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Manchmal hört man Geschichten von Personen bzw. Firmen, die sich jahrelang darüber gestritten haben, wer als erstes mit seiner Idee auf den Markt kam bzw. überhaupt die Idee für dieses Produkt hatte. Diese Geschichten fand ich oft unreal, unglaubwürdig und wusste eigentlich nicht so richtig was ich davon zu halten habe. Wie groß muss der Zufall sein, das zwei verschiedene Personen, die oft hunderte von Kilometern auseinander wohnen, ein und die selbe Idee haben? Das kommt einem 6-er im Lotto mit Zusatzzahl schon sehr nahe.
Ich hatte ja schon mal vor längerem geschrieben, dass ich mich sehr für die Gründerszene in Deutschland interessiere. Mich interessiert es, wie andere ihre Ideen erfolgreich umsetzen können. In dieser Woche lass ich einen eher unwichtigeren Artikel, über zwei Unternehmensgründer, die ihr Geschäft abgegeben haben und sich für neue Projekte engagieren. Mich interessierte der Artikel eigentlich nur, weil es dort um myPhotobook ging und ich ja gerne diese Foto-Dienstleistungen ausprobiere. In einem klitzekleinen Nebensatz wurde erwähnt, dass sich die Gründer zusätzlich bei einer kleinen Schmuckfabrik beteiligt haben. Der Name Pearlfection hat mich unbewusst angesprochen, obwohl ich gar nicht wusste um was es eigentlich geht.
Kaum klickte ich auf die Seite, traf es mich wie mit einem Schlag ins Gesicht. Ich traue mich das hier gar nicht zu schreiben, da es schon fast anmaßend klingt, doch ich dachte in dem Moment da hat einer meiner Geschäftsidee aus dem Jahre 2006 umgesetzt. Im Sommer 2006 hatte ich nämlich die Idee, nachdem ich oft im Leipziger Perlentaucherladen war, eine Onlineplattform zu gründen, bei der man individuell seinen Perlenschmuck per Drag and Drop zusammenstellen kann. Ich hatte verschiedene Firmen angesprochen, unter anderem einen Online-Fahrradladen in Thüringen (bei dem man sich ein Fahrrad nach Wunsch per Drag und Drop zusammen bauen konnte), um das technische Konzept zu besprechen. Leider bin ich mit meinen Bemühungen nicht weiter gekommen, da ich keinen Geldgeber und keinen engagierten, richtig guten Programmierer finden konnte. Diese Plattform hätte mindestens 50.000 Eur und mehr gekostet. Ich hatte Kontakt zu Perlengroßhändlern und überlegte, einen von diesen ins Boot zu holen, weil ich es nicht so witzig fand, Millionen von Perlenarten in meinem Keller zu lagern (von den Einkaufskosten mal abgesehen).
Und jetzt wurde diese Idee verwirklicht und bei mir grummelt es im Magen. Nicht weil ich sauer bin, sondern weil ich damals nicht das Geld zusammen bekommen habe. Ich habe mir natürlich die Seite genau angeschaut. Die Technik die dahinter steht, ist genau so wie ich es mir vorgestellt habe. Zwar ein bisschen Langsam und ein paar Details könnten noch ergänzt werden, doch im Großen und Ganzen ist es genau das! Leider gefällt mir das Screendesign überhaupt nicht, doch das ist Geschmackssache. Auf deren Jobseite wird leider auch keine Frau mit meinen Ideen und Kenntnissen gesucht, mal davon abgesehen, dass sie in München ansässig ist.
Aber wie verrückt ist diese Geschichte? Sie zeigt mir mal wieder, dass meine Ideen wirklich gut sind, nur will sie keiner haben. Dieser Artikel ist jetzt drei Tage in meinem Kopf rumgegeistert und ich musste ihn einfach aufschreiben. Es wurmt so sehr…
vor 9 Monaten
Das ist in den Naturwissenschaften nicht anders. Man braucht einfach nur einen gewissen Wissenstand über irgendein Gebiet und dann haben Leute mit ähnlicher Vorbildung die gleichen Ideen. Dann heißt es schnell zu publizieren, damit man der erste ist.
vor 9 Monaten
eine interessante geschichte, die du da erzählst. tja … das liebe geld und das ewige problem, geeignete projektpartner zu finden … :)
wie geologenkinder schon schreibt, ist es in anderen bereichen genauso. vor allem das publizieren in unserer schnelllebigen zeit ist immens wichtig geworden. deshalb sitzen wissenschaftler heute wohl mehr am rechner und schreiben, als wirklich aktiv zu forschen. das überlassen sie ihren assistent. auch dumm … :(