Die letzten 14 Monate waren geprägt durch ständige Veränderungen: Umstellung von Karrierfrau auf Hausfrau, Umstellung von Großstadt auf Dorf, Umstellung von nicht schwanger, auf schwanger und dann auf Mama mit Kind, Umstellung von 12-Stunden Schläferin auf 2-3 Stunden Schlaf usw. Und jetzt ist schon wieder eine Umstellung gekommen: jeden morgen 7:00 Uhr aufstehen, damit mein Kind pünktlich zum Frühstück um 7:45 Uhr im Kiga ist. Dann habe ich bis 14 Uhr frei bzw. bin dann nur noch Hausfrau und nicht mehr Kindermädchen und nach 14:00 Uhr geht der Zirkus zu Hause wieder los. Vor allem muss ich mich daran gewöhnen, immer Brot im Haus zu haben, damit Gustav sein Frühstücksbrot mitnehmen kann. Daran gewöhnen, dass ich abends das Auftauen des Mittagessens nicht vergesse, darauf achten, dass immer Äpfel im Haus sind. Darauf achten, dass sich in Gustavs Kiga Tasche nach Anweisung der Erzieherin ein neuer Schlafanzug, ein neuer Body, eine neue Strumpfhose befinden. Zur Zeit schwirrt mir der Kopf, ständig an alles zu denken. Und das mit max. 4-6 Stunden Schlaf!!! Was soll das noch werden, wenn ich in 2 Monaten wieder arbeiten muss? Früher habe ich Projekte mit 50 Leuten gehändelt und heute vergesse ich alles!!!! Manchmal wird mir Angst und Bange, dass das die nächsten 10 Jahre noch so geht mit dem Frühstück machen, Tasche kontrollieren usw. Bis vor einem Jahr musste ich nur auf meine Tasche achten und wenn ich kein Frühstück im Haus hatte, bin ich mal eben schnell zum Bäcker. Doch das mal eben schnell und zwischendurch kann ich jetzt vergessen. Und das ist die größte Umstellung: die Verantwortung für ein kleines Kind!!

Glaub mir mit Zweien ist das ganze noch mehr!
Aber glaub mir Du wirst das packen!
@Madebymama: ich hoffe es sehr…
Das erinnert mich an jemanden. Wer war das doch gleich? Aaaaaaaah! Ich selbst ;-) Aber ich kann dich beruhigen – das spielt sich alles ein und dann vergisst man auch nur noch in ganz seltenen Ausnahmefällen was. Und meistens sind es unwichtige Dinge :-D Das wird schon. Auch mit nur 4 bis 6 Stunden Schlaf! :-)
@Sternchen: das Problem ist, dass ich mich im Kiga teilweise wie vor einem Strafgericht fühle. Der Blick und dann der Satz “Frau Sowiso, dass dürfen Sie aber nicht vergessen, außerdem die Brotscheibe zum Frühstück ist zu dick, das Mittagessen darf nicht gefroren sein” usw. Ich bin das nicht gewöhnt und jeden Morgen denke ich, hat mein Sohn ordentliche Sachen an, nicht das sie denken wir sind Schlumpis, hat er alles mit, ist alles in seiner Tasche und und… ohje aber das spielt sich hoffentlich bald ein…
Hihi, ich bin immer wieder sehr erleichtert zu lesen das es anderen genauso geht wie mir :-)
Zum einem das Packen der Kitasachen – ja, jede Menge Zeug brauchen die und immer wieder anderes. Aber das spielt sich ein, keine Angst. Die meisten Sache die ich vergesse sind jene aus meiner Tasche (das hat ein nochmaliges NachHauseGehen zur folge). Und das Strafgericht sitzt in jeder Kita, glaube ich. Am Anfang hatte ich immer das Gefühl ein kleines dummes Schulmädchen zu sein was zum Raport antritt, mittlerweile kenn ich den Ton und es ist (fast) alles ok.
Aber das mit dem Vergessen, das hält sich dummerweise schon seit 6 Jahren….
Ach Jana. Glaub mir. Ich kam mir in der Anfangszeit immer wie eine ganz schlechte, unfähige Mutter vor, die nicht in der Lage ist ihr Kind richtig zu kleiden, es ordentlich zu versorgen und es nicht gescheit erzogen hat zu Hause. Das Strafgericht wartete jeden Tag auf mich. Und irgendwann saß ich heulend da, weil ich mir richtig blöd vorkam. Der Liebste hat mir anfangs sogar immer noch den Rest gegeben, weil er noch mit mir wegen Schuhe schimpfte usw. Bis er selbst mal so eine Breitseite von den Erzieherinnen bekam.
Dann habe ich gemerkt, dass das nicht an mir liegt, sondern dass die das mit allen so machen. Die spielen da ein Machtspiel mit einem. Anscheindend ist das wirklich (bei uns im Osten) so üblich, dass die Kindergartenurgesteine ihre “Macht” erst einmal unter Beweis stellen müssen. Ätzend, aber so wie es mir scheint fast schon normal.
Also, geh – Brust raus, Bauch rein – da durch und lass Dich nicht unterkriegen!
Und ja, das spielt sich ein. Und dann kommt wahrscheinlich nach einer Zeit mal wieder die Keule und dann geht es wieder. So spielen wir das Spiel jetzt seit einem Jahr.
Siehst Du, Du bist damit nicht allein :-)
Siehste, kaum geschrieben das mit dem Vergessen, prompt mußte ich heute mit einem leeren Kinderwagen wieder nach Hause latschen da der Göttergatte den Kinderwagenraumschlüssel hatte. So ist das “Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen” :-)
Hihi, mir geht´s schon seit 2 Jahren so! *g*
Grad heute wieder war natürlich kein Brot im Haus und ich hab der Großen nur einen Apfel mitgegeben! Mittags isst sie ja eh daheim!
Und die Blicke der Erzieherinnen kenn ich auch. ;)Das gleicht sich in allen Ländern anscheinend.
Und dann, in ein paar Monaten, geht das wieder von vorn los, weil mein Kleiner in den Kiga kommt! :S
Fühl dich mal gedrückt… du bist da sicher nicht allein! ;)
Du musst nicht nur Frühstück, sondern auch Mittagessen mitgeben?!
Na hoffentlich findet sich eine. Sonst hast du ja mit dem Kindergarten doppelte und dreifache Arbeit…
(Und gute Besserung! Kindergartenviren sind echt was Fieses. Unserer Erfahrung nach werden aber die Kinder schnell immun… nur die Eltern nicht. *lach*)
@Karen: zur Zeit ja, bis eine Lösung zum Problem Glutamat gibt, doch das ist eine andere lange Geschichte…