umarmen, muss er unbedingt dabei sein und mit kuscheln. So süssss. Ab und zu vergibt er sogar freiwillig Küsschen und läßt sich richtig doll knuddeln. Doch nach 3 Minuten ist der Spaß vorbei und es muss wieder auf die Pirsch gegangen werden. Ob Schweinchen ärgern, Pflanzen rupfen, Steine werfen, Glas umschupsen, Mamas Sachen aus den Schubladen zerren… – dem Abenteuerspielplatz sind fast keine Grenzen gesetzt.

Wenn ich Abends ins Bett gehe, bin ich oft fix & foxi und frage mich, wie ein 2-jähriger Junge mich so schaffen kann. Woher hat er diese Energie, diesen Elan, die Welt zu erobern? Ich bin überrascht und jeden Tag aufs neue erstaunt, was er schon kann, was er versteht, was er macht. Wie sich so langsam seine Persönlichkeit entwickelt.

Manchmal möchte ich die Zeit anhalten. Die Entwicklung mehr genießen. Doch er lässt mich kaum Luft holen und schon wieder ist was neues da.

Blümchen-Kavalier und Blumenvernichter in Personalunion

Foto des Tages: Dreckschleuder

schwerer gang am morgen

Kinder haben es wirklich gut. Sie wissen nicht, wenn sie am anderen morgen zum Arzt müssen und gehen auch ganz unbeschwert dorthin. Mir geht es leider komplett anders. Der heutige Morgen war sehr anstrengend, weil wir zum Kinder-Chirurgen mussten. Meine Befürchtung ist eingetreten. Sohnemann hat Maldescensus testi. Jetzt versuchen wir die nächsten 4 Wochen eine Hormontherapie per Nasenspray und in 6 Wochen müssen wir wieder hin. Ich befürchte aber, das die auch nicht helfen wird, da es bei anderen bekannten Kindern auch nicht geholfen hat. Und wenn das so ist, dann hilft nur noch eine OP, die aber zu meinem Glück bei unserem Arzt ambulant gemacht wird. Jetzt warten wir erst einmal ab.

gute nachrichten

zur Feier des Tages ist das Glücksbuch bei mir eingetroffen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gleich kommen Oma und Opa zum Kaffee und Gustav sollten wir mal aus seinem Geburtstagsmittagsschlaf holen, nicht das er noch seine eigene Feier verpasst….