Traumberuf Schriftstellerin: Die Kinderbuchautorin

Interview, Traumberuf

Ich hätte nie gedacht, das so interessante Persönlichkeiten meinen Blog lesen und es zu einem persönlichen Austausch kommt. Als ich vor ein paar Wochen einen Tea Swap organisierte, lernte ich Hanne kennen, die mich mit einer tollen Auswahl an Tees überraschte. Nebenbei erfuhr ich dass sie in ihrer Freizeit Kinderbücher schreibt und ihr erstes Buch erschienen ist. Für mich eine gute Gelegenheit, sie zu befragen, wie man Kinderbuchautorin wird.

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Jana: In einer persönlichen e-mail hast du mir erzählt, das du dein erstes Kinderbuch für Mädchen zusammen mit einem Verlag und einer Illustratorin veröffentlicht hast. Ich war natürlich gleich neugierig, da ich für mein Kind immer auf der Suche nach schönen Kinderbüchern bin. Erzähl doch bitte kurz, worum es geht und wie du auf die Idee gekommen bist, ein Kinderbuch zu schreiben.

In dem Land der Phantasie, auf einer Wiese nah an einem Bach vergnügt das kleine Sonnenstrahlmädchen Alinga sich mit ihren Geschwistern. Über all den Spaß und der Freude vergisst sie am Abend den Heimweg zur Mutter Sonne. Sie ist traurig und ängstlich, doch sie hat viele Freunde um sich. Besonders Chero, der Hüpfer ist sehr besorgt um sie und auch die Wasserlilie. Während dieser wundersamen Nacht geschieht etwas außergewöhnliches: Vater Mond verwandelt das kleine Sonnenstrahlmädchen in eine wunderschöne Sonnenfee.
Das Buch ist aufgeteilt in sieben Geschichten, Alinga geht mit ihrem neuen Freund Chero in den Wald und findet dort einen weiteren Freund: Oongoo, der Ohrenbaum. Zusammen entdecken sie das Regenbogenland, dort begegnet ihnen der Meister Pinselbogen, der ihnen ein kleines magisches Bild mit auf die Reise gibt. Sie treffen auf zappelige Zahlenzwerge, feiern ein Sommerfest mit den Sonnenblumen und trösten und helfen besorgten Regenwürmer.
Die Geschichten sollen dem Erzähler zum Mitdenken und auch Nachdenken anregen, dass was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können: ein Stück Wärme in dieser doch teilweise sehr kalten sozialen Umwelt. Alinga hat wärmende Worte für all ihre Freunde, singt ihnen wunderbare Weisen, Reime und hilft, wo immer sie kann. Denn das Buch hat eine Botschaft: Wenn man wirklich an seine Wünsche und Träume glaubt, können sie in Erfüllung gehen.

Wie bin ich zum Kinderbuch schreiben gekommen? Vor einigen Jahren merkte ich, dass ich endlich etwas mehr für mich zu tun. Ich habe all die vergangenen Jahrzehnte das Lesen von Büchern nicht aus den Augen verloren, nein es war und ist noch immer ein großes Hobby von mir. Es war mein größter Berufswunsch gewesen in einer Buchhandlung zu arbeiten oder ähnliches zu tun. Aber Ende der 1960er Jahre und die privaten Umstände brachten mich auf einen anderen Weg.
Auslöser und ein bisschen Ideengeber war eine junge Kollegin, die uns mitteilte, sie würde ein Jahr „Auszeit“ nehmen und nach Australien gehen. Allein das Wort „Australien“, verursachte einen Ruck durch meinen Geist, der sich wie eine „Explosion“ anfühlte. Während meiner Heimfahrt im Frühling vor zwei Jahren hatte ich das Gefühl, als ob die Sonnenstrahlen mich neckten und mir etwas sagen wollten. Da war die Idee geboren für den Namen und praktisch das Gerüst der Geschichte. So hielt ich unterwegs an, holte Kugelschreiber und Notizblock raus und schrieb alles auf. Ja, das war der Anfang zu „Alinga, die kleine Sonnenfee“, ein Märchenbuch für Mädchen.

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Jana: „Alinga, die kleine Sonnenfee“ ist mittlerweile im Persimplex Verlag in Wismar erschienen. Du hast mir erzählt, dass du viele Absagen von Verlagen bekommen hast. Wie viele hast du ungefähr angefragt und wie bist du auf diesen Verlag gekommen?
Es waren ca. acht oder neun Verlage, denen ich das Manuskript angeboten hatte. Natürlich hatte ich mir vorher im Internet die Adressen von den Verlagen herausgesucht, habe geschaut ob die Geschichte in deren Konzept passen könnte. Es gibt eine Webseite, auf der alle Verlage aufgelistet sind. So fand ich den Persimplex Verlag in Wismar, dem ich dann mein Manuskript angeboten hatte.
Die erste Verlags-Absage kam, da hatte ich das Manuskript gerade mal vor einer Woche herausgeschickt. Heute weiß ich, was alles falsch lief. Aber man lernt aus seinen Fehlern. Bei manchen Verlagen dauerte es doch bis zu drei Monate und noch länger, ehe die Absagen kamen.

Wie haben deine Freunde und Familie auf deine neue Leidenschaft, ein Kinderbuch zu schreiben, reagiert?
In der Anfangsphase wusste nur meine Familie davon. Meine Mädchen erinnerten sich daran, dass ich ihnen schon in ihrer Kinderzeit gern Geschichten vorgelesen habe und daraus meine eigene Geschichte entwickelte. Ich könnte jetzt hier endlos weiter schreiben. Ich denke, das schon damals ein ein Grundstein für die jetzige Zeit gesetzt worden ist.
Als ich die Geschichten fertig hatte, erzählte ich schließlich meiner Mutter davon und die war natürlich begeistert. In die Öffentlichkeit, sprich Freunde, bin ich erst gegangen, als es feststand, dass das Buch einen Platz gefunden hat.

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Jana: Du schreibst, das du heute weißt, was bei deiner Suche nach einem Verlag alles schief gelaufen ist. Was würdest du jemanden raten, wenn derjenige sein Manuskript einem Verlag anbieten möchte. Worauf sollte er achten, was könnten Fallstricke sein?
Heute weiß ich, dass der Kinderbuchmarkt ein schwieriges „Pflaster“ ist, um dort als neuer Autor Fuß zu fassen. Es gibt sehr viele ausländische Bücher, die inzwischen auf den deutschen Markt kommen. Die Verlage müssen auf ein bis zwei Jahre im Voraus planen. Ich habe viele Stunden damit verbracht, im Internet nachzulesen wie was gehandhabt wird. Man sollte vor allem wissen, was der Markt überhaupt will. Und ganz wichtig ist das Exposé. Es nützt nichts, ein Kapitel oder das ganze Manuskript zu schicken. Der Lektor liest den Kurzinhalt, das Exposé und entscheidet dann, ob das Manuskript tauglich ist. Das war für mich ein Grund, mir das Buch von Hans Peter Roentgen zuzulegen „Drei Seiten für ein Exposé“. Es ist wirklich sehr hilfreich. Außerdem gibt es den  Autor Andreas Eschbach, der auf seiner Internetseite hilfreiche Tipps gibt.
Für mich gilt: Wenn ich etwas schreibe, dann überlege ich sehr genau für wen ich es schreibe und ob es markttauglich ist. Daraus ergeben sich dann auch die Verlage, die für das Buch in Frage kommen könnten.

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Jana: Du hast ja auch einen Blog. Ich war letztens darauf ein wenig stöbern und habe festgestellt, dass er anders ist als andere Blogs, die ich kenne.
Welche Rolle spielt dein Blog für dein Kinderbuchprojekt? Hast du dein Blog extra dafür gegründet bzw. was bedeutet das bloggen allgemein für dich. Wie bist du auf den Namen Cuddlecorner gekommen und was bedeutet er?

Ich habe diesen WordPress-Blog im Oktober 2010 eröffnet. Hintergrund war, dass ich für mein Buch einen eigenen Blog brauchte. Wie ich schon erzählt habe, habe ich im letzten Jahr sehr viel Zeit damit verbracht mich in den Weiten des Internets schlau zu lesen. Und da stieß ich dann auf die Seite „Autoren im Web“. Um hier als Autorin vorgestellt zu werden, war eine Bedingung einen Blog zu haben. Sicherlich ist mein Blog etwas anders als vielleicht andere. Aber ich bin auch etwas anders, sagt man jedenfalls. Vielleicht liegt es an dem Berliner Blut in meinen Adern.
Wie auf dem Blog zu sehen ist, war ich 2010 in der Endausscheidung zur „Buxtehuder Märchenerzählerin“. Das war mir wichtig, auch dieses in den Blog mit einfließen zu lassen. Zum einen, weil ich das Märchen erzählen weiter verfolge, Lesungen in Kindergärten halte und vierteljährlich in einem sozialen Verein einen Nachmittag verbringe um Geschichten vorzutragen (wobei mir oft die Zeit fehlt, um den Blog zu aktualisieren). Und eben auch um mein „neues Kind“, das Kinderbuch im Netz zu publizieren.

Was bedeutet bloggen für mich? Es ist eine andere Art mich mit Menschen auszutauschen, mit ihnen zu kommunizieren, Interessen und Hobbys näher zu bringen. Zu wissen, was interessiert andere, interessieren sie sich auch für mich? Ich bewege mich schon seit über 10 Jahren intensiv im Netz, sei es durch Yahoo-Gruppen oder Mailinglists. Durch solche Gruppen habe ich gelernt mit Grafikprogrammen zu arbeiten, mein Auge für Dinge zu schärfen, die ich vorher nicht so wahrnahm. Es hatte viele Für und Wider, aber ich bereue keine Minute. Denn all dieses war vielleicht ausschlaggebend, an MICH zu denken. Ich kürze das jetzt einmal ab, es würde doch sehr langatmig werden.

Der Name „Cuddlecorner“ hat natürlich für mich eine Bedeutung. Durch meine deutsche Freundin, die seit über 30 Jahren in Kanada lebt, bin ich in einer Yahoogruppe gewesen, die eben „Cuddlecorner“ hieß und das heißt „Kuschelecke“ (nicht wörtlich übersetzt). Diese Gruppe hat sich leider im letzten Jahr aufgelöst. Hannahscuddlecorner – mein richtiger Vorname ist ja Hannelore und meine Mutter wollte, dass ich Hannah hieß, aber väterlicherseits war man dagegen. So habe ich eben diese Komponenten zusammengefügt, weil sie mir etwas bedeuten. Wenn man auf dem Blog verweilt, sollte man das Gefühl haben, sich zurückziehen zu können, wie wenn man sich in eine Ecke auf dem Sofa verkriecht, mit einem guten Buch usw. Auf dem Blog gibt es zusätzlich Hinweise zu zwei weiteren Blogs von mir, die mir ebenso viel bedeuten. Mir ist wichtig, dass ich die Blogs gern schreibe, das es vom Herzen kommt und wenn jemand ebenso daran Freude hat, tut mir auch das gut. Das ist mir ganz wichtig.

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Jana: Eine letzte Frage: Planst du schon ein neues Kinderbuch oder hast du ganz andere Pläne für die Zukunft?
Ja, ich denke schon, dass ich weitere Geschichten für „Alinga“ habe. Genug Notizen habe ich mir dafür schon gemacht. Das dann eine Geschichte Gestalt annimmt, das wird so wie beim ersten Mal ablaufen. Nämlich, dass wenn ich einmal am Schreiben bin, für jede Geschichte nur ein paar Tage brauche. Was danach kommt, das Probelesen und Ändern, das dauert meistens länger.
Als das erste Buch beim Verlag in der Überarbeitungsphase war, habe ich im Sommer 2009 ein anderes Werk angefangen und dann konsequent über ein halbes Jahr geschrieben. Man darf nicht vergessen, das ich Autorin nur in meiner Freizeit bin.
Das Buch geht in Richtung Fantasie, denn dieses Genre liebe ich. Das Manuskript hat die Winterpause 2009/2010 erst einmal in der Schublade überlebt. Im vergangenen Jahr war ich natürlich sehr beschäftigt, um mein Kinderbuch vorzustellen, fand aber doch immer wieder zwischendurch die Zeit weiter zu schreiben. Und dabei ist dann etwas heraus gekommen, was mich selbst überrascht hat. Wenn gewisse private Umstände einigermaßen normal laufen, kommt das letzte Manuskript in den nächsten Monaten zu einem Agenten. Denn den Weg, den ich damals mit dem Kinderbuch gegangen bin, werde ich nicht noch einmal gehen. Ich bin überzeugt, dass der neue Weg der Richtige ist.  Aber „Alinga“ wird auf jeden Fall weiter leben, denn es ist mein „erstes Kind“ (Buch).

Liebe Hanne, ich bedanke mich sehr für das spannende und informative Interview und vor allem für dein Durchhalten. Ich habe das Interview nämlich ganz anders geführt. Statt einem fertigen Fragenkatalog habe ich Hanne erst eine Frage geschickt. Die Antwort hat mich dann zu einer neuen Frage inspiriert. Das haben wir dann 5x gemacht, bis das Interview fertig war.

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Wer bis hier durch gehalten hat, für den habe ich noch eine ganz besondere Überraschung.

Hanne verlost für meine Leser zwei handsignierte Ausgaben von Alinga die kleine Sonnenfee.

Was müsst ihr dafür tun? Schreibt einfach auf eurem Blog, wem ihr das Buch schenken wollt, was Hanne als Signierung in das Buch schreiben soll und verlinkt auf Hanne ihren Blog http://hannahscuddlecorner.wordpress.com/traume-werden-wahr/alinga-die-kleine-sonnenfee. Hinterlasst bei mir einen Kommentar, sodass ich weiß, wer daran teilnimmt.

Alinga die kleine Sonnenfee
Hanne Kühlcke
Preis: 13,60 EUR
Gebundene Ausgabe: 46 Seiten
Verlag: Persimplex (PxV); Auflage: 1. (21. Juni 2010)
ISBN-13: 978-3942157025
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 – 7 Jahre

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Hallo, ich heiße Jana. Ich liebe das bloggen und die Fotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

9 Kommentare

  1. Pingback: Vorlesestoff

  2. na da bin ich doch mal dabei. Mal sehen ob Fortuna mir hold ist.
    Ein sehr interessantes Interview, auch wenn ich normalerweise am Bildschirm weniger sooo lange Texte lese ;-)

    LG
    Chris

  3. Ich glaube, ich habe auch noch nie ein so langes Interview am Bildschirm gelesen. Schöne Fragen, schöne Antworten, vielen Dank für’s Teilen!
    Kommt auch gerade richtig, weil ich in der Richtung gerade mal einen Tritt in den Hintern benötige!
    Und nun: Blog gucken…

    • Obwohl es nur 5 Fragen waren, ist es sehr lang geworden. Aber ich wollte es auch nicht teilen.
      Ich persönlich mache dass dann immer so, ich lese erst die Fragen/Zwischenüberschriften und die, die mir am interessantesten erscheinen, die lese ich komplett :-)

  4. Liebe Jana,
    ich hätte einen neuen (?) Beruf für Dich, Journalistin, falls Du dies nicht bist. Das Interview ist zwar recht lang für den Monitor, aber sehr aufschlussreich und könnte ebenso einer Zeitung angeboten werden, was ja auch zum Bekanntheitsgrad des Buches beitragen würde.
    Ich werde einen Link auf meinem Blog setzen, weil ich es einfach gut finde. Ich möchte aber NICHT an der Verlosung teilnehmen, da ich im Moment keine kleinen Kinder um mich herum habe und keiner Mama oder keinem Papa die Aussicht auf den Gewinn schmälern möchte.
    LG, Christiane

    • Vielen Dank für dein Kompliment. Hanne würde sich sicherlich sehr darüber freuen, wenn du den Link bei dir mit publizieren würdest.

  5. Hallo Jana – und an diejenigen, die bis jetzt einen Kommentar geschrieben haben.
    Ich habe eure wirklich tollen Kommentare gelesen und mein Dank geht noch einmal an dich Jana, für die Engelsgeduld mit mir. Aber es hat mir sehr viel Freude gemacht, dieses Interview zu führen. Es war anders und das war eben das Besondere daran. Zumal ich noch unendlich mich hätte austoben können in den Antworten *smile
    Ich weiß, das Interview ist sehr lang geworden, zwar nur wenige Fragen, aber …..
    Daher mein Dank wirklich an alle, die die Geduld zum Lesen aufbringen.
    In meinem kleinen „Östliche Weisheiten“-Buch steht geschrieben:
    Fürchte dich nicht, langsam zu gehen!
    Fürchte dich nur, stehen zu bleiben!
    (ein chinesisches Sprichwort)
    Mit diesem möchte ich den Kommentar beenden.
    (wird sonst zu lang)
    LG Hanne

  6. Hallo Jana,

    das ist eine wirklich schöne Idee. Und auch ich habe wahrscheinlich noch nie so ein langes Interview im Internet bis zum Ende gelesen. Aber es lohnt sich jedes einzelne Wort :-)

    Ich möchte gern an der Verlosung teilnehmen und habe auch soeben einen Beitrag gepostet.

    Liebe Hanne,
    ich wünsche Ihnen, dass das Buch viele Kinder mit seinen Sonnenstrahlen trifft und ihnen Licht in ihr Leben bringt.
    Alles Gute auch für die hoffentlich noch zahlreich folgenden Buchprojekte,
    LG Janine

  7. Hallo Janine :-) danke für deinen wunderbaren Kommentar sowie die guten Wünsche. Von meinen Lesungen in Kindergärten u. a. höre ich, ach schade, ist es schon zu Ende. Ich denke und hoffe, dass in absehbarer Zeit die neuen Geschichten ihren Weg auf Papier finden.
    LG Hanne

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