Ein wunderschönes Herbstwochenende liegt hinter uns. Strahlender Sonnenschein tagsüber, nachts sternenklar mit Vollmond. Gestern waren wir auf dem monatlichen Bauernmarkt im Nachbarort, bei dem nicht nur Schafe geschoren und Wolle verkauft wurde, sondern auch Kürbisse für das Kürbisfest mit Laternenumzug ausgehöhlt und geschnitzt wurden. Abends gab es leckere Kürbissuppe und wir haben den Laternenumzug mit selbst gebastelter Laterne besucht.
Heute war ich mit Sohn im Park und haben Material für unseren Herbsttischschmuck gesammelt. Und weil es schon Ende Oktober ist, habe ich 3 große leckere Stollen mit Marzipan gebacken. Diese müssen nun bis zum 1. Advent im kühlen Raum ruhen. So verlangt es das alte Familienrezept. Früher hat meine Oma den fertigen, schweren Stollenteig zum Bäcker mit dem Handkarren geschoben. Man gut, das wir heute gute Herde besitzen, die den Stollenteig wunderbar backen. Im letzten Jahr war meine Stolle sehr trocken geworden. Das lag daran, dass ich ihn nicht nach dem Backen mit zerlassener Butter bestrichen habe. In diesem Jahr habe ich es gemacht und hoffe nun, dass sie so lecker wie in meiner Kindheit wird. Nur eins habe ich am Rezept geändert. Ich habe die Hälfte des Zuckers weggelassen und stattdessen Marzipan mit Rosenwasser eingerollt. Vorkriegssstolle ist ganz schön süß und mächtig.
Besonders stolz war ich auf meinen Hefeteig. Der ist so gut aufgegangen, dass er das Handtuch hochgehoben hat.
Hier das Rezept für Stollenliebhaber/innen (3-4 Stück):
Zutaten
2,5kg Mehl
2 Würfel frische Hefe
3/4l Milch
250g Zucker (im Original 500g)
4 Päckchen Vanillezucker (am besten den mit echter Vanille)
2-3 abgeriebene Bio-Zitronen
35g Salz
200g Schweineschmalz
1kg Margarine
1 Stück Butter
2 Becher Zitronat
2 Becher Orangeat
2 Fläschen Bittermandelöl
500g gemahlene Mandeln
1kg Sultaninen
1kg Korinthen
3 Packungen Marzipan
Rosenwasser
Rum
StaubzuckerAnleitung
Einen Abend vorher alle Zutaten warm stellen. Die Sultaninen und Korinthen mit Rum übergießen und über Nacht einweichen lassen. Am nächsten Morgen müsste der Rum aufgesogen sein und die Rosinen gequollen.Am nächsten Tag den Hefeteig ansetzen, sprich die Hefe in der warmem Milch auflösen und in eine Vertiefung im Mehl leicht mit den Fingern einrühren. Zu dem Mehl füge ich noch den Zucker, den Vanillezucker und das Salz hinzu. Den Hefeteig 1-2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Anschließend zu einem Vorteig verarbeiten. Nach und nach die Margarine, das Schmalz, die Mandeln, das Bittermandelaroma usw. hinzufügen. Wieder alles vermengen und den Teig schön kneten. Ganz zum Schluss die Rum-Rosinen und das Zitronat/Orangeat hinzufügen und alles vermengen. Wieder den Teig 1-2 Stunden ruhen lassen.
Nach der Ruhezeit den Teig nochmals kneten, gleichgroße Stücke abtrennen und zu einem platten Teig aufrollen. Zwischendurch das Marzipan mit Rosenwasser vermengen und zu einer Rolle formen. Die Marzipanrolle auf den Stollenteig legen und den Teig umklappen. Mit den Händen zu einer Brot-ähnlichen Form formen und mit dem Handrücken eine Vertiefung einfügen.
Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und die Stolle ca. 60 Minuten packen.
Ist die Stolle fertig gebacken muss der Teig auskühlen. Erst jetzt die Butter zerlassen und mit einem Pinsel auf die Stolle mit einem Pinsel streichen. Anschließend den Puderzucker durch ein Sieb auf die Stolle streichen, sodass sie leicht bedeckt ist.
Die fertige Stolle nun in Folie einpacken und in einen kühlen Raum stellen. Sie muss mindestens eine Woche ruhen, besser aber 4-5 Wochen.
Und jetzt, wo ich das Rezept mühevoll aufgeschrieben habe, kann ich es gleich für Terragina Blogparade: Weihnachtliche Back-Geheimnisse einreichen.












oooh schön! ich wollte auch herbstfotos machen dieses wochenende, leider war das licht nicht grade sehr vorteilhaft und deswegen konnte ich nicht ganz das umsetzen, was ich gehofft hab..
besonders mag ich das aus der froschperspektive durch den baum in den himmel und die vielen blätter am boden!
mit dem Weitwinkel habe ich auf einmal ganz andere Möglichkeiten, die beiden von dir erwähnten Fotos gehören dazu. Das macht richtig viel Spaß!
Die Stollerei liest sich ja sehr schmackhaft!
Da bekommt man ja richtig Lust drauf! :-)
Ich mag die Stollen, die man so kaufen kann meistens nicht so sehr. Da können nur ganz wenige mit den echten Familienrezepten mithalten.
Leider ist das bei uns mit meiner Mutter im wahrsten Sinn des Wortes vor Jahren schon gestorben.
(Ich komm dann man in vier Wochen mal vorbei! — Nee, war nur Spaß! ;-) )
Danke, Jana! Ich glaube aber, wir nehmen doch den für 2,99 von Lidl *lach*
Dein Stollenrezept klingt wirklich sehr lecker.
Aber bist Du sicher, dass er direkt nach dem Backen gebuttert wird?
In meiner Familie wir der Stollen erst gebuttert und gezuckert, wenn er gegessen werden soll. Die Butter, die auf dem Stollen bleibt (also nicht einzieht), könnte sonst ranzig werden.
Bisher habe ich mich noch nicht wieder ans Stollenbacken getraut. Zumal wir immer einen ganz leckeren von der Stiefschwester des Försters bekommen und soooo viel Stollen hier auch nicht gegessen wird.
Bei mir ist die Butter eingezogen. Ich habe aber auch nicht soviel verwendet, das sie oben liegen geblieben ist, weil die Stolle an sich gesättigt war. Aber bei uns wurde immer gleich gebuttert, das ranzig werden kenne ich nicht bzw. müssten die guten Stollen vom Bäcker ja auch ranzig werden, denn ich habe noch nie gehört, das man das vor dem Essen macht.
das macht weitwinkel? herrje. dann muss ich mir irgendwann auch noch so ein teil anschaffen /= mein armes börserl!
ps: was ist denn das für ein weitwinkelobjektiv was du da hast?
jetzt war ich von deiner Antwort ganz irritiert, da du doch auch bei meinem Artikel zum neuen Weitwinkel auch kommentiert hast…
Wow, was für ein Wetter, bei uns hat es das ganze Wochenende geregnet :( Schöne Herbstimpressionen hast du eingefangen!
Hier bei uns war´s gar nicht schön – umso toller, Deine superschönen Bilder zu betrachten.
Dein Stollenrezept liest sich prima und ich möchte mich herzlich bei Dir für`s Mitmachen bedanken!
Viele liebe Grüße von Kerstin
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