Ich durfte letztens mal wieder testen. Ich hatte mich auf das Produkt sehr gefreut, weil es sehr viel versprechend aus sah. Das Design und die Aufmachung des Shops trugen nicht unwesentlich zu der positiven Grundstimmung dazu bei. Die Bestellung verlief einfach und prima und 2 Wochen später brachte es der Postbote schon vorbei.
Die erste Vorfreude wurde schon getrübt, weil eins der Produkte komplett zerbrochen war. Ok dachte ich, ist ja nicht weiter schlimm, das kann passieren. Ich weiß ja, wie der Versand oft mit den Paketen umgeht. Doch nachdem ich das Produkt getestet hatte, war ich gar nicht mehr so begeistert. Es entsprach so ganz und gar nicht den Versprechungen und der Präsentation auf dem Onlineshop.
Ich fing an zu grübeln. Was sollte ich tun? Einfach den Testbericht schreiben und sagen, das alles toll war? Oder sollte ich meine wirkliche Meinung schreiben? Nein, das geht auch nicht, weil man ja dem Shop nicht in Verruf bringen will. Ich entschied mich für eine persönliche e-mail und wies darauf hin, dass ich den Testbericht noch nicht veröffentlicht habe. Ich erklärte in der e-mail, warum mir das alles nicht gefällt und schloss meine Ausführungen mit dem Wunsch, ob wir nicht darüber sprechen wollen.
Das ganze ist nun 3 Wochen her. Ich habe bis heute keine Antwort auf meine e-mail bekommen. Mittlerweile habe ich gesehen, das andere Blogger das selbe Produkt getestet haben und diese Testberichte überschwänglich positiv waren. Von der Hersteller-Firma gab es zudem ganz tolle Dankesantworten. Ich bin enttäuscht. Zeigt es mir doch, das Kritik anscheinend nicht gewünscht ist.
Da ich immer nur positive Testberichte sehe, wollte ich nun mal in die Runde fragen, wie ihr mit Produkttestings umgeht, bei dem der Testbericht negativ ausfällt. Wie verhaltet ihr euch? Schreibt ihr trotzdem einen positiven Bericht? Oder anders gefragt, was habt ihr erlebt, wenn ihr einen negativen Testbericht geschrieben und u.U. veröffentlicht habt?

Ich finde, gerade jetzt ist es sogar deine Pflicht, ehrlich darüber zu berichten. Die haben sich deinem Test ausgesetzt, dann müssen sie auch mit ehrlichen Ergebnissen rechnen. Und grad, wenn andere die über den Klee loben…
Ich habe auch mal einen Test gemacht, wo ich z.T. gar nicht begeistert war. Das habe ich auch geschrieben. Von dem Tag an habe ich vom Anbieter keine einzige Antwort mehr erhalten. Aber das ist nicht mein Problem, wer nicht kritikfähig ist, sollte sowas einfach nicht machen. Hier mein Test: http://birgitengelhardt.de/blog/2009/12/test-druckstdu-de-plus-verlosung-von-12-mini-fotobuechern/
daran kann ich mich noch gut erinnern, denn ich hatte einen Gutschein von dir und das Büchlein und die Software waren eine kleine Katastrophe :-)
nein, wenn etwas nicht gut war, dann schreibe ich nicht, dass es doch gepasst hat. entweder ich schreibe nichts oder ich schreibe wie es war.
Ich fange in meinem Kunstblog ja damit erst an. Habe zwar schon etliche Anfragen von Firmen und ihren Shops, Software u.ä. bekommen, bin aber nicht ganz fertig mit meinen Auswertungen. Ich finde, wenn jemand schon an einen herantritt, kann/muss er auch damit rechnen, dass der Test eben nicht so positiv ausfällt.
Man (ich) kann das Ganze ja trotzdem weitgehend “human” verpacken; in meinem Fall mache ich das nach einem “Notenschema” mit den “Pro’s” und “Contra’s” – und wenn die Note halt nicht 1,0 ist, dann ist sie es halt nicht. Warum sollte man es dann nicht veröffentlichen?!
Wenn es ihnen dann ja nicht passen sollte, können sie dich ja immernoch bitten, es nicht zu veröffentlichen oder wieder rauszunehmen. Wenn sie gegen deine Veröffentlichung nichts sagen, dann käme mir das wie eine “stillschweigende Zustimmung” oder zumindest Toleranz vor …
Ich würde ganz ehrlich sein und die Wahrheit schreiben. Wenn Du die Möglichkeit zu einem Test bekommst, dann muss der Anbieter auch damit leben, dass er mal nicht gut ausfällt.
LG Alexander
Nein ich finde man sollte da schon ehrlich sein und bleiben. Einen gelogenen positiven Text bringt doch keinem was. Ich hatte bisher immer Glück mit den Firmen die etwas negative Kritik von mir ernteten. Es wurde meist sehr kulant gehandhabt und das macht aus einem negativen Testbericht vielleicht einen weiteren positiven Service-Testbericht.
In deinem Falle würde ich jetzt-erst-recht einen Testbericht schreiben – denn ihren Service müssen sie noch unbedingt verbessern :)
Ich sehe das genauso wie meine Vorredner auch. Gefällt mir ein Produkt nicht, so schreibe ich meine ehrliche Meinung dazu. Schließlich möchte ich meinem Leser ja die Kaufentscheidung erleichtern bzw. ihn dabei unterstützen. Würde ich ein Produkt, welches mir nicht gefällt loben, so verliere ich an Glaubwürdigkeit und das möchte ich nicht.
Wenn der Gegenpart mit einem negativen Ergebnis nicht klar kommt, so sollte er seine Strategie der Werbung überdenken. Ich weiße die Firmen immer daraufhin, dass ich meine ehrliche Meinung veröffentliche, auch wenn diese mal negativ ausfällt.
Bisher gab es noch keine Probleme, aber ich hatte bisher auch kein Produkt, welches mir nicht zugesagt bzw. meine Anforderungen nicht erfüllt hat. Solange man sachlich auf die Vor- und Nachteile hinweist, finde ich diese Testberichte in Ordnung.
Also, wenn ich mir persönlich einen Testbericht anschaue, dann möchte ich auch, das er ehrlich ist. Denn was nützt es mir, wenn ich als Kunde nur noch positive unehrliche Testergebnisse habe. Das ist bestimmt nicht Sinn und Zweck der Sache. Ich hatte bisher noch keinen Ärger bei negativen Berichten (in denen aber auch nicht alles negativ war) Es wurde bisher immer als Chance gesehen, etwas zu verbessern.
Ich habe aber auch Verständnis für Deine Gedankengänge, sie sind völlig berechtigt und ich hätte wahrscheinlich genauso gehandelt. Die Tatsache, dass Du aber nun keine Antwort erhalten hast, die würde mich jetzt dazu bewegen, den Negativ-Test zu veröffentlichen, denn die Chance es intern zu klären, hast Du ihnen gegeben und sie wurde nicht genutzt.
Grüsse, Simone
Hallo Jana
ich hab auch schon einiges testen dürfen und schreibe auch, wenn MIR etwas nicht zusagt. Ich glaube nicht, dass die Firmen Negativ-Kritik nicht mit einplanen, allerdings sollte diese konstruktiv gestaltet sein. Ich teste aktuell einen Kaffeevollautomaten und ich muss sagen, dass es einige Punkte gibt, die mir nicht zusagen. Das werde ich in meinem Bericht auch schreiben, aber ich hoffe schon, dass ich es so hinbekomme, dass ich der Firma damit nicht auf die Füsse trete bzw. das Produkt in Verruf bringe. Es ist und bleibt meine persönliche Meinung – jemand anders mag es ganz anders empfinden. Geschmäcker sind nun mal verschieden und so dürfen dann auch die Meinungen unterschiedlich ausfallen. Für mich ist immer nur wichtig: Der Ton macht die Musik – vor allem wenn man Kritik übt, sollte man dies bedenken.
Auf jeden Fall veröffentlichen. Kritik ist gewünscht, dann gibt es Kritik. Und wenn die nun mal negative ausfällt, dann ist das mit Grund so. Außerdem kann ja jeder lesen, warum der Bericht negative ausfällt und dann immer noch selber entscheiden, ob diese Punkte für ihn/sie wichtig sind, oder nicht. Außerdem hatte man nach Deiner E-Mail ausreichend Zeit, sich zu melden.
Also: raus damit.
Ich persönlich habe noch keine testberichte geschrieben, aber ich finde es sollte wahrheitsgemäß sein. ich meine du schreibst diese Testberichte ja eigentlich nicht für die Firma sondern für die User und Leser deines Blogs und denen willst du sicherlich nichts empfehlen, was dir nicht gefällt. nachher kaufen sich feunde auf grund dieses eintrags das gerät und ärgern sich. also ehr wie bea sagt, die richtigen worte finden.
Ich finde, deine Meinung zählt. Gerade bei solchen Produkttestings ist es erwünscht, auch mal negative Dinge zu belichten, zu hinterfragen.
Ich habe bei trnd auch etliche Produkte getestet und war bisher immer ehrlich und habe denen auch mitgeteilt, wenn was nicht in Ordnung war. Meistens hab ich von denen auch Rückinfo erhalten und es wurde hinterfragt, wieso und weshalb und was man besser machen könnte.
Bei TRND mache ich schon seit einem Jahr nicht mehr mit, weil mich die vielen Umfragebögen, die immer gleich waren zu einem Projekt, wahnsinnig gemacht haben. Gerade bei TRND haben sich die positiven Kommentare doch sehr gehäuft, wo ich mich manchmal gefragt habe, ob die das ehrlich meinen. Zumal ich das Gefühl hatte, um so positiver man eine Kampagne bewertet hat, um so mehr Kampagnen durfte man mitmachen. Schwieriges Thema TRND….
Irgendwie hatte ich ebenso den Eindruck. Denn schon seit einer Weile werde ich gar nicht mehr gefragt :) Das könnte natürlich auch daran liegen, das ich meine ehrliche Meinung kundgetan habe.. merkwürdiges System.. aber wofür dann jemanden testen lassen, wenn man eh nur positives Feedback wünscht? Seltsame Welt..
…also ich habe noch nie bei solchen Tests teilgenommen und folglich auch keine Berichte geschrieben, sehr wohl habe ich aber Test- und ERfahrungsberichte gelesen, bevor ich mir etwas gekauft habe.
Und ich erwarte da eigentlich schon, dass die Testberichte ehrlich geschrieben werden. Dann hat die Firma auch noch die Möglichkeit, etwas am Produkt zu verbessern -was sonst soll auch der Grund für solche Aktionen sein? Es wirft auch kein besseres Licht auf den Hersteller, wenn ich mir was kaufe, weil es gute Berichte hat und dann merke, dass das so nicht stimmen kann und vermute, die Berichte sind nicht echt oder gekauft -dann kaufe ich da auch nicht mehr ein.
Ich möchte dich ermuntern, durchaus auch einen kritischen Testbericht zu schreiben -im Interesse der Käufer.
LG von Birgitt
@alle: viele Dank für eure Antworten. Ich sehe, ihr seid euch alle relativ einig. Ob ich den Testbericht noch veröffentliche, da bin ich mir nicht so sicher. Ich hadere mit mir, weil nämlich meine Kritikpunkte in den anderen Berichten genau anders gesehen wurden. Es ist also eine subjektive Meinung von mir und meinem GG, der mitgetestet hat.
Aber für die Zukunft bin ich mir sicherer, wenn ich teste und es ist nicht so toll, das die Firmen mit Kritik auch rechnen müssen.
Liebe Jana,
Produktteste sind immer subjektiv, denn nicht nur wie du menschlich darüber berichtest, arbeiten auf der anderen Seite Menschen die nicht immer die gleiche Leistung bringen können – auch wenn der Hang zum Perfektionismus der Geschäftsleitung das vermutlich anders sehen mag.
Du testest Produkte, bei dir ist es doof gelaufen – dann schreib es so, denn man liest nicht ein Produkttest, sondern mehrere und ganz ehrlich – wenn ein Unternehmen es schaffen würde – ALLE Kunden zufrieden zu stellen, immer alles richtig zu machen dann würde ich auch zweifeln ;).
Ich betreibe ja selber einen kleinen Versandhandel und bin immer froh, wenn die Kunden mich anrufen, mir Tipps und Tricks geben wie ich irgendetwas verbessern kann, wenn ein Blogbeitrag nun dem Unternehmen und den pot. Käufern weiterhelfen kann – gute Sache.
Du spielst hier mit deiner Glaubwürdigkeit, vergiss das nicht, so eine selbstgeschaffene Onlinereputation setzt man wegen sowas doch nicht aufs Spiel.
Klingt alles härter als eigentlich gemeint, du kannst hier natürlich schreiben / tun oder lassen was du willst, es ist dein Blog – aber du hast ja nach einer Meinung gefragt ;)
Liebe Grüße,
Jens
Puh. Ganz schweres Thema. Wie Jens geschrieben hat: Es geht – zumindest: auch – um subjektive Einschätzungen.
Andererseits meine ich, dass es auch um eine philosophische Frage geht: Ich habe mich z.B. entschieden, über “negative Produkte” in aller Regel nicht zu berichten (es sei denn, ich habe mich wirklich masslos geärgert).
Bei einem Vergleichstest ist es schon haariger, denn wird sich in aller Regel eine Abstufung ergeben.
Wünsche Dir Weisheit, bei der Findung Deiner persönlichen Antwort und bin gespannt :)
Viele Grüsse vom Polarkreis
Henning
Tja – das ist ja leider oft so, dass eigentlich ga nicht nach der Meinung gesucht wird sondern nur Werbung in den Blogs gemacht werden soll – die Wahrheit will selten einer hören !
GLG Manu
Hallo Jana!
Ich finde das auch schwierig, es soll ja immer für alle die vielgelobte Winwin Situation eintreten. Ich bin auch immer mit viel Idealismus an meine Produkttests gegangen, hatte bisher aber immer das Glück, auch positive Dinge benennen zu können. Hat mir was nicht gefallen, hab ich das auch so geschrieben. Test ist Test. Man muss das ja nicht ausschmücken mit Vokabular, sondern eben ganz sachlich schreiben, was nicht so toll war.
Ansonsten sehe ich auch den Sinn der Tests in Frage gestellt. Versuche doch einfach noch mal eine Kontaktanfrage, wenn die Firma halbwegs seriös ist, sollte das eigentlich kein Problem sein. LG Kaddi
Was ist so schlimm dabei, Deine persönliche Meinung zu einem Produkt zu schreiben. Du hast ihnen die Möglichkeit zu Reaktion gegeben und sie haben sie nicht genutzt. Bei Deinen anderen Tests hast Du doch auch Kritikpunkte angebracht. Du musst das Produkt ja nicht in Grund und Boden schreiben.
in Grund und Boden hätte ich es nicht geschrieben, trotzdem wäre es nicht positiv gewesen…. bei den anderen Test gab es ja auch immer etwas was mir gefallen hat, hier hat mir außer an dem Shop und dem Design nichts an dem Produkt gefallen…
Ich schreibe meine Testberichte immer so wie ich die Produkte empfinde. Natürlich freundlich logisch aber wenn was schlecht ist, dann schreib ich das.
Von den Anbietern selber hatte ich durchweg (zu 95%) nur positive Reaktionen darauf. Nur einmal sind mir die User einer Community Sturm gelaufen und begannen mich vollzuspammen, zu beleidigen, meine Fotos mitzunehmen und zu verunstalten und über mich abzulästern….
Wen ich lese solche Testberichte hoffe ich immer auf die Ehrlichkeit des Schreibers . Es hilf keinen eine verschönte Test zu schreiben wen das nicht aufrichtig geschieht .
Schwierige Sache, ich hatte bisher nur ein Testprodukt, mit dessen Herstellung ich nicht zufrieden war, habe die Firma angeschrieben, denen war der Mangel allerdings egal (unsauberer Schnitt beim Acryl-Foto), also habe ich dies auch im Bericht so geschrieben. Wenn allerdings mit zahlenden Kunden auch so umgegangen wird, ist das schon der Hammer, aber davon muss ich mal ausgehen.
Im Moment warte ich auch auch Rückantwort einer Firma, da ein Produkt ohne weitere Begründung von der Bestellung storniert wurde.
LG, Coco
Auf der einen Seite ist man/frau natürlich gehalten, ein Produkt wohlwollend zu rezensieren. Wenn man allerdings tatsächlich nicht zufireden ist, dann sollte man dem – in angemessener Wortwahl – natürlich auch Ausdruck verleihen. Dazu wurde man schließlich beauftragt – zumindestens in den meisten Fällen handelt es sich ja faktisch um Produktrezensionen, nicht um Advertorials (also reine Werbung). Außerdem hat man ja auch noch eine Verpflichtung ggü. seinen Lesern, denke ich.
LG, Neri