Nach einer total verregneten Nacht fing der heutige Sonntagmorgen wettertechnisch gar nicht gut an: nass, kalt, alles grau in grau. Um die Mittagszeit wurde es dann besser, die Sonne kam heraus und ich konnte unsere 4 Schweinchen auf den Rasen setzten. Zu diesem Zeitpunkt schien es so, als ob mit Willi noch alles in Ordnung ist. Erst gestern hatte ich ja geschrieben, dass er zwei blutige Stellen am Hintern hat, die höchstwahrscheinlich von den Milben herrühren. So hatte ich ihm gestern noch die Haare gekürzt (als Peruaner hat er ja immer eine Fellmatte hinter sich hergezogen), gewaschen und geföhnt und hatte vor, morgen mit ihm zum Tierarzt zu gehen. Nichts deute aber darauf hin, dass es ihm schlecht geht.
Heute Nachmittag fand ich ihn dann abseits von den anderen Schweinen im Gras zuckend vor und rief entsetzt “Der Willi stirbt”. Das war nur so eine Ahnung, denn mit Willi haben wir schon ganz viele Krankheiten durch. Als ich ihn kaufen wollte, wollte der Zoobesitzer mir den Willi ausreden und mir ein anderes Schwein verkaufen. Doch ich wollte nur ihn und keinen anderen. Schon damals rührte er mein Herz mit seinem Strubbelfell und seinen schiefen Füssen.
So kam er als Spielkamerad mit einer Mannschaft von Grabmilben vor 7 Jahren zu unserer Huutsch, einem Löwenkopfzwergkaninchen. Ich weiß, viele werden jetzt gleich rufen, dass man Meerschweine und Hasen nicht zusammen hält, doch damals war mir das nicht bewusst bzw. ich kannte das so aus meiner Kindheit, dass Hasen und Meerschweine immer in einem Stall saßen. Die Kaninchen zum essen, die Meerschweine für mich. So war das damals.
Ein Jahr später ist unsere Huutsch an Durchfall gestorben und nach einer Trauerzeit haben wir uns entschlossen, eine zweites Schwein, Namens Boris, aufzunehmen. Die ersten Wochen waren Willi und Boris ein Herz und eine Seele. Das änderte sich schlagartig, als Boris in die Pubertät kam und Willi den Rang streitig machte. Die beiden haben sich so schlimm gebissen, dass wir sie auseinander setzten mussten. Sie lebten daraufhin in einem großen Stall, der in der Mitte durch einen Zaun geteilt wurde. Das ging 3 weitere Jahre so gut bis Boris Schnupfen bekam. Aufgrund einer falschen Behandlung vom Tierarzt ist Boris wenig später ganz schlimm verhungert, da die Medikamente seinen Darm zerstört hatten. Heute weiß ich, dass es gegen Schnupfen Spritzen gibt und die Schweine das nicht oral nehmen dürfen.
Da Willi schon immer sehr neurotisch war, hat ihn der Tod vom Bobele so mitgenommen, dass er sich die hinteren Zehen komplett abgebissen hat. Hinzu kam, dass sich seine vorderen Ballen stark entzündet haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Kontakt mit einer Züchterin aufgenommen.
So kam Oxi als Leih- und Aufmunterungsschwein für Willi zu uns. Das war wirklich nötig, von Tag zu Tag ging es Willi besser. Gleichzeitig haben wir Willi kastrieren lassen, da wir wussten, dass Bixa zu ihm ziehen sollte. So ging Oxi wieder zurück, Bixa zog ein und wir zogen alle von Gotha nach Leipzig um. Den Umzug hat Willi nicht so gut verkraftet. Er bekam schlimmen Durchfall und magerte immer mehr ab. Doch mithilfe von Kraftfutter aus der Spritze konnten wir Willi wieder aufpäppeln. Schwierig war nur, dass Willi von dem Tag an nicht mehr Auto fahren konnte. Kaum saß er im Auto hat er Durchfall bekommen.
In Leipzig zog dann wenige Monate später Dörte ein und noch ein Jahr später Sina. Sina kam als Ferienschwein und blieb. Die Damen haben unserem Willi gut getan. Vor allem Sina und Willi haben sich sehr gut verstanden und hingen viel zusammen rum. Doch während unsere Damen sehr gut genährt sind, hatte unser Willi immer nur rund 600gr. Körpergewicht. Ständig kämpften wir mit den geschwollenen Ballen, die von Zeit zu Zeit aufplatzen und blutig waren. Vor 2 Jahren bekam dann Willi von heute auf morgen Schweinchenlehmung. Schon damals hatten wir kaum Hoffnung, dass er das schaffen könnte. Doch Willi war ein zähes Schwein. Wieder mussten wir ihn stündlich mit der Spritze füttern und nach zwei Wochen war er wieder gesund.
Vor einem Jahr wurden dann seine Augen trüb. Ähnlich wie beim grauen Star. Doch das schien ihn nicht weiter zu stören. Er hat immer gut gefressen. Selbst heute Mittag fraß er noch fleißig Gras. Doch als ich ihn dann am frühen Nachmittag zuckend in der Ecke fand, sah das gar nicht aus. Ich wickelte ihn in ein Handtuch und streichelte ihn. Er quickelte noch leise vor sich hin und bekam dann schlimme Zuckungen. Wenig später ist er dann friedlich in meinem Arm eingeschlafen. Das war so schlimm. Eben pochte noch sein Herzchen und dann war es vorbei. Sein Gesicht wurde ganz schmal und eingefallen.
Vorhin haben wir ihn im Park unter einer alten Buche begraben. 7 Jahre hat er uns begleitet. Eine lange Zeit. Nun ist er über die Regenbogenbrücke zu Boris und Huutsch gegangen.



Kann dir nachvollziehen wie schwer der Abschied fällt, bin in Gedanken bei dir! Ich bin ganz sicher, Willy hatte ein absolut schönes Schweineleben bei dir, auch wenn einige krankheitsbedingte Tiefen dazugehörten. Die Kurzen sind davon leider nicht befreit. Und vieles wie zB richtige Behandlung lernt man erst im Laufe der Jahre hinzu. Ich denke, Willy musste sicher nicht lange leiden und er ist sicher ganz friedlich in deinen Armen eingeschlafen. Tut immer weh, die Fellnasen gehen lassen zu müssen, vor allem wenns so schnell geht…
Komm gut an, kleiner Wuschelwilly und grüss mir Trixie!
Jetzt muss ich fast auch weinen, denn das weckt Erinnerungen (wir hatten ein Meerschweinchen-Pärchen und die hatten 4 Junge). Mir ist das also nicht fremd. Irgendwann schreib ich vielleicht mal im Blog was darüber. Tröstlich ist aber sicher, dass deine Meerschweinchen bei dir ein schönes behütetes Leben haben und hatten. So ein Foto vom Grab haben wir auch.
Och Mensch, der arme Willi! Aber dann hat er es zumindest schnell geschafft. Irgendwie gehen die meisten Meeris im Frühjahr, wahrscheinlich fehlen ihnen im Winter jede Menge Vitamine und Mineralien, besonders hier im Polar. Sicher spielt er schon mit Gwenllian und Jaska, die haben wir am Mittwoch begraben.
Gleich zwei auf einmal? Ich hatte das mit Gwenllian gelesen. Und habe mich noch aufgeregt, wie man dafür 60€ verlangen kann. Verbrecher!
Schlimm ist nur, dass es gestern und heute früh überhaupt keine Anzeichen gab, außer dass er diese zwei Milbenstellen hatte. Das macht mich so fertig, wie er in dieser kurzen Zeit abbauen konnte. Da er so Zuckungen hatte, gehen wir von einem Schlaganfall oder ähnlichem aus…
Bei Trixie ging das damals auch von heut auf morgen, konnte zwar noch zum TA, aber der war auch machtlos…haben drei Tage lang alles versucht, wahrscheinlich war einfach ihre Zeit gekommen. Loslassen müssen tut weh…
Es tut mir so leid für Euch/Dich…
Ihr habt ihm so einen schönen Abschied bereitet, ich glaube er ist gut über die Regenbogenbrücke gekommen. Er ist in Deinen Armen, in den Armen der ihm vertrautesten Person gestorben. Mehr kann man in so einer Situation nicht geben. Wer weiß, wie es ihm ergangen wäre, wenn Du ihn damals nicht mitgenommen hättest. Auch wenn es Dir im Moment kein Trost sein wird, irgendwann wirst Du das auch so sehen können und dankbar sein, für die Zeit, die er bei euch war.
Ich schicke Dir eine liebe Umarmung.
Menschen, die keine Haustiere haben, können sich einfach nicht vorstellen, was für eine Lücke der Tod eines solchen Tierchens reißen kann. Es tut mir sehr leid für Euch alle.
oh…..mein ♥ liches Beileid
Ein tolles Schwein habt ihr da gehabt, zäh und kämpferisch.
Freut euch über die Zeit die ihr gemeinsam hattet, sie kann euch niemand nehmen!
Abschied nehmen ist immer schwer, und ein Lebewesen wächst einem nunmal ans Herz…wie schön das es die Regenbogenbrücke gibt, so haben wir die Hoffnung uns wieder zusehen–> Mensch und Tier!
Hallo Jana,
das tut mir sehr leid. Eben las ich noch bei Susku, dass sie ein Schweinchen gehen lassen muss und nun auch bei Dir. Ich bin über jeden Tag dankbar, an dem unsere Dickies fröhlich nach Futter pfeifen – wir haben auch schon drei über vier Jahre alten. Komm gut an, kleiner Willi!
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