Traumberuf: Erotik-Autorin

Traumberuf

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Vor ein paar Monaten habe ich auf der Suche nach neuem Lesefutter die Buchplattform „LovelyBooks“ für mich entdeckt. Auch wenn dort zu meinem Missfallen überwiegend Bücher aus den aktuellen Buchlisten diskutiert werden (mittlerweile weiß ich auch warum, aber das ist ein anderes Kapitel), findet man im Gegensatz zum großen A immer wieder kleine Buchperlen von jungen und unbekannten Autoren.

Und so entdeckte ich in einer der vielen Listen den Debütroman „Die andere Haut“ von Carmen Schnitzer. Obwohl mich der Klappentext nicht wirklich überzeugte, kaufte ich es mir als e-Book, da mich die Rezensionen authentisch positiv überzeugten.

Klappentext: Ricardo war eine Urlaubsliebe. Intensiv, leidenschaftlich, aber flüchtig. Nichts, was eine erwachsene Frau ernst nehmen sollte, erst recht nicht mehr Jahre später, wenn sie kurz vor der Hochzeit mit einem anderen steht. Lara weiß das nur zu gut. Und doch sitzt sie nun im Flugzeug, um einige Wochen im Land des Südamerikaners zu verbringen und – vielleicht? – an etwas anzuknüpfen, für das ihr einst der Mut fehlte. Wartet am anderen Ende der Welt ihr eigentliches Glück? Ist David, ihr Zukünftiger, wirklich der, den sie will, oder ist er nur die bequemere Wahl? Erinnert sich Ricardo überhaupt an sie, war da echtes Gefühl, oder benutzt sie ihn nur als Projektionsfläche einer diffusen Sehnsucht?
Der liebeskranke Schwede Jan, der ihr gleich nach der Ankunft in die Arme stolpert, ist nur einer von mehreren Menschen, die Lara im Laufe ihrer Reise – direkt oder indirekt – Antworten geben …

An dieser Stelle muss ich kurz vom Thema abschweifen, nämlich dass der Reader für mich die Entdeckung des Jahres 2012 war. Soviel wie in diesem Jahr habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist einfach zu schön, Sonntagabend spontan sich ein Buch zu kaufen, wenn die abendliche Facebook-Timeline oder das Fernsehprogramm tödliche Langeweile ausstrahlen.

Jedenfalls kaufte ich mir das Buch, welches mich vom Titel sehr an „Salz an unserer Haut“ erinnerte. Von diesem Buch war ich schon als Teenagerin begeistert, auch wenn ich die literarische Messlatte nicht an den Debütroman von Carmen angelegt habe. Um die Spannung nicht noch mehr zu strapazieren: Das Buch von Carmen Schnitzer hat mich auf Anhieb überzeugt. Die Sprache, die Geschichte – eine wunderbare Mischung aus Leidenschaft, Liebe, Erotik und der Sehnsucht, die Liebe des Lebens nicht zu verpassen.

„In dem Moment, in dem sich in die Lust die Liebe mischt und das Vergessen, steht die Zeit still, Körper und Seele sind eins. Dabei muss die Liebe keinen Bestand haben über die Zeit des Aktes hinaus. Ist Unendlichkeit ein Maßstab? Für Intensität und Glück?“ (S. 47)

Das Buch ließ mir gedanklich ein paar Tage lang keine Ruhe, es gab soviel kleine Details, mit denen ich mich identifizieren konnte. Es gab einen letzten Satz in ihrer Danksagung, über den ich stolperte und der mir das Gefühl gab, dass in diesem Roman viel mehr Autobiografie und weniger Fiktion steckt. So ergab es sich, dass ich im Internet auf die Suche nach Carmen Schnitzer ging. Bei Facebook fand ich sie sofort und ich schrieb an ihre Fanpage , dass mich ihr Buch begeistert hat. Inhaltlich gesehen ist es kein Buch für Teenager ist, sondern eher etwas reifere Frauen (ok, an dieser Stelle bin ich das vom Alter, aber in meinen Gedanken bin ich dort noch nicht angekommen *lach*). Trotz der fiktiven Geschichte muss man sich als Leser selbst unbequemen Fragen stellen – und das ist für mich der Schlüssel zum Erfolg des Buches – es weicht vom belanglosen Mainstream der gemachten Bestseller ab und erreicht in wenigen Sätzen eine Tiefe, die ich vielerorts vermisse. Um so wertvoller ist die Erfahrung, dass hinter diesem Buch eine ebenso interessante Persönlichkeit steckt, die als Autorin ganz nah bei ihren Lesern ist und ich eine sehr nette und spannende Unterhaltung mit ihr führen durfte. Ich möchte dies meinen Lesern nicht vorenthalten und ich bat Carmen um ein Interview für meine Reihe „Traumberuf“ – Autorinnen im Gespräch.

Liebe Carmen,
ich freue mich, heute mit dir dieses Interview führen zu dürfen. Stell dich doch bitte meine Lesern kurz vor.

Carmen: Ich bin ein 36-jähriger Mensch, der sehr gerne lebt und recht anfällig für sinnliche Genüsse ist. Mein auffallendster Charakterzug ist vermutlich meine Offenheit. Liebe, Freiheit, Sprache und Sex zählen zu meinen wichtigsten „Lebens-Themen“, Respekt und Dankbarkeit zu meinen zentralen Werten.

Jana: „Die andere Haut“ ist dein Debütroman. Was hat dich dafür inspiriert? Gibt es eine persönliche Geschichte, die diesem Roman die Grundlage gegeben hat? Bzw. was inspiriert dich zum Schreiben?

Carmen: Was genau mich grundsätzlich inspiriert, ist schwer zu sagen – mal ist es ein Kinofilm, mal eine Stimmung, mal die Locke einer Kollegin … Letztlich sammle ich mit der Zeit einige Wort- und Satz-„Puzzlestücke“ an, die mir wertvoll scheinen, und versuche dann, die in einen Kontext zu bringen. Oft mischt sich dabei selbst Erlebtes bzw. selbst Gespürtes und Erfundenes.

So ist es auch im Fall von „Die andere Haut“. Besonders bei den Rückblende-Kapiteln hat vieles genau so stattgefunden, wobei „genau so“ natürlich mit Vorsicht zu genießen ist, da Erinnerung ja verfälscht. Aber was bedeutet schon Wahrheit …
Vieles im Roman basiert jedenfalls auf zwei für mich wichtigen Reisen – vier Wochen Ecuador 1999 und drei Monate Ecuador/Peru im Jahr 2001.
„Ricardo“ hat ein reales Vorbild, Lara ist mir selbst sicher sehr ähnlich, der Rest der Figuren ist erfunden bzw. aus verschiedenen Personen zusammengesetzt.
David etwa ist charakterlich anders als mein Ex-Freund, das gemeinsame, tagelange Herumphilosophieren, Wein trinken und Gedichte schreiben gab es aber. Vierblättrige Kleeblätter in einer Wiese auf Anhieb zu entdecken, ist dagegen eine reale Eigenschaft meiner ehemaligen Nachbarin – ein Können, das ich ihm kurzerhand angedichtet habe.

Jana: Wie lange hast du daran gearbeitet und wie hast du dir als Jungautorin Rat und Feedback vor der Veröffentlichung geholt? Was haben deine Familie/Freunde gesagt?

Carmen: Ich schreibe, seit ich denken kann, habe viele Romanfragmente in der Schublade. 2004/05 z. B. war ich lange arbeitslos. Damals habe ich begonnen, an „Die andere Haut“ (Arbeitstitel damals: „Café con leche“) zu arbeiten, jedoch wieder aufgehört.
Als mein Verleger auf mich zukam, habe ich diese rund 50 Seiten wieder hervorgeholt, vieles gestrichen, einiges verändert und die Geschichte letztlich zu Ende geschrieben. Es musste alles recht schnell gehen. Ca. zwei Monate lang habe ich neben der Arbeit daran geschrieben, für den Endspurt dann drei Wochen Urlaub genommen.
Da meine Wohnung eher zum Rumlungern als zum disziplinierten Arbeiten einlädt, bin ich meinen Chefs sehr dankbar, dass sie mich in dieser Zeit nachts in unserem Büro schreiben ließen. Ich bin abends gekommen, meine Kollegen gegangen waren und habe bis zum Morgengrauen getippt.
Viel Zeit zum Feedback-Einholen gab es nicht, allerdings habe ich glücklicherweise eine schlaue Lektorin im Freundeskreis, Leonie Adam, die das Manuskript gelesen und wertvolle Anregungen gegeben hat.

Meine Familie und Freunde wussten, dass die Veröffentlichung eines Romans mein Lebenstraum war, daher haben sich alle riesig mit mir gefreut. Die meisten kannten bereits meine Kurzgeschichten und hatten mich immer bestärkt und ermutigt, „dranzubleiben“.

Dass es sich um einen erotischen Roman handelt, macht es vor allem im Familienkreis für beide Seiten sicher nicht ganz einfach, doch ich bin in einem recht liberalen Umfeld aufgewachsen und zudem als Mensch sowieso in weiten Teilen ein „offenes Buch“. Von daher war schließlich niemand geschockt von dem, was er zu lesen bekam. „Die andere Haut“ ist ja auch, bei aller Erotik, kein Porno. Der Fokus liegt eher auf der Gefühlsebene, wobei es das vielleicht sogar intimer macht. Allgemeiner Tenor meiner Lieben jedenfalls: Man spürt meine Persönlichkeit wohl sehr heraus aus den Zeilen. Damit kann ich gut leben.

Jana: Dein Roman wird von einem Verlag verlegt, der mir bis zu deinem Roman gar nichts sagte. Wie hast du ihn gefunden oder er dich? Was hast du aus der Zusammenarbeit bzw. dem Lektorat mitgenommen und was würdest du bei einem neuen Roman anders machen?

Carmen: Der Verlag ist sehr klein. Ich habe den Verleger Thomas Stolze über meinen Beruf als Redakteurin kennengelernt, da einer seiner Autoren der Musiker Markus Grimm ist, ein ehemaliger Castingshow-Star.
Wenn ich auf dem Blog meines ehemaligen Kollegen Sebastian Herold eine neue Geschichte veröffentlichte  und den Link dazu auf Facebook postete, rechnete ich damit, dass diesen eine Handvoll Freunde anklicken. Doch dann schrieb mir Thomas Stolze, dass ihm mein Stil gefalle und ob ich denn „so etwas auch in lang“ könne. Damit nahm alles seinen Lauf …

Solch ein kleiner Verlag hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen zählt z.B., dass nicht gefühlte tausend Leute mitreden und dafür sorgen, dass der Autor am Schluss sein eigenes Werk nicht mehr wiedererkennt. So etwas kommt wohl in größeren Verlagen gar nicht so selten vor. Bei hansanord war ich sehr frei. Mein Vorschlag etwa, das Coverbild selbst zu malen, wurde gleich begrüßt, was mich sehr gefreut hat.

Ein klarer Nachteil ist natürlich, dass ein kleiner Verlag es sehr schwer hat, seine Produkte in die Buchhandlungen und die Presse zu bekommen. Umso schöner, dass du trotzdem auf mich aufmerksam geworden bist.

Mein Verleger hat in der Vergangenheit schon heftige Kämpfe zwischen Autor und Lektor mitbekommen und daher bei mir auf ein Lektorat verzichtet. [Jana: An dieser Stelle bin ich beeindruckt, das hätte ich nie erwartet bzw. es ist so gut, das man das nicht merkt.]  Einerseits finde ich es toll, dass mein Text nun so „unverfälscht“ gedruckt wurde, andererseits entdecke ich bisweilen noch kleinere stilistische Fehler, die womöglich nicht hätten sein müssen.
Worauf ich wohl beim nächsten Mal bestehen würde, ist zumindest ein Korrektorat. Meine Rechtschreibung ist zwar sehr gut, aber beim Lesen des eigenen Textes übersieht man doch schneller mal was als bei fremden Werken, und die Fehler, die noch im Buch stehen, ärgern mich ein bisschen.

Jana: Wer sind deine literarischen Vorbilder? Was könntest du meinen Lesern empfehlen.
Carmen: Literarische Vorbilder zu haben, würde mich eher bremsen als inspirieren, glaube ich. Ein Autor sollte seine eigene Stimme finden.
Natürlich gibt es aber Werke, die ich sehr mag, z. B. „Gilles Frau“ von Madeleine Bourdouxhe, „Jules und Jim“ von Henri-Pierre Roché und „Kokain“ von Pitigrilli. Großartig sind auch die Gedichte von Erich Kästner! Eins meiner liebsten: „Sachliche Romanze“. Das geht mir sehr nah, da ich Ähnliches erlebt habe. Oft einem ähnlichen Blickwinkel auf meine Gefühle folge, wie er in dem Gedicht zum Ausdruck bringt.

In vielen Lebensbereichen habe ich einen Hang zu Opulenz, lebe etwa in einer bunt-verspielten Chaos-Wohnung, in Sachen Sprache aber bin ich meist eine Freundin von Klarheit und Reduktion. Schafft es jemand, ohne viel „Firlefanz“ mit wenigen Worten Großes auszudrücken, bin ich beeindruckt. In meinen eigenen Texten neige ich wohl daher auch eher zum Weglassen als zum Ausschmücken. Dem Leser darf ruhig Raum gelassen werden für eigene Gedanken.

Jana: Du beschreibst in deinem Buch sehr sinnliche Sexszenen. Du geizt nicht mit ausführlichen Beschreibungen, ohne dass es pornografisch langweilig wird. Das ist m. E. eine Gratwanderung, die schnell kippen kann. Was ist dein Erfolgsrezept für erotische Passagen? Was hältst du persönlich von den modernen Erotik-Romanen, die zurzeit die Buchcharts stürmen?

Carmen: Du meinst, ob ich z. B. „Shades of Grey“ gelesen habe? Den ersten Band, ja, und dabei wird es wohl bleiben [Jana: Ja tue dir den gefallen, ab 2 geht es steil bergab sodass ich mir den 3. Teil nicht antun werde.]. Er las sich sehr leicht und durchaus unterhaltsam, allerdings fand ich die ewigen Wiederholungen schon sehr nervtötend. Da grinst Mister Grey zum x-ten Mal „wölfisch“, während Ana errötend an ihrer Unterlippe knabbert und später ständig über ihr „postkoital zerzaustes Haar“ philosophiert … Zudem ist ein kontrollsüchtiger, stalkender „Beschützer“ wie Christian Grey ein Typ Mann, zu dem ich mich absolut nicht erotisch hingezogen fühle, im Gegenteil.
Skandalös ist der Inhalt in meinen Augen überhaupt nicht. Da wurde schon vor Jahrhunderten Deftigeres geschrieben. Was den „Shades“-Hype ausgelöst hat, kann ich mir nicht recht erklären. Vielleicht, dass die Verfasserin – Überraschung! – einfach eine liebenswürdige „Mommy“ ist.

Die Bücher von Charlotte Roche habe ich bislang noch nicht gelesen, werde es aber früher oder später wohl noch tun, da ich sie als Person durchaus schätze und z. B. ein großer Fan der TV-Show „Roche und Böhmermann“ bin.

Von diesen Bestsellern der neueren Zeit mal abgesehen – ich mag erotische Literatur, habe besonders in jungen Jahren, so zwischen 15 und 25, viel Anaïs Nin, Henry Miller, D.H. Lawrence, Marguerite Duras, Benoîte Groult, Charles Bukowski etc. gelesen. Auch „Venus im Pelz“ von Sacher-Masoch und die Hälfte von de Sades „Justine“, wobei letzteres in meinen Augen wenig mit Erotik zu tun hat.
Die letzten erotisch gefärbten Bücher, die den Weg zu mir fanden, waren z. B. „Gefährliche Geliebte“ von Haruki Murakami, „Der kleine Wilde“ von Alexandre Jardin und – ganz anders – „Emmas Glück“ von Claudia Schreiber.

Wohl wahr, es ist eine Gratwanderung, über Sex zu schreiben. Überall lauern „Fallen“, schnell wird es zu kitschig, zu klinisch, zu ordinär, zu albern … Und dann gibt es so viele Wörter, die ich schon vom Lautmalerischen her nicht hübsch finde. „Brustwarzen“ etwa, das klingt doch … Na ja.
Dennoch kann ich es nicht lassen, weil mich das Thema zu sehr fasziniert. Wo sonst verschmilzt Banales und „Göttliches“ auf so wunderbare Weise?
Dass es mir in den Augen einiger Leser gelungen ist, auf besagtem Grat zu wandern ohne abzustürzen, freut mich natürlich sehr. Was aber mein Erfolgsrezept ist? Keine Ahnung. Es hilft sicher, dass mein Verhältnis zur Sexualität recht unverkrampft ist. Ich schreibe vielleicht erst mal, wie ich Sex auch habe – intuitiv und weitgehend angstfrei. Dann aber bearbeite ich den Text, überlege manchmal länger, ob ein „und“ oder ein Komma der Sprachmelodie und dem -rhythmus besser tun. Ich mag Sex und Sprache einfach sehr, vielleicht ist das das ganze „Geheimnis“.

Jana: Hauptberuflich arbeitest du als Redakteurin für die Teenagerzeitung hey!. Du führst Interviews mit Stars und Sternchen und – ich nenne es mal so – du bist eine Art Frau Doktor Sommer und beantwortest viele Leserbriefe. In deiner Freizeit schreibst und malst du. Wie vereinbarst du beide Welten?

Carmen: Ich liebe das Alleinsein, mag aber auch Menschen sehr und bin neugierig auf verschiedene Charaktere, Schicksale und Ansichten. Ob Obdachloser oder Superstar, Teenie oder Großmutter – jeder verdient ein Grundmaß an Respekt, und wenn sich die Gelegenheit ergibt, rede ich mit so ziemlich jedem.
Ich wollte immer über Menschen schreiben und damit andere erreichen. Da ist die Parallele zwischen der Romanautorin und der Teeniezeitschriften-Redakteurin. Dass ich im Star-Bereich gelandet bin, ist Zufall. Natürlich ist es spannend, hinter die Kulissen zu gucken und Begegnungen zu haben, von denen Millionen Kids träumen, aber letztlich ist es mir egal, ob ein Mensch prominent ist oder nicht. Hauptsache, er ist freundlich und interessant, dann schreibe ich auch gern über ihn.
Das Malen dagegen ist schlicht ein Hobby, wie Schwimmen oder Reisen. Mein Opa war Maler und Bildhauer, meine Mama ist Malerin, da lag es nahe, dass ich früher oder später auch zum Pinsel gegriffen habe. Ich bin auf dem Gebiet sicher nicht ganz unbegabt, sehe aber klar meine Grenzen. Während ich glaube, beim Schreiben noch Entwicklungspotenzial zu haben, bleibe ich beim Malen auf einem Level, das okay und vorzeigbar ist, aber nicht viel mehr. Vielleicht fehlt es mir in dem Bereich auch einfach an der Leidenschaft, die ich ins Schreiben stecke.

Jana: Zum Abschluss, möchte ich dir ein paar letzte Fragen stellen:
Meine Reihe heißt „Traumberuf”. Du arbeitest nicht Vollzeit als freiberufliche Autorin. Davon zu leben, sprich Miete, Krankenkasse und Co bezahlen zu können, mit dem was man gerne tut und liebt, ist ein großer Traum vieler Menschen. Ist das auch dein Traum? Was hält dich bisher davon ab? Was würdest du jungen Menschen empfehlen, die Schriftsteller werden möchten? Und inwieweit spielt das soziale Netz für dein Marketing als Autorin eine Rolle?

Carmen: Vom Romaneschreiben (plus Lesungen) leben zu können, ist definitiv ein großer Traum von mir, aber das ist leider ziemlich utopisch. Ähnlich wie in anderen künstlerischen Berufen (z.B. bei Schauspielern) liegt der Anteil der Autoren, denen das glückt, im unteren einstelligen Prozentbereich. Und davon leben nicht wenige am Rand des Existenzminimums.
Ich bin ganz glücklich, dass mein Brotjob nicht völlig artfremd ist und ich nette Kollegen habe. Auch das ist schließlich alles andere als selbstverständlich.

Jungen Menschen würde ich daher raten, sich auf jeden Fall ein sicheres berufliches Standbein als Basis zu schaffen. Was das Schreiben an sich angeht: Machen, machen, machen! Schreiben ist zum Teil Inspiration, zum großen Teil aber auch Arbeit, wenn man nicht gerade als Genie auf die Welt gekommen ist. Genau beobachten, sich Notizen machen, auch mal „für die Tonne“, halte ich für unabdingbar. Viel lesen sowieso.
Ich könnte mir zudem vorstellen, dass das Erlernen von Fremdsprachen ein Vorteil ist, um das Gefühl für die eigene Sprache zu schärfen und die Welt auch mal aus anderen Blickwinkeln zu sehen. Im Türkischen sagt man z. B. nicht „Ich habe Geld.“, sondern „Mein Geld gibt es.“ Es sind kleine Nuancen, die manchmal den Unterschied ausmachen.

Ohne mein soziales Netz wäre mein Buch gar nicht erschienen (s.o.) und auch für das Marketing ist es sicher sehr wichtig. Gerade weil man wegen des kleinen Verlags selten in Buchläden oder der Presse über „Die andere Haut“ stolpert, ist Mund-zu-Mund-Propaganda das A und O.

Jana: Liebe Carmen, ich bedanke mich ganz herzlich, das du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Ich hoffe natürlich, das es nicht bei diesem einen Buch bleibt und du noch weitere Romane schreibst.

Wer hat es bis hier her gelesen?

Wer das Buch „Die andere Haut“ von Carmen auch mal lesen möchte, hat jetzt die Chance ein handsigniertes Exemplar von der Autorin persönlich zu gewinnen.

Was musst du dafür tun?

Schreib einfach hier in einem Kommentar eine Frage für Carmen, die du ihr nach diesem Interview unbedingt stellen musst. Aus allen eingereichten und beantworteten Fragen wird der Gewinner gezogen.

Ich bin gespannt, was ihr Carmen fragen wollt. Heute in einer Woche (6.11.2012) ziehen wir den Gewinner oder die Gewinnerin :-)

Veröffentlicht von

Hallo, ich heiße Jana. Ich liebe das bloggen und die Fotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

34 Kommentare

  1. Hallo Jana, hallo Carmen
    habe wirklich bis zum Ende gelesen und war deshalb ganz erstaunt, als dieser Satz auftauchte. Bin jetzt neugierig geworden, da wir erst letzhin bei einem Abendessen unter Freunden über Shades… diskutiert haben – ich habe keines gelesen – und werde mir das Buch besorgen, sollte ich es nicht hier gewinnen.
    Meine Frage: gibt es schon eine Idee für ein neue Buch/ Thema oder einen Nachfolger?
    Wünsche Carmen viel Glück und Erfolg
    LG Siglinde

    • Carmen Schnitzer

      Hallo Siglinde,

      wie schön, dass hier tatsächlich Fragen kommen, das freut mich sehr!

      Ich fahre sehr viel Zug und lasse jede Menge Geld in ICE-Restaurants, weil ich da immer glücklich bin – Reisen, Essen, Wein, interessante Begegnungen, da kommt so viel zusammen. Jedenfalls liebäugele ich momentan mit dem Schreiben einer BordBistro-Romanze. Ich habe bislang allerdings erst ein paar Sätze sowie eine Figur im Kopf, aber ich denke, da bleibe ich dran.

      Zudem wird eine befreundete Grafikerin aus 15 meiner Kurzgeschichten eine Art Geschenkband machen. Jede dieser (sehr kurzen) Storys ist einer Farbe gewidmet, ich denke, das kann ganz hübsch werden. Nachzulesen sind sie, wie schon im Interview verlinkt, hier: himmelende.de/author/carmen.

      „Farbcode“ zu den Geschichten (nicht zum Verständnis notwendig, aber vielleicht nett zu wissen):
      WEIß: Amazonaslibelle
      GELB: Sonnenblume
      ORANGE: Im Mandarinenwald
      ROT: Machtspiel
      PINK: Schatzsuche
      VIOLETT: Veilchenzucker
      BLAU: Blaue Stunden
      TÜRKIS: Salz und Glas
      GRÜN: Froschkönigin
      GRAU: Paris fickt das Meer
      SCHWARZ: Gunilla dreht sich
      SILBER: Platinblut
      GOLD: Märchensplitter
      BRAUN: Herbstglühen
      BEIGE: Karamellwolle

      Viel Spaß beim Lesen und danke für Dein/Ihr Interesse!
      Alles Liebe,
      Carmen

        • Vielen Dank! Ja, die ist allgemein die beliebteste, habe ich das Gefühl. Habe sie schon bei verschiedenen Lesungen vorgetragen. Ich mag sie auch :-)

  2. Liebe Jana, hallo Carmen, ich bin fast in den Bildschirm hineingekrochen, weil ich mich so pudelwohl beim Lesen gefühlt habe. Wie drücke ich mit Worten aus, was ich gefühlt habe? Schwer, sehr schwer. Da war so vieles, was mich an meinen Weg, meinen Traum erinnerte. Und vor allem Jana, ich ziehe wieder einmal den virtuellen Hut vor dir. Deine Art, ein Interview zu dürfen, ist so fesselnd, da muss man ganz einfach bis zum Ende lesen.
    Und wieder einmal war es der „Tritt“ – für meine zwei, drei Projekte, die im Endeffekt fertig sind, aber sie schlummeln in der Schublade.
    Ich selbst bin ja durch Zufall auf das eine oder andere kleine Schätzen gestoßen und wünschte mir einfach mehr Leser, z. B. das hier http://lesegenuss.blogspot.de/2012/08/rezension-192-das-salz-der-basalttranen.html … Wenn du magst, ich kann es dir gern mal ausleihen.
    Mach weiter so Jana, du weißt, ich lese und schaue oft auf deinem Blog. Leider schreibe ich nicht so oft einen Kommentar. Carmen, auch Ihnen weiterhin viel Erfolg… Ich werde mir das Buch vormerken – und bestimmt noch lesen.
    Ganz liebe Grüße Hanne

    • Carmen Schnitzer

      Was für ein schöner Kommentar, vielen Dank! Den Buchtipp habe ich gleich notiert.

      Alles Gute für Ihre Projekte! Wenn wir hier einen Schubser geben konnten, wäre das ja toll!

      Liebe Grüße aus München,
      Carmen

      • Hi Carmen, wir können uns gern duzen :-) Ein Projekt habe ich ja schon verwirklicht und veröffentlicht. Jana war so lieb und hat ein ganz tolles Interview mit mir geführt. Ich stehe auch zu meinem Kinderbuch – denn es liegt mir sehr am Herzen. Nur hatte ich verlagsmäßig nicht die Erfahrung, wie ich sie heute habe. Aber gut, das ist Schnee von gestern…
        Ganz liebe Grüße Hannelore

        • Ich habe die kleine Sonnenfee gefunden!
          Das ist wirklich ein tolles Interview. Auch das Buch klingt wunderschön und fantasievoll! Merke ich mir mal für meine Nichte vor. Noch ist sie etwas zu klein (drei Jahre alt). Wobei ja auch ein Junge Feen mögen darf, vielleicht schenke ich es einfach bald meinem Neffen, der ist immerhin schon fünf :-)

          Viel Erfolg weiterhin – und das Du nehme ich gerne an!

          • Danke – die Blumen gehen an Jana. Und wenn du das Buch wirklich mal haben möchtest, schreib mich einfach an. Auf meinem Blog habe ich ein Kontaktformular eingerichtet, das kommuniziert sich besser*** lach…….
            Liebe Grüße Hanne

  3. Das Buch klingt sehr Interresant und ich werde es mir,falls ich es nicht gewinnen sollte(ein handsigniertes Buch wäre natürlich toll..)auf jedenfall besorgen..
    Nun meine Frage: Werden die hoffentlich folgenden Bücher alle in der gleichen Kategorie geschrieben oder kann es sein das du auch einmal einen z.B. Krimi schreibst? Ist so ein Stilwechsel möglich oder bleibt man meistens in einer Richtung?
    LG Mummel

    • Carmen Schnitzer

      Ich habe tatsächlich eine vage Krimi-Idee, mal sehen, vielleicht wird eines Tages wirklich ein Buch daraus …

      Es gibt Autoren, die fröhlich und gekonnt zwischen den Genres „switchen“, wobei die meisten wohl einem mehr oder weniger treu bleiben. Derzeit kann ich gar nicht genau sagen, wo es mich mal hintreiben wird, ich vermute aber, um Liebe wird es irgendwie immer gehen.

      Wobei ich letztes Jahr (nahezu parallel zu „Die andere Haut“) auch ein Fantasy-Buch geschrieben habe, das Jugendlichen, insbesondere Mädchen, Lust auf Maschinenbau machen soll. Ich selbst hatte weder mit Fantasy noch mit Maschinenbau viel am Hut, mag aber Herausforderungen. Das ganze war ein Auftrag des VDMA (vdma.org) an die Medienagentur „T&T media world – die Ideealisten“, bei der ich angestellt bin. Wir haben das Konzept im Team entwickelt, die „Maschinenbau“-Stellen habe ich mit einer Ingenieurin abgestimmt, geschrieben habe das Ding aber letztlich ich. Das kam dabei heraus:
      http://www.amazon.de/Time-Switch-irre-Zeitreise-romantischer-Cyber-Thriller/dp/381630611X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1351676820&sr=8-2

      In meiner Zeit als Werbetexterin (einige Jahre her) habe ich gelernt, mich auf verschiedene Zielgruppen einzustellen und meine „Schreibe“ anzupassen. Der Stil, in dem ich mich am wohlsten fühle und der einfach „meiner“ ist, ist aber sicher eher in „Die andere Haut“ zu finden als in „Time-Switch“, wobei letzteres sicher ein ganz ordentliches Buch ist :-)

      Gucken wir also mal, was das Leben noch so vorhat mit mir :-)

      Liebe Grüße und vielen Dank für das Interesse! Ich freu mich!
      Carmen

  4. Mrs.justus.jonas

    Habe auch bis zum Ende gelesen! Kann den Hype um „50 Shades of Grey“ auch nicht verstehen. Letzte Woche habe ich durch Zufall im Urlaub einen Autor kennengelernt und etwas über ,,die Entstehung von Bestsellern“erfahren-war mir vorher gar nicht bekannt,wie das abläuft. Mich hat Deine Begeisterung jedenfalls angesteckt und werde ,,Die andere Haut“auf meinen Weihnachtswunschzettel setzen. Mich würde interessieren,wie Autoren ihre Figuren aufbauen. Gibt es eine Extra-Notiz zu jeder Figur,was man schon für Eigenschaften und Erfahrungen ihr zugeordnet hat?Oder behält man das alles im Kopf? Bei realen Vorlagen ist es sicherlich weniger ein Problem-aber oft,wie auch hier,geben diese ja nur einen groben Rahmen vor.

    • Carmen Schnitzer

      Da geht sicher jeder Autor anders vor. Bei sehr langen, verschachtelten Romanen sind solche Notizen sicher hilfreich, wenn nicht gar unabdingbar.

      „Die andere Haut“ ist sehr kurz und konzentriert sich stark auf die Hauptfigur Lara, die mir sehr ähnlich ist. Daher war es in diesem Fall leicht, den Überblick zu behalten. Ich habe einfach drauflosgeschrieben, den Text danach aber wieder und wiedergelesen, überarbeitet und ggf. angepasst.

      Mal sehen, wie ich es in Zukunft halte. Eine Idee, die ich 2001 schon mal begonnen hatte, werde ich irgendwann vielleicht doch noch mal aufgreifen:
      40 nummerierte Fragebögen wollte ich fiktive Personen „ausfüllen lassen“, 20 Männer und 20 Frauen.
      Dann sollten drei mir nahestehenden Männer und drei Frauen mir je eine Zahl zwischen 1 und 20 nennen.
      Die so zusammengewürfelten Charaktere wollte ich als Kreativaufgabe an mich selbst in einem Roman aufeinandertreffen lassen.
      Ich hatte schon einige Bögen fertig, doch die waren in einem Rucksack, der mir damals in Guayaquil gestohlen wurde. Danach habe ich nicht mehr weitergemacht, aber das kann ja noch kommen.

      Mal sehen, also, wie ich es in Zukunft halten werde … Alles in allem bin ich aber eher eine chaotische Schreiberin, die erst im Nachhinein Struktur in die Sache bringt. Und manchmal ergibt sich die Struktur von selbst – dass meine Rückblende- und Gegenwarts-Kapitel in „Die andere Haut“ am Schluss zusammenlaufen, hat sich irgendwie so ergeben, und dann fand ich es ganz schön.

      Ich hoffe, die Antwort ging jetzt nicht zu stark am Thema vorbei :-)
      Liebe Grüße und einen schönen Mittwoch!
      Carmen

  5. Meine liebe Kollegin hat mir letztens den erstenBand von Shades of Grey gegeben. Sie war und ist total begeistert. Aber ich muss gestehen, dass ich noch nicht übers dritte Kapitel hinaus bin und eure Beschreibung zu Buch 2 und 3 …mhh

    Wenn du im Gegensatz dazu von diesem buch begeistert bist, find ich das toll und vielleicht sollte es mal auf der Liste zu lesender Bücher landen.

    Und meine Frage: In welche Richtung gehen denn deine bisherigen Werke (wenn auch kurz) bisher so? Alle in eine ähnliche oder können diese auch komplett abweichen?

  6. Hallo Jana, hallo Carmen,

    ich bin sehr erfreut, diesen Beitrag entdeckt zu haben, denn ich bin immer wieder interessiert an Interviews mit neuen Autorinnen/-en.

    Meine Fragen:
    Wie hat es sich für dich angefühlt, dein erstes eigenes veröffentlichtes Buch in den Händen zu halten?
    Handeln deine weiteren Bücher von ähnlichen Handlungen oder blüht in dir bereits eine etwas grusligere Geschichte auf, die du uns vielleicht demnächst präsentieren möchtest?
    Wie kommst du auf so wundervolle und treffende Titel von deinen Kurzgeschichten und deinem Buch?

    lg die Alex ^^

  7. Hallo Alex,

    ich bin auch sehr erfreut über die schönen Rückmeldungen! Hätte ich gar nicht erwartet.

    Das war schon ein sehr tolles Gefühl, als ich das Ding endlich in den Händen hielt. Allerdings ging es mir wie so oft, wenn ich sehr auf einen Moment hinfieberte – wenn es dann so weit ist, ist dieser eher „klein“, also nicht unglaublich überwältigend, sondern eher auf eine stille Weise schön. Die Freude kam dann aber immer wieder in Wellen neu hoch, vor allem, als mich die ersten Reaktionen erreichten, die bislang zum Glück überwiegend positiv waren. Dass das, was ich so vor mich hinschreibe, anderen etwas gibt, macht mich schon sehr glücklich.

    Hmmm, was die Titel angeht, weiß ich das gar nicht so genau … Manche sind plötzlich „da“, bei anderen überlege ich länger herum. Eine schöne Eigenschaft der deutschen Sprache ist ja, dass wir hier zwei Wörter zu einem neuen „verschmelzen“ lassen können (wie in meinen Geschichten „Karamellwolle“ oder „Platinblut“ zum Beispiel). Ich glaube, ich sammle meist einfach Assoziationen und probiere so herum, bis mir ein Begriff stimmig scheint. Eigentlich hatte ich auch für meinen kleinen Roman einen solchen Titel finden wollen, doch dann kam von irgendwoher die Idee „Die andere Haut“. Erst mochte ich den nicht, aber mein Verleger brauchte einen Arbeitstitel für den Vertrag, und ein anderer fiel mir nicht ein, sodass wir diesen erst mal einsetzten.

    Mit der Zeit kam er mir immer passender vor. Zum einen geht es in der Geschichte ja ganz um das Begehren einer anderen Haut, zum anderen lässt sich das aber auch übertragen sehen: Was wäre, wenn ich (noch mal oder für immer) in eine „andere Haut“ schlüpfen könnte? Hätte mein Leben anders aussehen können, wenn ich vor Jahren anders entschieden hätte? Wäre ich glücklicher? solche Fragen.

    Freut mich jedenfalls sehr, dass dir die Titel gefallen! Dann scheine ich auf dem richtigen Weg zu sein :-)
    Liebe Grüße,
    Carmen

    Ach, PS: Ich glaube, für gruselige Geschichten habe ich tendenziell kein Händchen, aber vielleicht ändert sich das eines Tages. Als nächstes wird es wohl einen Roman geben, der in einem ICE-BordBistro spielt. Vielleicht lasse ich die Erotik da mal etwas mehr außen vor, aber um Liebe wird es wohl wieder gehen. Ach, obwohl – ich kenne mich ja: Früher oder später wird dann doch wieder eine der Figuren heiß zu fantasieren beginnen …. :–D

  8. Hallo Carmen,

    ich danke dir für deine ausführliche Antwort! Dankeschön.
    Was die „kleinen Momente“ angeht, kann ich dich verstehen. Mir ging es auch so, als ich eine Urkunde für einen Fotowettbewerb meiner Heimatstadt gewann. Mir ging das sehr nahe, auch, wenn es eher „unscheinbar“ war. Aber dennoch, es war etwas bedeutsames in meinem Leben…

    Ich habe in diesem Jahr eine kleine Kurzgeschichte (bisher noch unbeendet) bei Wattpad.com eingestellt und schreibe auch weiterhin an ihr, weil ich diese Geschichte einfach liebe und mein Herzblut daran hängt.
    http://www.wattpad.com/3604689-mein-therapeut-und-ich-part-i

    lg die Alex ^^

    • Ui, da habe ich gleich Lektüre morgen für den Feiertag, sehr schön! Oder ich drucke sie aus und lese sie heute Abend in der S-Bahn (bin im Büro). Freu mich drauf und drücke die Daumen fürs Weiterschreiben!

      • Oh weh, jetzt werde ich aber nervös… Ich schreibe zwar schon seit Ewigkeiten (also seit ich Kind war), doch jetzt bin ich wirklich nervös und aufgeregt. Ich hoffe, dir gefällt die Geschichte, trotz dessen, dass sie noch nicht fertig ist. Aber es geht weiter. In meinem Kopf ist die Geschichte zumindest schon weiter als auf dem Papier ;)

        lg die Alex ^^

        • Hallo Alex,
          entschuldige, dass ich mich erst jetzt wieder melde. Habe doch eben erst mit deiner Geschichte begonnen. Sehr berührend, freue mich aufs Weiterlesen!
          Liebe Grüße,
          Carmen

  9. Hallo Carmen,

    sind sie auch auf Google+ anzutreffen? Ich würde sie nämlich gern in meine Kontaktliste aufnehmen, wenn die Möglichkeit besteht, da ich bei Facebook nicht angemeldet bin (was auch so bleiben soll).

    lg Alex ^^

  10. Gleich gestern Abend habe ich das Interview durchgelesen, in einem Rutsch und Jana, das hast Du toll gemacht und dabei wirklich eine interessante junge Frau vorgestellt.
    Dann dachte ich die Frage stellst Du morgen, hast Du noch Ruhe darüber nachzudenken :-) Toll das es so ein rege Diskussion gibt und so viele Fragen schon gestellt und beantwortet sind :-)
    Ich schaffe gar nicht mehr viel zu Lesen, dieses Buch muss ich aber unbedingt mal haben :-)
    Meine Frage an Carmen: Hast Du schon Deine große Liebe getroffen? oder reist Du Ihr noch hinterher :-) So ganz bin ich da aus dem Gelesenen noch nicht schlau geworden ? :-)

    • Vielen Dank für die schönen Komplimente! Mein Buch ist sehr dünn, würde mich natürlich freuen, wenn Du dafür Zeit findest :-)

      Und nein, meinem „Ricardo“ reise ich nicht mehr hinterher. Es ist ganz lustig: 2004 hatte ich begonnen, über ein Treffen nach sieben Jahren zu schreiben, und Anfang 2009 kam es tatsächlich nach genau dieser Zeit zu einem Wiedersehen, wenn auch ganz anders als im Buch (wir waren z. B. beide solo). Damals flackerten noch mal heftig einige Gefühle auf, verliefen aber wieder im Sande. Er hat mittlerweile sein Glück, auch in der Liebe, in den USA gefunden (so mein letzter Stand). Gleichzeitig mit mir Kontakt zu haben, sei es auch „nur“ auf freundschaftlicher Basis, passt nicht in sein Weltbild, das respektiere ich.

      Ich habe das Glück, dass die großen Lieben und wichtigen Affären, die es in meinem Leben gab und gibt, wunderbare Männer sind. Auch wenn unsere gemeinsamen Wochen, Monate oder Jahre nicht in einem „Für immer“ mündeten und es natürlich Verletzungen gab, möchte ich sie doch nicht missen und sehe keine dieser Verbindungen als „gescheitert“, sondern als „zu Ende gegangen“.

      Die größte Liebe meines bisherigen Lebens ist sicher mein Ex-Freund (nicht „Ricardo“), mit dem ich von 2000 bis 2006 zusammen war und auch alt werden wollte. Doch dann endete alles ungefähr so wie in Kästners Gedicht „Sachliche Romanze“ :-) In schwachen Stunden flackert bei mir immer noch manchmal der Gedanke auf „Eigentlich gehören doch wir zusammen“, aber das ist letztlich Unsinn. Er hat mittlerweile eine tolle Frau an seiner Seite, mit der er wohl durchs Leben gehen wird. Das ist okay, denn unsere sechs Jahre kann mir niemand nehmen, und freundschaftlich bleiben wir verbunden.

      Seit 2006 gibt es keinen festen Partner mehr an meiner Seite, wohl aber Männer, mit denen ich mich körperlich und seelisch verbunden fühle. Ob eine dieser Liaisons oder eine andere irgendwann DIE zweite große Liebe meines Lebens wird, wird sich zeigen. Momentan suche ich nicht danach, denn ich denke, es gibt mehrere Wege zum Glück, und eine feste, liebevolle Partnerschaft ist nur einer davon. Ich bin dankbar für das, was ich habe :-)

  11. Ich habe jetzt nicht nur das Interview sondern auch alle Kommentare bis zum Schluss in einem Rutsch gelesen. Die meisten Fragen, die sich aus dem Interview bzw. allgemein zum Autorenberuf ergaben wurden schon gestellt und beantwortet.
    Eine bleibt mir noch: Kann man Dich irgendwo im Raum Chemnitz oder Sachsen mal auf einer Lesung erleben? Ich liebe es, wenn Autoren ihre eigenen Werke lesen.
    Ansonsten klingt das Buch wirklich interessant. ich liebe erotische Literatur mit Niveau. „Salz auf unserer Haut“ zählt genauso zu meinen Lieblingsbüchern, wie ich die Erzählungen von Anaïs Nin liebe.
    Somit wächst mein Lesewunschstabel um ein weiteres Buch. Dabei liegen und stehen hier noch soviele ungelesene Bücher herum.

    • Oh, ich würde liebend gern mal in oder in der Nähe von Chemnitz lesen, zumal ich diese Ecke Deutschlands noch viel zu wenig kenne.
      Bislang habe ich noch nicht allzu viele Lesungen gehabt, und diese alle im Münchner Raum. Am 16.11. steht eine in Salzburg an, eine weitere in Stuttgart ist geplant, evtl. auch eine in Köln. Mal sehen, wenn du zufällig einen Tipp hast für einen geeigneten Ort, kann ich das gerne mal mit meinem Verleger bequatschen (mich aber auch selbst mal umhören). (Meine E-Mail-Adresse: redakteurin [ät] gmx.de)
      Einstweilen gibt’s hier zumindest drei Geschichten von mir als YouTube-Lesung aus meinem Wohnzimmer :-) Da hatte ich noch fast gar keine Übung, ist etwas leise, fürchte ich. Weitere Storys packe ich hoffentlich bald mal dazu:
      http://www.youtube.com/channel/UCh8iqCePPrw3dhvVj2DTeRQ
      Danke für Dein Interesse!

  12. Ja, auch ich habe bis zum Ende gelesen. Und ich würde das Buch auch gerne gewinnen. Ich fand es interessant, dass Carmen Schnitzer auch für Hey schreibt. Diese Zeitschrift liest meine Tochter :-)
    Viele Grüße
    Astrid

  13. Sicher ein toller Beruf. Mit ein bisschen Glück sogar ein sehr gut bezahlter, wenn man sich Charlotte Roche mit Feuchtraumgebiete anguckt. Die andere Haut habe ich zwar noch nicht gelesen, klingt aber nach deinem Feedback nach viel Erotik und Lesestoff der tatsächlich Süchtig macht. Ich werde es mir jedenfalls mal besorgen und danke jetzt schon für die nächsten spannenden Tage bei mir :-)

    • Oh, den Kommentar entdecke ich ja jetzt erst! Danke schön.
      Ja, dieses Glück hätte ich auch ganz gerne, aber auch wenn mich „Die andere Haut“ wohl kaum reich machen wird, freue ich mich schon über das ganze schöne Feedback, das ich bis jetzt dazu bekommen habe – und auch die konstruktive, negative Kritik, die es durchaus auch gab, weil nicht jeder mit meinem Stil oder dem Wesen/der Moral der Protagonistin zurechtkam.

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