Kommentare

Ach nicht schon wieder. Das Thema ist doch schon tausendmal diskutiert und durchgelutscht wurden. Ja eben. Aber immer mit dem Ziel “nein, ich erwarte keine Kommentare, die sind mir nicht wichtig und überhaupt, ich will mich nicht abhängig machen, ich will ich sein und über das schreiben was mir Spaß macht. Ich will auch nicht auf jeden antworten und will mir keinen Zwang antun“. So in dem Tenor mehrfach gelesen. Und dann kommen die hundert Antworten, das alle das genauso sehen. Worauf will ich hinaus?

Im Gegensatz zu den anderen sind mir Kommentare und Antworten wichtig. Ich möchte gerne wissen, was andere denken. Und ich bin richtig enttäuscht, wenn ich auf meine Fragen die ich bei anderen schreibe, absolut keine Antwort erhalte. Es gibt da so ein paar Spezies in meiner Blognachbarschaft, die so arrogant sind und auf keine meiner Fragen geantwortet haben. Nicht im Blog und auch nicht per Twitter. Ich weiß zwar nicht wirklich woran das liegt, doch ich nehme an, dass es die Überheblichkeit gegenüber dem Medium ist. Internet ist immer noch anonym und eine fremde Welt. Ich kenne die Leute nicht persönlich die mir da schreiben und warum sollte ich dann antworten?

Oft lese ich den Satz “das man nicht soviel Zeit in dieser unrealen Welt verbringen  und das “richtige” Leben draußen leben sollte“. Ich sehe das mittlerweile komplett anders. Der Blog ist ein Teil meines Lebens. Wie viele nette, interessante Menschen habe ich durch ihn kennen gelernt? Selbst hier im Ort habe ich “reale” Menschen kennen gelernt mit denen ich einen Teil meiner Freizeit verbringe.

Daher sehe ich das nicht beantworten von e-mails oder persönlichen Kommentaren als verletzend an. Eine Freundschaft muss man hegen und pflegen. Wenn man eingeladen wird sollte man zu einem anderen Zeitpunkt eine Gegeneinladung aussprechen. Das hört sich nach Zwang an, ist es aber nicht. Wenn ich die Leute mag, dann freue ich mich auf ein Wiedersehen. Wenn ich derjenige bin, der immer anruft und irgendwann merke ich, dass sich der andere darauf verlässt und es nie tut, dann lasse ich es irgendwann auch. Es ist ein Geben und Nehmen. Und genauso sehe ich das hier im Blog auch.

Ich kommentiere, weil ich zu dem Thema was sagen will oder Fragen habe. Ich schreibe hier, weil ich gerne darüber diskutieren möchte. Ich lese andere Blogs, weil ich deren Ansichten kennen lernen will. Und im Laufe der Zeit entwickeln sich Freundschaften, die durch Telefonate, Skype, e-mails und vielleicht sogar einem persönlichen Treffen weiter ausgebaut werden.

Andere werden jetzt denken: “ach ich kann nicht auf jeden Kommentar antworten und überhaupt, ich bekomme so viele Antworten, dass ich mir das aussuchen kann bzw. völlig überfordert bin“. Sicherlich, ich antworte auch nicht auf jeden beliebigen, schnell dahin geschriebenen “ich auch, toll etc.” Kommentar. Persönliche, fragenstellende Antworten dagegen immer. Manchmal brauche ich ein paar Tage, um darauf antworten zu können, doch es ist mir wichtig, dass der andere merkt, dass ich seine Antwort nicht als beliebig empfinde.

Bisher habe ich aber auch kaum schlechte Erfahrung mit negativen Kommentaren und besserwisserischen, neidvollen Bloggern gemacht. Ich bin von Stalkern verschont geblieben (ich hoffe das bleibt auch so) und habe wirklich richtig nette Menschen kennen gelernt.  Doch diese Kultur des nicht Beantwortens von e-mails und Fragen macht mich traurig. Die Konsequenz wird sein, dass ich diese Blogs und Twitter-Leute löschen und ignorieren werde. Es lohnt sich nicht, dort meine Energie zu verschwenden…

PS: hier ein inspirierender Link zum Thema Die größen Nervensägen im Netz

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Autor: Jana

Hallo, ich heiße Jana. Ich liebe das bloggen und die Fotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

29 Kommentare

  1. Ich sehe das auch so: Fragen in Kommentaren, sollte man als Blogbetreiber immer beantworten. Egal ob das 1-2 Tage dauert. Man kann ja nicht immer online sein.

    Was ich jedoch nicht wirklich leiden kann, das sind andauernde Fragen unter allen Blogbeiträgen, die die Leser zum Antworten auffordern sollen. Nicht daß das hier der Fall wäre, aber wollte ich nur mal erwähnt haben, daß das nervt.

    • Doch, manchmal beende ich einen Artikel auch mit einer Frage. Weil ich gerne möchte, dass das Thema diskutiert wird. In anderen Blogs finde ich die Fragestellung am Ende oft gut, weil sie animiert, seine Meinung dazu zu geben…

  2. Ich gehe da völlig konform mit deiner Meinung. Das ist auch eine Sache, die ich immer wieder predige. Auf Kommentare zu antworten ist absolute Pflicht. Wie du schon sagst, nicht unbedingt auf so dahingeschluderte “Toller Beitrag!”-Kommentare, aber auf welche, bei denen man die Mühe, die der Kommentator sich gemacht hat, sieht, antworte ich immer. Vielleicht nicht am selben Tag, aber möglichst zeitnah.

    Blogs, bei denen ich das Gefühl habe, dass mein Kommentar unwichtig ist, ignoriere ich auch.

    Mir persönlich sind Kommentare auch sehr wichtig, im Prinzip sind sie mein Hauptantrieb, warum ich überhaupt schreibe. Ich liebe es zu diskutieren und neue Leute dadurch kennenzulernen. Und das ist bisher auch immer gut gelungen.

    Ich weiß nicht, ob das Nichtbeantworten wirklich etwas damit zu tun hat, dass die Leute arrogant sind. Es wirkt zumindest so. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass viele einfach nicht das nötige Feingefühl haben und merken, dass soetwas nicht in Ordnung ist.

    @Papa Bodehase: Also ich finde solche Fragen grundsätzlich okay, gebrauche das auch häufiger. Es hilft den Kommentatoren ungemein, einen Ansatz für einen Kommentar zu bekommen. Vor allem bei langen Beiträgen weiß man oft nicht, was man noch schreiben soll, da bin ich für solche Fragen sehr dankbar.

    • Ich hatte wirklich überlegt, ob ich das Wort Arroganz verwenden kann. Doch mir fiel nichts passenderes ein. Zudem ich auch das Gefühl von Arroganz vermittelt bekomme, nach dem Motto “was will die den von mir und wieso soll ich ihr antworten”. Vielleicht ist aber auch nur ein Ausdruck unserer Spaß-Gesellschaft.

  3. Vielen Dank für diesen wirklich guten, informativen und auf den Punkt genauen Artikel. Du sprichst mir aus der Seele. Natürlich schaffe ich es auch nicht immer, jeden Kommentar immer gleich zu beantworten (immerhin haben wir ja auch noch Familie, nen Job und Privatleben), aber ich gebe mir Mühe. Und das “erwarte” ich irgendwie auch von meinem Gegenüber.

  4. Auch mir sind Kommentare und Bemerkungen wichtig. Ich habe genau die gleiche Meinung wie Du. Ich freue mich über jedes Hallo. Ich antworte auch gerne, nur manchmal nicht gleich, man möge mir verzeihen. Ich werde bei mir das Thema auch gerne noch mal aufgreifen.
    Herzliche Grüße nach Leipzig.

  5. Da sprichst du einige wahre Worte aus. Ich verstehe ehrlich gesagt überhaupt nicht, wie man so unhöflich sein kann und Kommentare nicht beantwortet. Ich meine, wenn ich jemanden auf der Straße treffe und der mich was fragt, dann antworte ich doch normalerweise auch oder? Ich finde es ist eine Sache der guten Sitte und zeugt von Höflichkeit jemandem Beachtung zu schenken, der sich in meinem Interesse bemüht.

    • Hallo Sonja, erst einmal herzlich Willkommen in meinem Blog. Wie du schreibst, im “realen” Leben würden wir ein nicht beantworten eines Grußes als sehr beleidigend auffassen. Doch im Internet gibt es diese Verhaltensregel nicht mehr. Das ist mir schon vor ein paar Jahren im e-mail Verkehr aufgefallen, wie flachsig gewisse Regeln dort umgangen werden (das fängt bei der Anrede meistens an) bis hin zum nicht beantworten von elektronischen Briefen.
      Ich habe dieses Jahr noch gar nicht gezählt, auf wie viele e-mails ich keine Antwort erhalten habe bzw. oft erst nach 2. Nachfragen ob sie denn angekommen ist, eine Antwort bekommen habe. Und so geht das Verhalten im Blog weiter und das finde ich nicht in Ordnung.

      • Danke für die netten Willkommensgrüße!
        Wahrscheinlich ist das Medium Internet für die meisten noch nicht genug Realität, wie du ja auch eigentlich schon selbst gesagt hast. Es scheinen wirklich noch zwei verschiedene Welten zu sein, sodass man es den Nicht-Antwortenden ;) gar nicht übel nehmen darf, weil sie es selbst nicht besser wissen! :) Wer weiß, in 1-2 Jahren sieht das vielleicht schon ganz anders aus. Man muss sich ja auch überlegen, was das für die “wirkliche reale Welt” dann für Konsequenzen hat, wenn es “noch eine reale Welt” gibt! Wenn du verstehst was ich meine … :)

        • Eigentlich würde ich diese Begründung akzeptieren.
          Dann würde ich auch nicht von Arroganz sprechen.
          Leider meine ich Blogs oder Leute, bei denen das kein Thema sein sollte. Umso mehr ärgert es mich…

  6. Schon so oft diskutiert, aber immer wieder aktuell und interessant. Ich habe mich auch schon so oft darüber geärgert, aber ich habe mir vorgenommen, das nicht mehr zu tun. Natürlich schreibe ich, damit andere darauf reagieren, sonst könnte ich ja alleine in Word für mich schreiben. Es ist einfach schön, Kontakte im Internet zu knüpfen, sehr oft bereichernd und anregend.

    Am meisten ärgern mich die Leute, die selbst keine Kommentare schreiben, aber dann nach welcehn bei sich fragen. Doch nein, ich will mich ja nicht mehr ärgern.

    Was das antworten anbetrifft … wenn es etwas zu antworten gibt, tue ich das auch (wenn sich schon jemand die Mühe macht und einen Kommentar abgibt).

    Klar gibt es diese ‘Eliteblogger’, die ‘bei uns’ nicht lesen, aber inzwischen ist mir das sowas von egal. Ich mach mein Ding, es macht mir Spaß und vielen anderen auch. Und das wünsche ich dir ebenfalls.

    • Das unterschreibe ich.

      Außerdem kommentiere ich auch nicht mehr in Blogs, wenn ich keine Antwort erhalte.

      Mama Miez hat schon Recht, ich habe auch überlegt, ob ich irgendwas übersehen habe…

      Alles Liebe.

      • @Landgeflüster: ja das habe ich schon ein paar mal gehabt, dass sich andere Blogger angesprochen gefühlt haben, obwohl sie gar nicht gemeint waren. Wenn aber die betreffenden Blogger, die ich meine, das hier lesen, werden sie das sicherlich sofort merken, falls sie hier überhaupt lesen…

    • @April: Ja, die meine ich, diese sogenannten “Elite” Blogger, doch wer macht die dazu? Doch nur die 1000 anderen die Kommentieren und Diskutieren. Und wenn die in ihrer Arroganz glauben, dass sie es nicht mehr nötig haben, zu antworten, dann habe ich keine Lust mehr, ihre Blogs zu lesen.

  7. Das Problem bei solchen Artikeln wie diesem ist wohl, dass sich nun auch Leute angesprochen fühlen, die vielleicht gar nixht gemeint sind. Ich, z.B., habe gerade erstmal nachgeguckt, ob ich noch eine unbantwortete E-Mail von Dir im Posteingang habe.

    Im Übrigen habe ich in meinem Hauptblog die Kommentare deaktivert. Grundsätzlich. Und seither schreibe ich dort auch wieder gerne. ES kommt ja auch immer darauf an wer und in welchen Massen kommentiert wird.

    Im Mama Miez’ Blog wird immer rege kommentiert. Ich weiß nicht worand as liegt. Vielleicht an den Themen, zu denen die Meisten etwas zu sagen haben. Oder auch daran, dass ich offen nach Meinungen und Erfahrungen anderer frage.

    Was ich damit sagen will: ich praktiziere beides. Ein Blog, in dem ich nur für mich schreibe und mir die Leser “egal” sind (ohne Kommentare) und eines, in dem ich Kommunikation und Interaktion mit den Lesern genieße (mit Kommenatren). Ich denke nämlich, dass beides durchaus sein Für und Wider hat.

    • Ich persönlich finde es nicht so schön, wenn in Blogs die Kommentarfunktion abgeschaltet wird. Aber weniger bei privaten Blogs, vielmehr bei offiziellen geschäftlichen Blogs. Ich spreche hier vor alle von Tageszeitungen/Zeitschriften Blogs. Die haben wahrscheinlich eine Angst davor, dass ihr Artikel zerrissen wird…

      PS: Du wolltest mir noch eine Antwort auf meine letzte e-mail schicken

  8. Stimme absolut zu. Nicht jeder Kommentar muss beantwortet werden. Aber jeder, der eine Frage oder ähnliches beinhaltet definitiv. Klar kann es auch mal passieren, dass man was übersieht, aber das ist dann ja wirklich die Ausnahme.

    Was ich aber auch schade finde ist, dass viele wirklich nette oder gute Beiträge nicht einfach mal kommentieren. Manchmal reicht ja ein “Schön geschrieben.” Ich habe da mal einen treffenden Kommentar gelesen: “Einen guten Blogeintrag zu lesen und keinen Kommentar abzugeben ist wie einen guten Kellner ohne Trinkgeld zurück zu lassen.”

    • @Papa: das passiert aber sehr oft. Ich wundere mich, wieso manche Artikel wirklich gar keinen und nur einen Kommentar haben, während (ohne hier jemanden zu nahe zu treten) wirklich oberflächliche, seichte Artikel manchmal 20 oder 30 Kommentare haben.
      Aber auch das ist ein Ausdruck unserer Spaßgesellschaft: mit tiefgründigen Beiträgen möchten sich wenigsten auseinandersetzen. Und ich bin manchmal sehr traurig darüber, das zu meinen gesellschafts-kritischen Beiträgen auch so gut wie nie Antworten kommen, geschweige denn diskutiert wird. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich alle Windelblog-Mamas nur für Babythemen interessieren.

  9. Hm. Das ist jetzt so eine Sache. Also grundsätzlich sind mir Kommentare selbst auch wichtig und ich versuche auch immer zu antworten, vor allem auf Fragen.

    Was das mit dem Mangel an Kommentaren angeht: manchmal, wie in dem Fall hier, haben andere im Grunde genommen schon alles geschrieben, was ich so an Gedanken während dem Lesen gehabt habe. Und dann frage ich mich – soll ich das jetzt nochmal schreiben, das klingt dann wie abgeschrieben, oder ein “Das seh ich genauso” hinzu(sorry)rotzen halte ich dann auch für wenig sinnvoll. Das “verleidet” mir zumindest das Kommentieren bei anderen hin und wieder.
    Und dann kommt noch dazu, dass ich manchmal entweder zu gestresst oder auch mal zu faul bin, überhaupt was zu schreiben. Das ist sicher nicht schön für den Autor eines Beitrags. Aber auch da würde es ihm nicht viel nützen, wenn ich da einen Kommentar hinknalle, der entweder falsch ankommt oder wenig durchdacht ist oderoderoder.

    Nichtsdestotrotz, auch wenn ich meine Gedanken manchmal ungeschrieben lasse, lese ich gerne und immer ALLE Deine Beiträge, und würde ich Deinen Blog und Deine Ansichten nicht interessant finden, würde ich hier nicht mehr lesen. (Das war jetzt ein Kompliment. ;-) )

  10. Ohh haaa, so ein Beitrag von dir??? Jana, da muss ich dir jetzt mal antworten. Hab erst überlegt, wie ich es anstelle und ob ich überhaupt drauf eingehe aber jetzt hast du mir eine Super Vorlage dafür geliefert….. ich muss ehrlich sagen, dass ich auch enttäuscht von dir war, als du dich überhaupt nicht auf meine Mail gemeldet hast, wo ich dir den CEWE-Gutschein übermittelt habe. Kein Danke, kein Ich-habs-Erhalten, kein gar nichts….. selbst meine Fragen nach dem Glücksbuch blieben unbeantwortet. Das fand ich nicht in Ordnung von dir. Wollte es dir eigentlich nicht von mir aus schreiben, weil es schon bissl Kindergarten ist aber nach em Blogeintrag hier, brannte es mir jetzt auf den Nägeln. Also vielleicht auch erstmal an sich selber arbeiten, bevor man “zuviel” von anderen erwartet, oder?
    LG

  11. Mir persönlich sind Kommentare schon wichtig, da ich dort ein Feedbackerhalten kann, ob ich eventuell mit einer Meinung total falsch liege oder doch goldrichtig. Bei den meisten Kommentare antworte ich dann natürlich auch.

    Schade finde ich gerade bei manchen Tutorials oder Gratisbeigaben in manchen Blogs, daß diese zwar bestimmt häufig genutzt und runtergeladen werden, aber nur selten positiv kommentiert werden. Ich meine, daß diejenigen die zufrieden sind nichts schreiben, nur die “Oberkluglehrer” die Minifehler darin kritisieren und sie ja sowieso alles besser gemacht hätten.

    Dies finde ich auch schon nicht mehr in Ordnung.

    Gruß Mella

    • @Mella: Herzlich Willkommen in meinem Blog! ja du hast recht, es wir kaum gelobt, dafür umso mehr kritisiert. Es wird oft nicht mehr das Gute gesehen, sondern nur das, wo Fehler passiert sind. So ist es im Job und leider auch im Internet.

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