In den letzten Tagen habe ich in vielen Blogs die verschiedensten Jahresrückblicke für 2009 gelesen. Ich habe auch einen geschrieben, doch leider ist der so negativ, dass ich mich gar nicht traue, den zu veröffentlichen.

Stattdessen möchte ich mich an ein schönes Silvester zurück erinnern. Unglaublich, aber das Milleniums-Silvester ist in dieser Woche schon 10 Jahre her. Ich kann mich sehr deutlich daran erinnern. Vor allem an die Zeit der Berichterstattungen, die davon handelten, dass in der Silvesternacht zur Jahrtausendwende alle Computer abstürzen sollten. Ganze Betriebe sollten lahm gelegt werden, Krankenhäuser den Notstand ausrufen usw.. Es wurde eine technische Apokalypse prognostiziert und Sekten glaubten an den Weltuntergang schlechthin. Ach war das Aufregend damals. Heute kann ich mich über diese Ängste schlapp lachen. Denn es passierte bekanntlich nichts von all den düsteren Prophezeiungen.

Wo war ich vor 10 Jahren?

Ich habe Silvester 1999 in Jena gefeiert. Im Rückblick gehört diese Feier – im Gegensatz zu vielen anderen Silvesterfeiern – zu den schönsten, die ich je erlebt habe. Damals habe ich im letzten Jahr an der Uni studiert. Die Prüfungen waren abgeschlossen und bestanden! Die Diplomarbeit ebenso abgegeben. Es konnte also unbedarft gefeiert werden. Eine Studienfreundin hat in Jena sehr zentral gewohnt und wir haben bei ihr im kleinen Kreis gefeiert. Es gab leckeres Essen, viel Flüssiges und den Countdown zählten wir auf dem Dach ihres Wohnhauses. Schon damals war ich mit meiner F70 und schweren Stativ (welches ich heute noch habe, denn ein Manfrotto ist unverwüstlich und sauschwer!) bewaffnet und habe ich tolle Fotos auf dem Dach gemacht.

Diese möchte ich euch nicht vorenthalten:

Wenn ich die Fotos sehe, wird mir ganz warm ums Herz. Ich liebe Jena. Die schönste Unistadt in Deutschland (he und jetzt keine Wiederworte!) Damals war der Uniturm noch nicht saniert. Unten war eine lausige Mensa, in der wir doch immer gerne gingen. Unterm Dach, in der letzten Etage war ein nostalgisches  DDR-Studentencafe mit einem tollen Blick auf ganz Jena, Saale und Muschelkalkhänge.

Im letzten Unijahr, kurz bevor der Turm für die Sanierung dicht gemacht wurde, hatte ich die Gelegenheit, für ein Projekt, Fotos vom Dach zu machen. Ich weiß noch, wie ich ganz frech den Direktor von der Uni Jena angerufen habe und ihn gefragt habe, ob ich da hoch dürfte. Nach einigem Hin und Her und unter Zuhilfenahme des Hausmeisters durfte ich sogar 2-Mal hoch, weil beim ersten mal das Wetter zu schlecht war und der Hausmeister der Meinung war, dass ich bessere Fotos machen müsste. Natürlich hat er nach Beendigung der Aufnahmen einen großen Abzug von mir geschenkt bekommen.

In Jena habe ich 5 Jahre gelebt und ich hatte eine richtig tolle Studentenzeit! Wir waren viel auf Exkursionen, in denen ich meine Liebe zur Fotografie entwickelte. Neben dem Studium war ich Mitglied im Jenaer Fotoklub 78, war 4 Jahre lang Studentische Aufsicht in der Geographischen Bibliothek -u nd das wichtigste überhaupt, ich habe in Jena meinen GG auf einer typischen Studentenparty kennen gelernt. Fünf Jahre waren viel zu kurz. Und so endete das Studium für mich im März 2000. Am 1. April 2000 habe ich meinen ersten Job in Köln angefangen.

Wo wart ihr, als sich das berühmte Milleniums Silvester 2000 ereignete? Ich bin auf eure Geschichten gespannt.