Irgendwie bin ich ganz schön traurig. Ich glaube, Gustav stillt sich zur Zeit selber ab. Der 3. Abend und der 2. Morgen in Folge, dass er nicht mal zwei Schlucke MuMi nahm und dann mehrfach biß oder nur nuckelte. *AUUUUHHHAAA*. Als ich ihn dann abdockte, was wirklich schwer war, nölte er auch nicht sondern rappelte sich gleich hoch und wollte spielen. Einerseits bin ich nun traurig, dass es das wohl war (auch wenn ich ihm die noch ein paar Tage anbieten werde) und andererseits froh, dass er das entscheidet. So nah werde ich ihm nie wieder sein. Stillen ist eine sehr gute, manchmal auch sehr schmerzhafte, Erfahrung für mich gewesen und ich bin stolz auf mich, dass ich das nach den Anfangsschwierigkeiten so gut hinbekommen habe. 6 Monate habe ich ihn voll gestillt und dann nach und nach die Mahlzeiten eingeführt. Die letzten 3 Monate habe ich nur noch morgens und abends gestillt.
Schade ist nur, dass ich ihm zukünftig keine weiteren Abwehrstoffe mehr geben kann. Gerade in den letzten Wochen, wo er so oft krank war, habe ich ihn teilweise wieder tagsüber gestillt. Im Nachhinein kann ich sogar behaupten, dass ich während der ersten 6 Monate hätte zwei Kinder ernähren können, soviel Milch habe ich gehabt. Ich habe es aber nicht abgepumpt und eingefroren, da ich das abpumpen noch sehr viel schmerzhafter erlebt habe, als das normale stillen. Obwohl ich oft gedacht habe, wenn das verkaufen der MuMi in Deutschland noch erlaubt wäre, dass ich das locker hätte machen können. Es war so schade drum, wie viel MuMi ich ausstreichen musste. In anderen europäischen Ländern ist das normal, dass Mütter die zuviel haben, das an Geburtsstationen abgeben. Es gibt soviele Mütter, die gar nichts haben und für die ersten Wochen, wäre das wirklich wichtig. Aber was solls, jetzt nach fast 13 Monaten ist es vorbei… Auf alle Fälle habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge, wenn Gustav das Stillen für beendet erklärt! Mal schauen, was die nächsten Tage bringen werden.

Ich sitze hier, lese das und denke mir, wie schön es wäre unser -vorerst- letztes Kind stillen zu können!
Auch wenn es dich nicht mehr betrifft … zum Thema “Wohin mit der Muttermilch?” habe ich auch schon einmal ein paar Zeilen geschrieben:
Muttermilch zur Frauenmilchsammelstelle?
Das kann ich mir denken, dass Dir das jetzt schwerfällt! Ich habe gerade erst deinen alten Beitrag gelesen, da ging es Dir ja auch nicht anders wie mir. Jetzt klappt es viel besser, tut nicht mehr weh und wird immer schöner.
Für Dich beginnt jetzt eben ein neuer Abschnitt, der bestimmt auf andere Weise schön ist – Gustav wird eben ein Stück unabhängiger.
Sciher ist das jetzt irgendwie traurig, weil auf DIESE Art wirst Du ihm nicht mehr nah sein. Aber es gibt so viele andere Möglichkeiten.
Robin umarmt uns seit 3 Tagen ganz fest – einfach so. Das ist so herzig und macht mich so glücklich.
Sei nicht gar so sehr traurig – Dein Kleiner wird eben langsam ein Großer :-)
Bei uns kann man auch nur bis zur 4. Woche Mumilch ans Krankenhaus spenden, danach ist die Zusammensetzung nicht mehr passend. Naja, zu der Zeit hatte Frida selbst grosse Schwierigkeiten und wir mussten zufüttern. Madamchen trinkt übrigens nach wie vor sehr gern bei Mami *stöhn* Aber wenn’s ihr schmeckt… zuhause schläft sie nur so ein und einmal nachts und einmal morgens sind auch noch nötig… dafür isst sie aber auch ziemlich wenig. Am witzigsten ist, wenn sie die Brüste streichelt und “iso maito” (grosse Milch). Ausserdem sagt sie oft “äidin maito” – Mamis Milch und lacht sich dann kaputt. Jaaa, ich fand es früher auch komisch, wenn so grosse Kinder an der Brust gehangen haben. Aber mit Gewalt abstillen will ich auch nicht. Deine E-mail habe ich übrigens bekommen, aber das ist so ein weitläufiges Thema das ich gar nicht weiss, wo ich anfangen sollte… zumindest habe ich nur früher viel gelesen (jetzt keine Zeit mehr) und hatte auch riesengrosse Probs mit meiner Mom und diverse Traumen aber das ist fürs aufschreiben alles zu vielschichtig.
Hallo Susann, hätte mich trotzdem über eine e-mail gefreut. Hatte ja soviele Fragen und Ideen, schade. Außerdem kann das Aufschreiben dabei helfen, das vielschichtige auseineinader zu klambüsern :-)
Ich habe auf deine Fragen im Blog geantwortet. Wie ich schon schrieb, zu DDR Zeiten war es normal, dass Mütter ihre Milch an Krankenhäuser verkauft haben. Ich habe im örtlichen Krankenhaus gefragt und es hieß, nein sie nehmen keine Milch. Zum einen wäre der Aufwand zu hoch die Milch zu sterilisieren, andererseits ist es in Dtl. aus hygienischen Gründen verboten MuMi zu verkaufen.