Adventskalender #21

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Heute möchte ich euch Magrat vorstellen.

Stelle Dich meinen Lesern vor: Wer Du bist, was Du machst und wie Du auf die Idee gekommen bist, einen Blog zu schreiben?
In meinem Blog heiße ich Magrat, nach Magrat Knoblauch, einer Hexe aus den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett. Ich bin Fachinformatikerin für Systemintegration. Klingt komisch, ist aber so. Außerdem wäre ich fast Physiotherapeutin geworden, nachdem ich fast Hotelfachfrau geworden wäre. Und ich habe einen ganzen Tag Biologie studiert. Der Blog … war eines Tages da. Ich dachte, ich probier’ das mal. Heute – fast zwei Jahre und 700 Artikel später – freue ich mich, dass ich durchgehalten habe.

Worum geht es in deinem Blog? Hast du ein spezielles Thema?
Das spezielle Thema, um das es in meinem Blog geht, ist angelehnt an die Beschriftung meiner Musik-Kassetten, damals, vor 25 Jahren . Es lautet: “Alles Mögliche”. In diesem Falle beinhaltet das den Familien-Wahnsinn, den Alltag, Träume, Aquaristik, Stricken, Malen, Antimaterie, Bücher… Ab und zu gibt es auch mal einen “selbst gedrehten” Film, aber … Filmen ist nicht so meins. Das sind mehr so “bewegte Schnappschüsse mit Ton”:

Magrat auf youtube

In der letzten Zeit aber hat sich der Themenschwerpunkt in Richtung “Photographie” verschoben.

Verbindest du mit dem bloggen auch schlechte Erfahrungen?
Ja. Aber eigentlich nur eine, dabei handelte es sich um Fotos. Und bei dieser Sache erfuhr ich ganz viel Zuspruch, liebe Kommentare und Mails von anderen Bloggern, das war eine sehr schöne Erfahrung. Die Angelegenheit ist nun auch geklärt.

Was bedeutet Bloggen für dich – Sucht, Passion, Zeitvertreib, Spaß?
Sucht, Passion, Zeitvertreib, Spaß. In dieser Reihenfolge. Außerdem aber auch: Stress, Aufregung, Termindruck.

Was ist das Verrückteste, über das du geschrieben hast?
Ich habe noch nie etwas Verrücktes geschrieben. Muhahaha!!!
Außer vielleicht… aber das war ja nicht wirklich verrückt, das beruht ja auf Tatsachen, auf harten Fakten! Ach, entscheidet selbst: Die Feder-Hand

Hast du viel Austausch mit anderen Bloggern? Wie wichtig ist dir die Kommunikation mit “Gleichgesinnten”?
Ja. Nein. Wichtig. Also es ist ja bekanntlich alles relativ. Ich habe sicher vergleichsweise wenig Austausch mit anderen Bloggern, aber ich persönlich finde es viel, manchmal schon zu viel. Man kann aber ruhig sagen, daß diese Kontakte den weitaus größten Teil aller meiner Kontakte darstellen – außer zu meiner eigenen Familie, sprich Mann und Rüben, versteht sich.
Und das ist auch gut so.
Die Kommunikation mit “Gleichgesinnten”, ob jetzt zu Themen über Familie oder diverse Probleme, Krankheiten oder eben auch Hobbys ist mir aber schon recht wichtig. Es ist gut zu wissen, sich Rat holen zu können oder auch zu geben, und ich habe unheimlich tolle, nette, besondere, interessante Leute über das Bloggen kennengelernt, wenn auch nicht von Angesicht zu Angesicht. Direkten Kontakt fände ich auch eher problematisch, im Web kann ich mich einfach mal ausklinken, wenn es mir zu viel wird, das geht “im anderen real life” meistens nicht.

Welche Relevanz haben soziale Netzwerke für dich?
Das ist so: ich bin schon lange bei Twitter und Facebook angemeldet. Facebook war mir anfangs zu nebulös, doch seit ich mich ein wenig damit befasst und meine eigene Fan-Page erstellt habe, nutze ich es sehr viel und täglich und auch gerne und immer öfter auch, wenn ich unterwegs bin.
Twitter ist … Twitter. Hier beschränke ich mich fast ausschließlich auf das automatische Posten neuer Artikel oder Bilder. Und für das Schnell-mal-wichtige-Links verschicken, per Direktnachricht an meinen Mann.

Wo siehst du Deinen kreativen Schwerpunkt: Bloggen, Fotografie, Design?
Das ist wohl in erster Linie die Fotografie. Design eigentlich gar nicht, da bin ich völlig untalentiert. Beim Bloggen werde ich natürlich auch kreativ, dann entstehen zum Beispiel wilde Gedichte wie dieses: Dunkelgrau


Was ist dein Lieblingsbuch? Oder hast du schon einmal ein Buch geschrieben?

DAS Lieblingsbuch gibt es bei mir nicht. Aber es gibt ganz viele tolle Bücher, die ich dann meist auch mehrmals lese. Dazu gehören natürlich die Scheibenwelt-Romane:

“Und dann der Zwischenfall mit der Krone.

[...]

Normalerweise waren damit keine Probleme verbunden: Selbst durch generationenlange Inzucht hervorgegangene Könige schafften es spätestens beim zweiten Versuch, die richtige Stelle für die Krone zu finden. Doch in diesem Fall erfuhr das Ritual eine nicht im Buch beschriebene Erweiterung. Diesen Eindruck gewann zumindest Ponder Stibbons.

Als Verence Anstalten machte, Magrat die Krone aufs Haupt zu setzen, zögerte er kurz und sah durch den großen Saal zur alten Hexe. Fast alle Anwesenden folgten seinem Blick, auch die Braut.

Die alte Hexe deutete ein Nicken an.

Magrat wurde gekrönt.

Fiedelbumm trallala.”
(aus “Lords und Ladies” von Terry Pratchett)

Ich würde gerne einmal selbst ein Buch schreiben… vielleicht irgendwann einmal, wer weiß?

Hast neben dem bloggen noch andere ausgefallene Hobbys?
Als “ausgefallen” könnte man vielleicht die Lomographie bezeichnen. Die habe ich vor ziemlich genau einem Jahr für mich entdeckt und ich blogge ja auch regelmäßig darüber. Man muss sich das so vorstellen: Alle paar Tage sieht man mich mit einer kleinen analogen Plastik-Kamera um den Hals draußen herumlaufen. Daran steckt eine Plastik-Linse, die alle “Abbildungsfehler” auf den Film zaubert, die man sich nur vorstellen kann, nur noch viel schlimmer. Aber je stärker die Vignettierung (die dunklen Ecken eines Fotos), die chromatischen Aberrationen (Farbränder), die Unschärfe… desto besser. Man weiß auch nie so richtig, was überhaupt auf dem Foto landen wird, es ist also immer sehr spannend. Der vollgeknipste Film kommt dann zum Entwickeln und danach scanne ich zu hause die Negative, heraus kommen Bilder wie dieses hier, aufgenommen mit einer Fisheye-Linse in meiner Heimatstadt:

Ab und zu zeichne ich auch. Aber im Moment bin ich zu sehr mit meinen Fotos beschäftigt, deshalb komme ich nicht wirklich dazu. Das ärgert mich manchmal, weil ich merke, wie sehr man aus der Übung kommt, wenn man lange Zeit keinen “richtigen” Stift mehr in der Hand hatte.

Dann kritzel ich ein bisschen und zeichne Figuren aus Büchern ab, diese beiden Hummel-Kinder zum Beispiel:

Welchen Stellenwert nimmt Fotografieren in deinem Leben ein?
Ach, keinen besonders großen….
Hihi… nee, war Quatsch. Ich bin völlig besessen. Allerdings wünsche ich mir manchmal, das alles richtig gelernt / studiert zu haben. Naja… vielleicht beim nächsten Mal.

Kannst du über spannende Foto-Projekte berichten?
Ich bin aktuell nur bei einem Foto-Projekt dabei, nämlich bei “Projekt Zwölf 2010”. Für andere Projekte fehlt mir die Zeit. Glaube ich.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Meine erste Kamera war eine Beirette, die bekam ich als Kind zum Geburtstag oder Weihnachten oder so. Seitdem habe ich immer gerne geknipst. Als unsere Tochter auf die Welt kam, kaufte ich mir meine erste Spiegelreflexkamera, damals noch analog. Schon damals hatte ich mir ein Buch dazu gekauft und wollte lernen, wie man “richtig” fotografiert. Leider blieb ich aus Gründen nicht dran. Erst vor zwei Jahren kauften wir uns eine digitale Spiegelreflexkamera und wieder ein passendes Buch dazu und seitdem… lerne ich praktisch täglich etwas Neues dazu.

Welchen Tipp oder Ratschlag würdest du einem Fotografie-Einsteiger mit auf den Weg geben?
“Vergiß die Motivprogramme an deiner Kamera. Lerne das ganze Blenden-Belichtungs-Bla, damit du weißt, warum deine Kamera so komische Bilder macht. Wähle danach die richtigen Parameter (mit anderen Worten probiere alle aus) und knipse nochmmal. Und nochmal. Und nochmal.”
Ich mache das immer noch so… ;)

Die Hobbyfotografie zu deinem Beruf machen. Dein Traum?
Ein klares Jein. Es wäre natürlich glatt gelogen, wenn ich sagen würde, mir würde es nicht gefallen, wenn jemand käme, der begeistert sagt: “Magrat, deine Bilder sind einzigartig, nie zuvor sah ich Schöneres, ich möchte sie alle für viel Geld kaufen!” Das wäre schon irgendwie toll.
Für kleine Projekte zu fotografieren (und dann tatsächlich auch einmal Geld dafür bekommen), könnte ich mir natürlich durchaus vorstellen, das wäre prima.
Aber ich könnte nicht immer nur Auftragsarbeiten machen. Ich muss “sehen”, was ich fotografiere, muss das selbst entdecken und dann völlig “da” sein… oder “hin und weg”, je nachdem.

Was inspiriert dich fotografisch?
Eine besondere Textur. Eine aufregende Perspektive. Symmetrie. Licht und Schatten. Reflexionen. Linien. Wolken.

Was machst du, wenn du mal in einem fotografischen “Kreativloch” steckst?
Ich fotografiere mal ein paar Tage gar nichts. Oder montiere eine meiner Plastiklinsen an meine DSLR, die Effekte hauen mich fast immer um, dann kommt der Spaß von alleine und oft tolle Bilder dabei raus: Meine Baumzaubertraum-Bilder

Gab es schon einmal den Punkt an dem du am Liebsten aufgehört hättest zu fotografieren?
Manchmal ist man mit allem unzufrieden. Dann findet man die eigene Kamera blöd, möchte lieber eine größere, bessere, teurere. Und dies Objektiv und jenes Zubehör. Natürlich geht das nicht. Oder man findet seine eigenen Bilder nicht mehr gut.
Aber solche Phasen dauern nicht lang, glücklicherweise. Danach wird weitergeknipst.

Bearbeitest du deine Fotos und wenn ja, wie weit gehst? Welche Techniken verwendest du?
Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich meine Fotos überhaupt nicht bearbeitet. Da habe ich es nicht einmal über’s Herz gebracht, sie auszurichten, wenn sie schief waren, dabei stört mich das sehr. Als mir aber bewußt wurde, daß meine Originaldateien ja erhalten bleiben, fing ich vorsichtig an zu experimentieren. Mittlerweile bearbeite ich alle meine Bilder, schon allein, weil sie ja als RAW-Dateien vorliegen und die JPEGs, die beispielsweise Picasa automatisch daraus errechnet, können mich qualitativ nicht überzeugen.
Je nachdem, was ich mit einem Foto vorhabe, belasse ich es bei Rauschreduzierung, Schärfen, Kontrasterhöhung oder aber es gibt das volle Programm und ich tobe mich richtig aus. Dann kann alles Mögliche draus werden.

Vollende diesen Satz: Weihnachten…
…mag ich: es ist gemütlich, vorausgesetzt, man erspart sich den Einkaufsstress, indem man alles online bestellt und reduziert die Besuche von oder bei Verwandten auf ein absolutes Minimum.

Was ist deine Lieblings-Weihnachtsgeschichte?
Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte. (Gibt es noch eine andere? ;) )

Ist eure Wohnung/Haus weihnachtlich geschmückt? Hast du einen Basteltipp?
Ja, es wird auch geschmückt, aber nur ein wenig. Unsere Wohnung ist zu klein /zu bunt /zu chaotisch, da fällt Weihnachtsdeko kaum auf. Ich und basteln? Nein, lieber nicht… es soll doch schön aussehen.

Heiligabend: Lieber Tradition oder modern?
Seit zwei Jahren laden wir immer die Großeltern ein und es gibt “die Todsünde unter den Heiligabend-Abendessen”: Wiener Würstchen und Kartoffelsalat. Einfach, weil es schneller geht und unproblematisch zuzubereiten ist. Naja, ich glaub, die meisten machen das, ich finde es aber blöd. Es gibt natürlich einen echten Weihnachtsbaum und sobald es dunkel geworden ist, findet die Bescherung statt.

In diesem Sinne…
Ein Weihnachtslied zum Schluss…

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Autor: Jana

Hallo, ich heiße Jana. Ich liebe das bloggen und die Fotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

4 Kommentare

  1. Ach schön! Wieder ein Blog, den ich schon kenne und mag! Und trotzdem noch was Neues erfahren! Klasse – dieser Adventskalender ist wirklich ein Schätzchen, das Du da zusammengestellt hast, liebe Jana!

  2. Ui, *vor Respekt und Ehrfurcht unter den Tisch fall* ;-) … Nein, ehrlich, über deinen Beruf hab ich mir nie Gedanken gemacht, liebe Magrat, aber Fachinformatikerin…. finde ich doll! Ich finde, zu dir hätte auch was soziales- kommunikatives gepasst! ;-) Hab jedenfalls wieder neues erfahren und stimme dir auch zu, was das Verlassen der Blogger-Ebene ins reale Leben betrifft, da bin ich auch seeeehhhr zurückhaltend und gerade aktuell denke ich, dass das auch besser (für mich) ist. Schönes Interview.
    Und liebe Jana, eine Wahnsinnsarbeit für einen so tollen Kalender! Schläfst du eigentlich nie?? ;-)

  3. Pingback: Sicht-Weise

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