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ist bekanntlich sehr, sehr männlich dominiert. An sich stört mich das nicht, wenn, ja wenn nicht ein paar männliche Spezies in einigen “bekannten” Blogs über “Blümchenmakros von Muttis” herziehen würden. Da ging mir doch vor ein paar Tagen die Hutschnur hoch, als ich diese dümmlichen Kommentare las.
Noch viel mehr erstaunt mich ein neuer Blogtrend in der Hobby-Fotografenszene: da wird ein Interview-Artikel mit allem Pipapo angekündigt bzw. veröffentlicht. Die “Hobbyfotografen” werden dann dazu befragt, was sie am liebsten fotografieren, welche Ausrüstung sie haben usw. Meist ganz spektakulär aufgezogen, sodass man denkt “Boah, toll”. Und dann liest man in der Frage: “Wie lange fotografierst du” den Satz: “ein halbes Jahr oder ein Jahr“. Gleichzeitig bezeichnen sich dann diese Leute als “Fortgeschrittene Anfänger”.
He? Habe ich mich da verlesen? Nein, habe ich nicht. Und dann komme ich ins Grübeln. Nicht weil ich meistens 10 Jahre älter bin und denke, das so ein Grünschnabel nichts kann. Das nicht, denn auch von jungen Hobbyfotografen kann ich eine ganze Menge lernen. Es geht um die Selbstbeweihräucherung, um das m.E. übertriebende Ego, mit denen sich diese Leute präsentieren und ein Interview als “Experten” führen (ja, ja, ich weiß, in diesem Land bezeichnet sich jeder als Experte, der ein Interview gibt *örgs*).
Ich “fotografiere” seit 13 Jahren (und länger, wenn man die vollautomatische Knipse mit zählen würde) und ich bin immer noch am üben und am ausprobieren. Doch irgendwie käme ich nie auf den Gedanken, mich in dieser Art “darzustellen”. Ich finde das echt peinlich.
Wenn mich einer fragen würde (was ja leider keiner tut), dann würde ich zu diesen Leuten einfach mal sagen: “Bevor du ein Interview mit einem halben Jahr Fotografie Erfahrung gibst, dann gehe mal in einen Fotoklub oder zu erfahrenden Leuten, die es gelernt haben. Lass deine Fotos kritisieren und auseinander pflücken. Stelle dich der Kritik. Gehe weiter üben und suche immer wieder das Feedback”. In 5 Jahren kannst du dann ein Interview geben”.
Und was mich noch mehr wundert ist, das in den darunter stehenden Kommentaren dies nicht kritisiert wird. Das dort keiner mal sagt, was dieses “Möchtegern-Experten-Interview” soll und es kritisch hinterfragt wird. Stattdessen wird das sogar noch toll gefunden.
Aber wenn Mütter wie ich Blümchenmakros fotografieren, dann… ach was solls, ich sollte meine Zeit nicht damit verschwenden, das zu lesen…
vor 8 Monaten
deine meinung teile ich voll und ganz.
und mehr muss ich nicht hinzufügen, du hast mir aus der seele gesprochen.
vor 8 Monaten
ich glaube, diese erfahrung muss jeder im web sammeln. doch es ist nicht nur das hochjubeln, was mich ärgert. es stecken in vielen aussagen oft nur halbwahrheiten … ich erspare es mir von fehlern zu reden. auf der anderen seite können die leute auch nicht anders. sie bekommen irgendetwas hochgerüstetes und teuer erkauftes in die hand, ihnen wird gesagt dass das nonplusultra ist und sie nach dem goldenen schnitt fotografieren sollen. dann wird am computer aus der großaufnahme rumgeschnippelt … fertig.
einen vorteil hat das ganze aber … nach kurzer zeit sind die großen meister zum glück wieder von der bildfläche verschwunden. ;)
vor 8 Monaten
jetzt weiß ich, wo du dich noch so rum treibst :-) http://www.mktrout.de/?p=3237
Aber der Artikel passt wie Faust aufs Auge zu meinen kleinen Erkenntnissen der Woche. Sehr lesenswert und es wundert mich, das du dort auch deinen Senf abgegeben hast.
vor 7 Monaten
warum wundert es dich? :(
vor 7 Monaten
wundert mich nicht… das “nicht” vergessen :-)
vor 7 Monaten
puh … und ich dachte schon, irgendetwas an mir ist unverständlich … :D
vor 8 Monaten
Die Interviews in diversen Blogs überfliege ich höchstens noch – war sehr selten was interessantes bei.
Aber ich mag ja auch Blümchenmakros :)
vor 8 Monaten
Das Überfliegen werde ich mir wohl auch angewöhnen müssen, aber wenn es keiner liest, braucht man es ja auch nicht veröffentlichen bzw.sollte man sich Gedanken darüber machen warum das so ist oder?
vor 8 Monaten
Naja, wir wissen, dass es *uns* nicht interessiert. Mag ja andere Leute geben, die sowas lesen, es vielleicht sogar interessant finden.
Bei Blogs mit solchen Beiträgen ist mir oft klar, dass ich nicht Zielpublikum bin, und entsprechend bin ich dann auch meist nach ein paar solcher Beiträge gar kein Publikum mehr.
vor 8 Monaten
ich hab mich da auch schon sehr gewundert. inzwischen mach ich es wie sam, und überfliege diese artikel. meist lohnt sich dann das ausführliche lesen doch nicht mehr.
nicht ärgern- nur wundern, sag ich mir. aber ich bin ja auch nur eine blümchenmakro-mutti ohne ahnung ;o)
lg, claudi
vor 8 Monaten
Da bin ich aber froh, das ich nicht alleine Blümchenmakros fotografiere :-)
vor 8 Monaten
heutzutage ist einjeder ein Fachmann, ich auch ;-) nein im ernst, ich würde es mir selbst nie anmaßen zu behaupten ich wäre ein Profi der Fotografie, obwohl ich teilweise meine Bilder toll finde. Allerdings bin ich fern ab ein Profi zu sein oder zumindest ein Fortgeschrittener.
Viele leider scheinbar an der neuen Zivilisationskrankheit “Selbstüberschätzung” die unglücklicherweise durch diverse Castingshows gefördert wird.
Ich bin gut für mich bei dem was ich machen und es gibt sehr viele die viel besser sind. Doch diejenigen die wirklich besser sind gehen damit nicht hausieren…
vor 8 Monaten
…und übrigens, ich mag deine Bilder meistens…
vor 8 Monaten
Danke!
vor 8 Monaten
noch ein kleiner nachtrag: ich finde interviews nicht verkehrt … nur sollte der fragende etwas zu fragen haben (abseits der technik) und der fotograf etwas zusagen haben ;) solche interviews erzählen mehr über die fotografie als alle bücher zusammen … :D
vor 8 Monaten
da gebe ich dir recht,denn die meisten haben wirklich nichts zusagen, woher auch wenn die Erfahrung fehlt? Ich muss aber auch gestehen, dass ich inspirierende Interviews, die mir wirklich was geben, noch nicht gefunden habe. Vielleicht hast du einen Tipp, wo du gerne liest?
vor 8 Monaten
zu interviews in blogs muss ich passen … es sind dann doch eher die printmedien oder in büchern. was ich aber generell zum “anderen” umgang mit der fotografie empfehlen kann ist susan sontag “über fotografie”. das ist z.zt. mein persönlicher favorit … :)
vor 8 Monaten
Blümchenmakros mag ich auch! Sowohl als Foto als auch als Wort ;-)! Interviews sind immer dann am besten, wenn sie wie @kampffussel zum Schluss sagte, auch inhaltlich was aussagen – sowohl von den Fragen wie auch von den Antworten. Ich bin Anfängerin bei der (Digitalen) Photografie und ich möchte lernen, ausprobieren und Spaß haben :-)
vor 8 Monaten
Ich habe mittlerweile das Alter erreicht, in dem ich mal behaupte: Die “Jungen” haben die Weisheit scheinbar mit Löffeln gefressen! Das ist nicht nur im Bereich Fotografie so. Das ist der Hammer, welches Selbstbewusstsein die an den Tag legen. Hut ab, wenn jemand wirklich viel Ahnung hat. Aber wer wirklich was davon versteht, stellt sein Wissen nicht auf diese Art und Weise zur Schau.
Ach, und ich mag übrigens Blümchenmakros auch sehr!
vor 8 Monaten
Momentmal, sprechen wir über Blümchen oder Blumen, also so richtige, männliche Blumen mit Haaren auf der Brust :-)
Im Ernst Jana, was regt Dich da so auf. Ich gehe jetzt auf die vierzig zu (was schitt, echt? verdrängen, ganz schnell verdrängen) und fotografiere trotzdem erst seit na sagen wir großzügig zwei Jahren. Quasi von beidem etwas. Ich habe aber damit genug Abstand, um die ganze Ausrüstungskiste als Pubertär ein zu ordnen und masse mir auch an, mit meinen eigenen Bildern grundsätzlich recht hart ins Gericht zu gehen.
Ansonsten gebe ich Dir recht, man sollte sich erstmal ernst zu nehmender Kritik stellen, was aber allein organisatorisch garnicht so leicht ist. Fotoclubs, hm, ich lebe in der Großstadt, da ist das nicht ganz so schnippisch. Und die Jubel-Gemeinden im Netz fangen mir langsam ernsthaft an auf den Zeiger zu gehen. Schönes Bild übrigens. Also alle. Also so ganz grundsätzlich.
Um nochmal die Blümchen zu kraulen: Ein richtig gutes Blumenmakro ist eine Kunst, die mir auch noch abgeht. Phantasielose so-muss-ein-Blumenmakro-aussehne-Makros habe ich schon, machen mich nicht so an.
vor 8 Monaten
Würdest du mit deinen, sagen wir großzügig, 2 Jahren Fotografie-Erfahrung Experten-Interviews geben? Oder so tun? Ich traue dir mal zu, das du mit knapp 40 (echt schon soooooo alt!!!, da wirst du ja bei der ARGE schon in der Frührentnerstatistik geführt :-) ) aus der Pubertät heraus bist (oder schon wieder drin, da fangen doch auch die Wechseljahre bei euch Männers an) und dich nicht mehr mit Halbwissen brüsten musst. Hast du denn richtige Haare auf der Brust? Wenn ja, geht das brüsten eigentlich besser, als bei so jungen Hühnerbrüsten mit Gänsehautentzündung….
vor 8 Monaten
am allermeisten ärgern mich die leute, die alles auf das equipment reduzieren! na gut – man hat bei ner spiegelreflex mehr möglichkeiten, weil die objektive wechseln kann und auch mal die blendenwerte ändern oder sogar für längere zeit belichten. Aber dafür sollte man sich schon ein wenig auskennen (“sonne lacht: blende 8″). Und nciht zuletzt ist es einfach wichtig “ein auge für ein gutes foto und die bildkomposition zu haben”.
jedenfalls sind das alles dinge, die man mit der zeit immer besser hinbekommt, man macht fotos und entwickelt sich damit. jemand, der sich nach einem jahr schon als experte darstellt, ist einfach nicht ernst zunehmen.
Aber ich muss sagen – das was du beschreibst, kenne ich bisher gott sei dank noch nicht.
und eig kann ich dich nur bestärken: deine fotos gefallen mir! Fotografier weiter, was zu dir passt und wenn es blümchen-makros sind, dann ist das halt so. ein hobby soll ja auch spaß machen und in der fotografie gibt es halt verschiedene bereiche. es muss ja nicht jedem die model- oder architekturfotografie in gleicherweise liegen!
vor 8 Monaten
oh, da brauchst du bloß in die “bekannten” Fotografenblogs zu gehen. Interviews sind dort zurzeit ein modernes Stilmittel, die ständig zum Einsatz kommen.
Und wenn man jemanden befragt (wahrscheinlich aus Mangel an auskunftswilligen, erfahrenden Fotografen), der noch nicht einmal genau weiß, wie er seine Kamera nach einem halben Jahr halten soll…
Danke, das du meine Art der Fotos magst, auch wenn die armen Blümchen aus Mangel an modernen Hochhäusern und willigen nackten Frauen herhalten müssen. Die Armen! Vielleicht sollte ich im kommenden Sommer mal ein Gänseblümchen als Akt porträtieren, das wäre doch mal was oder?
vor 7 Monaten
Na da hat aber jemand Frust angestaut ;-)
Ne, Spaß bei Seite, teilweise kann ich dich verstehen. Ich persönlich überfliege diese Interviews auch nur, denn wie einmal ein Bundeskanzler sagte : “Entscheidend ist, was hinten raus kommt” – in diesem Falle Fotos. Entweder sie gefallen mir, oder nicht. Ich denke mal Interviews werden gerne als Füllmittel für Blogs genommen. Generell wird immer häufiger irgendwer irgendwo gefeatured, damit halt ständig neue Artikel kommen.
Teilweise geht es nur noch um Masse (leider) denn klasse. Ich schreibe da lieber zwei Wochen gar nicht anstatt auf biegen und brechen mich selber einem “X Artikel pro Woche” Diktat zu unterwerfen. Das heißt aber nicht, das ich generell Gastartikel/Interviews ablehne, denn es gibt da viel lesenswertes.
Aber die Aussage zu treffen “Der fotografiert seid 1/2 Jahr, das kann nichts sein” finde ich aber nicht zutreffend. Ich denke da mal an Joey Lawrence, was der in einem Alter von 17Jahren abgeliefert hat, hat mich echt beeindruckt.
Zum Thema Kritik : Jedes Foto ist eine rein subjektive Empfindung, und ein gutes Foto für mich muß nicht automatisch anderen (evtl auch Profis, Kennern, was weiß ich…) gefallen. Auf der anderen Seite stehe ich vor hochgelobten Fotos und denke mir “Toll, ein Porträit in s/w… na und?). Ich erlaube es mir in der Beziehung einfach, einen EIGENEN Geschmack zu haben/entwickeln, völlig unabhängig ob es technisch korrekt ist, Regeln eingehalten/gebrochen wurden usw…Danach gehe ich auch gar nicht, ob ein Foto mir gefällt zeigt sich in dem Moment, wo ich es auf mich wirken lassen. Wenn es passt, interessiert es mich auch nicht, da es vielleicht nicht knack scharf ist.
Zum Thema Kommentare : Die müssen meist freigeschaltet werden. Wer sagt, das es keine kritischen Kommentare gibt? Nur wenn sie nicht freigeschaltet werden, kann sie auch keiner lesen ;)
vor 7 Monaten
Ich kann Deine Ausführungen nur unterstützen – es gibt zwar nen paar die nach kurzer Zeit wirklich herausragende Arbeiten abliefern, aber die kann man an einer Hand abzählen.
Bis dann . . . Jan
vor 7 Monaten
Eine interessante Diskussion zum Thema Kritik findet übrigens gerade in der Kommentarabteilung dieses Artikels statt.
http://www.mktrout.de/?p=3246
vor 7 Monaten
es geht da also weiter… ich hatte nämlich schon in einem Kommentar hier auf den Vorgänger Artikel verwiesen…
vor 7 Monaten
Hallo liebe Jana,
du sprichst mir aus der Seele!!! Ich bin gerade in ein sehr spezielles Fotoforum eingetreten (hat mit meinem Kamerasystem zu tun) und fühle mich prompt wieder fehl am Platz, obwohl ich bisher keine blöden Antworten oder so bekommen habe. Aber ich muss nur die Beiträge einzelner User lesen, da krieg ich echt zuviel. Immerhin wurde das Thema dort sogar schon angesprochen und die Herrn der Schöpfung hatten genügend Humor und Selbstkritik, um ihr Machogehabe zu erkennen. Ich bekenne mich durchaus als “Blümchenknipserin”, weil mich die Natur sehr viel mehr anspricht als andere Dinge.
Herzliche Grüße
Elke
vor 7 Monaten
Ja, hier auch eine bekennende Blümchenknipserin!!! Und mit dem Gehabe mancher Möchtegern-Profis habe ich keine Probleme. Ich knipsel aus “Spass an der Freud” und das lasse ich mir von keinem nehmen!
Grüßlis Karin
vor 7 Monaten
Du sprichst mir aus der Seele, Du hast genau das gesagt was gesagt werden muss.
In WKW gibts auch solche Möchtegern-Profifotografen-Gruppen, es ist schlicht zum kotzen.
Ich habe vor 3-4 Monate angefangen mich näher mit der Fotografie auseinander zusetzen und habe mir eine recht hochwertige Ausrüstung gekauft, aber bis ich die vollends bedienen kann und mich als fotografischen Künstler sehe vergehen sicher noch ein paar Monde.