so richtig verärgert

Vorsicht, das ist kein Kuschel-Artikel und es kann es sein, dass er in der “Bloggergemeinschaft” anecken wird.

Ich habe im September 2008 das Projekt Glücksbuch gestartet. Damals voller Naivität und dem Glauben, dass es nur gute, freundliche und ehrliche Blogger gibt und ich am Ende ein tolles Buch mit vielen schönen Geschichten erhalte. Das Projekt fing auch sehr gut an und alle die mitmachten hielten sich mehr oder weniger an die Regeln. Bis es dann im Mai 2009 nach Schweden geschickt wurde. Seitdem ist es nicht mehr aufgetaucht. Im Juni/Juli habe ich das noch nicht so dramatisch gesehen, schließlich stehen da die Sommerferien vor der Tür usw. Im August fragte ich dann noch einmal höflich nach und erhielt erst diese e-mail:

Liebe Jana, sorry, haben wahnsinnig viel um die Ohren gehabt den ganzen Sommer,
und es geht immer so weiter. Habt bitte noch etwas Geduld, bis wir wieder Tritt
gefasst haben. Liebe Grüsse, S.

Ich frage dann noch einmal nach, weil ja über 3 Monate ins Land gegangen sind und erhielt diese und allerletzte e-mail:

… es ist hier so vieles nicht so gelaufen wie es soll, ausser das wir natürlich leben und uns lieben, rauf und runter, Mist Compu, nichts ging mehr, so das wir nur langsam in Gang kommen. Wir kämpfen im Moment wieder mit dem Nächsten und haben neben bei noch so jeder unsere 2-4 Jobs um zu überleben. Aber das Buch ist hier (auch das war weg wegen umräumen) und geht morgen auf die Reise und ich hoffe sehr das dann alles iweder ok ist, und bitte sehr um Verzeihung.Herzliche Grüsse A. schon wieder auf dem Weg zum Kigajob

P.S. gLÜCK IST AUCH WENN MAN ES SCHAFFT DEN kOPF OBEN ZU BEHALTEN UND DIE LIEBE AM kEBEN ZU ERHALTEN, AUCH WENN MAN FAST UNTERGEHT, GLAUB MIR. uND DANN IST SOOO VIELES UNWICHTIG! dANKE UND BITTE NICHT MEHR BÖSE SEIN…..

Natürlich war ich über diese letzte e-mail nicht erfreut. Jedenfalls habe ich sie gebeten, dass Buch einfach weiter zu schicken, egal ob sie was rein geschrieben hat oder nicht.  Von August bis Dezember versuchte ich immer wieder mit ihr Kontakt aufzunehmen. Ich schrieb eine Postkarte, ich sprach auf den Anrufbeantworter, ich schrieb Kommentare in ihren unzähligen Blogs (die nie veröffentlicht wurden), ich schrieb e-mails. Obwohl sie ihre Blogs lustig weiter schrieb, ich bekam nie eine Antwort.

Ich veröffentlichte hier im Blog Artikel in dem ich Hilfe erbat. Doch außer den üblichen Kommentaren “Das ist aber schade” oder “Das tut mir leid“, habe ich keine Hilfe bekommen. Irgendwann hat es mich sogar richtig geärgert, wenn Blogger sich bei dem Projekt noch angemeldet haben und gefragt haben, wann es denn weiter geht. Irgendwie können die alle nicht lesen!!!!

Zwar haben ein paar wenige Blogger, die mit auf der Teilnehmerliste standen, der guten Frau auch eine e-mail geschrieben, doch daraufhin ist auch nichts passiert. Ich fühlte mich völlig hilflos und gleichzeitig war ich wutgeladen. Irgendwann kam ich auf die Idee, nach Leuten zu suchen, die in Lund wohnen. Ich habe sogar zwei Deutsche gefunden und zwischenzeitlich hatte ich sehr viel Hoffnung. Doch nachdem ich mein Anliegen erklärt habe, habe ich nie wieder etwa von denen gehört. Verdenken kann ich es nicht, aber eine Absage wäre trotzdem nett gewesen.

Im Dezember versuchte ich es noch einmal auf die freundliche Art, nach dem Motto, das sie mir damit ein schönes Weihnachtsgeschenk bereiten würde. Keine Antwort. Im Januar schrieb mein GG einen sehr eindrucksvollen Brief mit einem Ultimatum. Das verstrich ohne jegliche Reaktion.

Mitte Januar habe ich, und dieser Schritt war unausweichlich da wir ja ein Ultimatum gestellt hatten, eine Anzeige bei der Polizei gestellt. Die Papiere sind vor drei Tagen angekommen. Jetzt kann ich nur noch warten…

… muss mich aber wohl mit dem Gedanken vertraut machen, das ich das Buch nie wieder sehen werde.  Wie hieß es im Kommentar der ersten Teilnehmerin: “Das ist eine wunderschöne Idee. Und in der Bloggerwelt gehts auch nicht so schnell verloren.” So kann man sich täuschen. Es gibt unehrliche Blogger. Ich selber werde nun für meine Naivität bestraft, Sachen verschickt zu haben, die mir sehr viel bedeutet haben. Die 5 Glückselefanten aus Indien, ein Geschenk eine Studienfreundin, und das schöne Buch, das ich von einer Rehafreundin zum Abschied geschenkt bekommen habe, sind nun für immer verschwunden. Für mich wird der schale Nachgeschmack einer Anzeige zurück bleiben, wenn ich an das Projekt denke.

Ich hätte ja noch Verständnis dafür gehabt, wenn mir irgendwann geschrieben worden wäre, dass das Buch verloren gegangen ist oder eines ihrer Kinder es kaputt gemacht hätten. Zumindest hätte ich dann einen adäquaten Ersatz erwartet und eine Entschuldigung. Doch sich auf keine e-mail zu rühren, ist mehr als frech und bösartig.

Doch ich bin nicht nur traurig, ich bin auch sauer. Sauer auf die Blogger, die immer nur “Das tut mir aber leid” geschrieben haben. Von dem Weichspülprogramm habe ich das Buch nicht wieder bekommen. Aber Solidarität kann man in den heutigen Zeiten nicht erwarten. Sich für jemanden oder eine Sache einsetzen, sind Fremdwörter. Ich hätte mir gewünscht, wenn all diejenigen, die hier ihre wohl gemeinten Beileidsbekundungen geäußert haben (oder die Teilnehmer, sie sich gar nicht auf meine Hilfe-e-mail gemeldet haben!), darüber gebloggt hätten oder der guten Frau eine e-mail geschickt hätten. “Gemeinsam sind wir stark”. Stattdessen pflaumt mich der Initiator vom einem sehr ähnlichen Projekt an, dem haargenau das selbe passiert ist, auch noch an, ob ich das nicht alleine könnte. Bei ihm hätte es gereicht, mit dem Anwalt zu drohen und schon wurde das Buch verschickt. Toll! Dabei habe ich ihn nur gefragt, wie er denn seinen Brief formuliert hat, sodass er gleich funktioniert hat. Soviel Unfreundlichkeit bzw. so wenig Hilfsbereitschaft habe ich schon lange nicht mehr erlebt. (PS: Das unsinnige Geschwätz mit dem Anwalt habe ich mir verkniffen, so dämlich bin ich dann auch nicht, wenn ich es nicht in die Realität umsetzte.)

Das Glücksbuchprojekt ist nun geschlossen. Aus Erfahrung sollte man bekanntlich klug werden …. auch was die so hochgelobte Bloggergemeinschaft anbelangt.

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Autor: Jana

Hallo, ich heiße Jana. Ich liebe das bloggen und die Fotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

11 Kommentare

  1. Warum sollte er anecken? Ist doch gut, dass Du das aussprichst. Ich kann Deine Wut durchaus verstehen, würde mir an Deiner Stelle auch nicht anders gehen. Mir persönlich tut es sehr leid, dass das gerade Dir passiert ist. Gerade Du, die ihren Lesern so viel anbietet, hast das nicht verdient. Ich finde es toll, wieviel Elan Du immer entwickelst und in all Deine Aktionen steckst. Du bietest so tolle Dinge an, sei es die Info über ein Geschirr, das es zu testen gibt, die tollen Fotoaktionen oder eben dieses Glücksbuch. Alles Liebe für Dich.

  2. Nein, dass sehe ich auch nicht so. Und bin ganz ehrlich froh, dass ich es zumindestens probiert habe und ihr geschrieben habe. Nur so. für mein Gewissen.
    Und nein, davon kannst Du Dir sicher nichts kaufen. Deshalb hoffe ich, dass die Anzeige was bringt, ich drücke Dir die Daumen!

  3. Hallo Jana,

    ich kann verstehen, daß Du sehr verärgert und enttäuscht bist. Hoffe aber, daß Deine Wut wieder etwas verblasst ist.

    Aber auch, wenn ich selbst nicht blogge, aber als Leserin ja auch irgendwie zu der Bloggerwelt gehöre, finde ich es nicht fair, es allen Bloggern anzukreiden, daß eine Person sich so unsozial verhält!
    Ich bin mir sehr sicher, daß noch weitere Leser versucht haben, mit einer mail an die Betreffende oder einen Kommentar bei ihr, etwas für Dich zu erreichen. Andere werden es nicht versucht haben, mit dem Gedanken ,,warum sollten gerade meine Worte mehr bewirken”.
    Zumal Deine Versuche sicherlich am ehrlichsten und emotionalsten und somit am konsequentesten ist. Viele haben darüber nachgedacht, wie sie helfen können, ob sie wen in der Nähe kennen oder welche anderen Möglichkeiten Du versuchen könntest.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß man es nicht unbedingt braucht wenn andere (nur) ihr Bedauern ausdrücken – denn das allein ändert nichts.
    Aber im Nachhinein ist es doch auch schön, von so vielen verstanden zu werden.

    Ja, Du hast schlechte Erfahrungen gemacht – und das Glücksbuch wird immer einen faden Beigeschmack für Dich behalten. Aber wir ärgern uns immer über ,,den einen”, der sich nicht hinten in der Schlange anstellt, dabei verlieren wir die aus den Augen, die mit uns geduldig wartend in der Reihe stehen und alles richtig machen. Und das finde ich nicht schön.
    Jana, Du hast so viele tolle Ideen! Ich wäre traurig, wenn Du wegen EINER Person Dein Vertrauen in viele andere verlieren würdest.

    So, hoffe, damit jetzt auch nicht zu sehr angeeckt zu sein – aber so wie ich Dich einschätze sind Dir ehrliche Meinungen und Kritiken tausend mal lieber als das von Dir titulierte
    ,,Weichspülprogramm”.

    Viele Grüße, mrsjustusjonas

    • Lies mal meinen Artikel genau, dann kannst du erkennen, das ich nicht “alle” Blogger anspreche, sondern eine ganz bestimmte Gruppe. Ob man sich dann dazu zählt, das muss jeder selbst entscheiden.

  4. mhh … du bist ja wirklich richtig sauer. ich merke es dem text an. warum gibst du dir die schuld? was hat deine erfahrung mit naivität zu tun? im realen leben … also abseits der virtuellen welt … kann es genauso passieren. du startest mit jemanden, den du glaubtest genau zu kennen, ein gemeinsames projekt und dann entpuppt sich die ganze sache als ente … du stehst da, musst es alleine durchziehen oder schließt es einfach.
    virtuell wie real kann ich davon ein lied singen … und es ist eigentlich auch egal, ob ich die leute wenig, gut oder sehr gut kannte.
    es hat nchts mit deiner naivität zu tun … der mut, solche projekte zu initieren, muss es geben und du hast ihn. es wird aber auch immer leute ohne moral und einem funken anstand geben … man sollte sich als scheinbar naiver zeitgenosse nicht zu sehr auf worte verlassen. sie lügen genauso wie bilder … mal negativ ausgedrückt! ;)

    • Das hast du gut auf den Punkt gebracht.
      Leider habe ich die Erfahrungen im realen Leben auch schon oft gemacht, wobei ich aber manchmal noch etwas retten konnte, weil der menschliche Faktor “wir kennen uns gut” zählte. Das fehlt in der virtuellen Welt. Trotzdem verstehe ich es nicht, dass es Menschen gibt, die ein Projekt wie dieses so schändlich kaputt machen. Da fehlen mir schon fast die Worte.

  5. Liebe Jana, bitte verzeiht die Verspätung und die Verstösse gegen sämtliche Regeln. Ich weiss, es ist fast unverzeihlich, dass das alles so lange gedauert hat. Aber bei uns ist einiges passiert. Darüber vielleicht mehr demnächst im Blog. Liebe Grüsse A&S
    PS: Die vielen Blogs, die Du oben zitiert hast, gehören S., nicht A….

  6. Habe noch vergessen zu sagen, dass ich es eben eingetütet und abgeschickt habe. Sollte es jetzt nicht ankommen, liegt das ausserhalb unserer Gewalt. Liebe Grüsse aus Lund

    • Dieser Satz klingt sehr nach “ich erzähl mal, dass ich es abgeschickt habe, obwohl es nicht stimmt und dann gehts eben einfach “verloren”… oder täusche ich mich?

  7. Pingback: nee, ne? | Janasworld

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