Urlaubsvertretung Tag 3
Einmal quer durch mein Bücherregal
ein Gastartikel von Antje
Damit während Janas Urlaub auf ihrem Blog keine Langeweile aufkommt, ist es heute meine Aufgabe Bücher vorzustellen. Ich habe mich dabei ganz bewusst nicht auf Janas Lieblingsgenre eingelassen, sondern versucht, Alternativen aufzuzeigen. Ich selbst hab mich lange, lange Zeit auf nur wenige Genres beschränkt und dabei unglaublich viel verpasst. Darum möchte ich euch nun mitnehmen auf eine kleine Reise durch mein bescheidenes Bücherregal und euch Bücher aus den unterschiedlichsten Bereichen vorstellen. Es sind zu einem Bücher, von denen wohl schon jeder einmal etwas gehört hat oder man zumindest die Verfilmung kennt. Es sind aber auch Bücher, die eher unbekannt sind und auf die ich hier aufmerksam machen möchte.
Wenn ihr eines der Bücher schon einmal gelesen habt, schreibt mir – und vor allem Jana – doch eure Meinung. Ich kenne die Bücher schließlich schon, Jana muss noch überzeugt werden.
Waris Dirie: Wüstenblume
Inhalt: Vom Nomadenleben in der somalischen Wüsten zum angesagten Topmodel – ein Traum. Doch zugleich ein Alptraum für Waris Dirie, denn sie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten. Nach ihrer Flucht aus Afrika wird sie in Amerika als Model entdeckt und spricht dort öffentlich über die Beschneidung, die immer noch unzähligen Mädchen auf der ganzen Welt angetan wird.
Meine Meinung: Ich bin auf das Buch durch die Verfilmung aufmerksam geworden, die letztes Jahr im Kino anlief. Ich hab zunächst den Film gesehen und war tief beeindruckt und zugleich vollkommen schockiert. Zu Weihnachten habe ich mir dann das Buch schenken lassen und noch einmal einen ganz neuen Eindruck von Waris Diries Leben erhalten. Der Film kann nun mal nicht alles vermitteln, was in dem Buch steht.
Neben der aufklärenden Wirkung über die Genitalverstümmelung zeigt das Buch auch zwei Welten auf, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen das ärmliche Nomadenleben in Somalia, zum anderen das luxuriöse Leben in Amerika, wo es für selbstverständlich gilt, wenn Wasser aus dem Wasserhahn sprudelt.
David Safier: Mieses Karma
Inhalt: Die Fernsehmoderatorin Kim Lange lebt für ihre Karriere, darunter muss auch ihre kleine Familie häufig leiden. Ihr größter Moment ist es, als sie den Deutschen Fernsehpreis gewinnt – dumm nur, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird.
Als Kim wieder zu sich kommt, hat sie sechs Beine, zwei Fühler und einen riesigen Hintern – sie wurde als Ameise wiedergeboren. Im vorherigen Leben zu wenig gutes Karma gesammelt, erhält sie prompt die Rechnung.
Um zu verhindern, dass sich ihr Mann mit einer Neuen vertröstet und vor allem um bei ihrer Familie zu sein, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: Gutes Karma sammeln.
Meine Meinung: Ich hab das Buch zu Weihnachten an meine Mutter verschenkt. Der lustige Klappentext hatte mich irgendwie angesprochen und meine Mutter bevorzugt eher leichte Lektüre, da erschien mir das ganz passend.
Die ersten Seiten dieses Buch waren unglaublich witzig. Tolle und absurde Vergleiche bringen einen zum lachen und versprechen mehr. Das Versprechen wird leider nicht gehalten. Zum Ende hin verliert das Buch an Charme und Witz und wird zeitweilig auch etwas zäh. Das Ende an sich erscheint mir etwas, nun ja, erzwungen, frei nach dem Motto: Verdammt, wie krieg ich da denn jetzt noch ein HappyEnd hin?
Ansonsten eine nette Idee und es ist ganz erfrischend mal nicht aus der Perspektive von Menschen zu lesen, sondern zum Beispiel von Ameisen, die lustig frisch durch die Gegend krabbeln.
Ich glaube, dieses Buch trifft auch noch ganz gut Janas Geschmack. Wenn auch die anderen nichts für sie sind, so ist immerhin eins dabei, was ungefähr in ihr geliebtes Genre passt.
Jürgen Schmieder: Du sollst nicht lügen! Von einem, der auszog, ehrlich zu sein
Inhalt: Viele Menschen fasten. Die einen verzichten auf Schokolade, die anderen auf das Rauchen, wieder andere auf den Fernseher. Jürgen Schmieder hingegen nahm sich vor, 40 Tage lang nicht zu lügen. Wissenschaftler sagen: Wir lügen bis zu 200mal am Tag. Zum einen aus Höflichkeit oder um jemanden nicht zu verletzen, zum anderen weil es einfach bequemer ist. Jürgen Schmieders Selbstversuch führte zu den unterschiedlichen Ergebnissen: Blaue Flecken, Beleidigungen und so einige Nächte auf der Couch.
Meine Meinung: Ich sah Jürgen Schmieder ca. 5 Minuten in einer mitternächtlichen Talkshow und bestellte prompt darauf sein Buch. Dieser Bericht reizte mich einfach ungemein. Zum einen, weil ich mich selbst für einen Menschen halte, der sehr ehrlich und gerade heraus ist, zum anderen, weil ich es mir sehr lustig vorstellte, wirklich 40 Tage lang nichts als die Wahrheit zu sagen.
Das Buch hat mich keinesfalls enttäuscht. Zwar durchzogen von philosophischen Ergüssen über Wahrheit und Lüge, die man getrost überspringen kann, wenn man dafür keinen Sinn hat, berichtet es von komischen, heiteren aber auch nachdenklichen Situationen, die entstehen, wenn man wirklich ehrlich ist. Am Ende des Buches stellte ich fest, dass mir vor allem seine Frau sympathisch war, die zwar über seinen Selbstversuch informiert wurde, ihn aber nicht verhindern durfte. Gleichzeitig war sie in der Zeit des Selbstversuches schwanger – eine interessante Mischung, wenn Hormone auf die nackte Wahrheit treffen.
Michael Ende: Momo
Inhalt: Momo ist ein kleines Mädchen, dass am Rande einer Großstadt in den Ruinen eines Amphitheaters lebt. Sie besitzt nichts als das, was sie geschenkt bekommt oder sie findet.
Das kleine Mädchen hat jedoch eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann besonders gut zuhören und hilft den Menschen dadurch, zu sich selbst zu finden, Ideen zu entwickeln oder Streit zu schlichten.
Nach und nach kommen jedoch graue Herren in die Stadt, die den Menschen die Zeit rauben wollen. Momo ist die Einzige, die noch etwas gegen die grauen Herren unternehmen kann…
Meine Meinung: Jana wollte auch gerne eine Empfehlung für ihren kleinen Sohn. Leider habe ich in meinem Bekanntenkreis momentan keine Kinder, die ungefähr das gleiche Alter haben – ich bin also absolut überfordert mit dieser Aufgabe. Ich kann mich an mein Leben als Zweijährige leider nicht mehr erinnern, darum kann ich auch nicht sagen, was ich damals toll fand.
Darum habe ich ein Kinderbuch herausgesucht, dass zu meinen Liebsten gehört und das ich etwa im Alter von 9 Jahren gelesen habe. Michael Ende gehört für mich zu den ganz großen Schriftstellern und ich habe seinen Schreibstil als Kind geliebt.
Das Buch erzählt über Zeit. Ich lese das Buch heute noch und immer wieder wird mir bewusst, wie viel doch hinter dieser Geschichte steckt, wie wahr doch alles ist, was er beschreibt. Für Kinder in eine tolle Geschichte verpackt, erzählt Michael Ende über ein ganz aktuelles Thema, welches in unserer Gesellschaft wohl immer wichtiger wird. Ein wirklich gelungenes Buch für jung und alt.
Ich habe jetzt vier Bücher vorgestellt. Wüstenblume und Mieses Karma erscheinen mir eher für Jana passend, Du sollst nicht Lügen für ihren Mann und Momo vor allem für ihren Sohn, wenn er denn noch etwas gewachsen ist, aber auch für Jana selbst.
Ich habe natürlich noch viele, viele Bücher mehr in meinem Bücherregal stehen, doch ich denke, diese alle noch vorzustellen, würde hier an dieser Stelle wirklich den Rahmen sprengen. Darum zeige ich einfach noch einige dieser Bücher und verlinke sie zu Amazon. Wer Interesse hat, kann sich dort dann weiter informieren. Für Lesenswert halte ich sie alle, sonst würde ich sie hier nicht zeigen.
Jodi Picoult: Beim Leben meiner Schwester
Anonyma: Eine Frau in Berlin
Jane Austen: Stolz und Vorurteil
Alexander Bergmann: Aufzeichnungen eines Untermenschen
Anne Hertz: Wunderkerzen
Trudi Canavan: Die Rebellin
Cassandra Clare: City of Bones
Markus Heitz: Die Zwerge
Ich hoffe, mein Beitrag wird als würdig gefunden, Jana während ihres Urlaubs zu vertreten. Ich selbst befinde mich gerade wahrscheinlich in Spanien, ich mache nämlich auch meinen wohlverdienten Urlaub. Von daher wünsche ich euch allen sonnige Grüße und viel Spaß beim Schmökern.

Die ersten zwei Bücher interessieren mich auch. Vor allem das Buch “Wüstenblume”. Irgendwie hab ich es bis heute noch nicht geschafft, es zu lesen.
Die anderen sprechen mich jetzt weniger an, klingen aber eigentlich auch noch interessant.
Gute Rezensionen :)
ich kenne das Buch die Wüstenblume, den Film habe ich nicht gesehen. Es ist ein beeindruckendes Buch, überhaupt muss nach wie vor viel Aufklärung zu diesem Thema geschehen, um möglichst viel Engagemant gegen dieses grauenvolle Ritual zu schaffen. Nr 2 und 3 kenne ich nicht, hören sich aber ganz witzig an. Der Klassiker “Momo” ist mit eines der schönsten Geschichten/Märchen für Kinder und Erwachsene mit einem sehr wahren Kern zum Thema Zeit und einer wunderbaren Sprache! Für Gustav empfehle ich Dir (habe zwar keine Kinder, aber zu Studienzeiten einmal in einem Kindergarten gearbeitet) “Oma, schreit der Frieder” von Gudrun Mebs. Lustige kurze Geschichten zum Vorlesen: Die Kindergartenkinder konnten damals nie genug bekommen :-)
Ich habe das Buch ” Wüstenblume ” auch gelesen und es ist ein sehr gutes aber auch sehr trauriges Buch.
Mieses Karma & Momo kenne ich auch ….Ich liebe solche Jugendbücher sehr…meine letzten die ich außer Momo gelesen haben waren die 3 Tintenbücher von Cornelia Funke.
Jedenfalls finde ich deine Rezensionen SUPER !
Wenn ich das Lese, fällt mir ein das ich dir auch Aushelfen wollte, irgendwie ist mir das durchgegangen, Schade und Ärgerlich ich halte eigentlich meine Versprechen, Entschuldigung Jana!!!
Gruß Frank
“Wüstenblume” hab ich vor einigen Jahren gelesen, den Film dazu habe ich noch nicht gesehen. Mich hat das Buch damals unheimlich berührt und betroffen gemacht. Schlimm, daß Frauen in vielen Gegenden der Erde nach wie vor so behandelt werden…
“Momo” habe ich in meiner Schulzeit gelesen – und ich fand es wunderbar, so wie den Film auch.
Liebe Grüße, Silvie
Mieses Karma steht auch noch auf meiner Wunsch-Leseliste, dafür Wüstenblume schon seit Jahren ungelesen im Schrank…irgendwie reizt es mich nicht.
Ich habe Momo noch nie gelesen und kenne den Film auch nicht, möchte aber irgendwann noch meine Kindheitslücken füllen :-)
Du sollst nicht lügen klingt sehr interessant – ist direkt für den Urlaub vorgemerkt – DANKE für den Tipp!