Das 1×1 des Stillens

liest sich sehr einfach. Aber wenn es dann soweit ist und frau muss die Theorie in die Praxis umsetzen, können viele Problemchen auftreten. Auch bei mir gibt es ständig ein „Auf und Ab“.

Als Gustav geboren wurde, wollte er an den ersten 2 Tagen überhaupt nichts trinken. Mithilfe der Schwestern im Krankhaus und einer Glukoselösung konnten wir Gustav überreden, doch ein bisschen zu trinken. Dabei wurde die Glukoselösung mithilfe einer kleinen Spritze in Gustavs Mündchen eingetröpfelt, die wiederum den Saugreflex ausgelöst hat. Zusätzlich schmierten wir noch ein paar Tropfen auf die Brustwarze.

Am 3. Tag klappte das Stillen dann auch ganz gut, auch wenn das Anlegen sehr schmerzhaft wurde. Nach 4-5 Tagen hatte ich dann so wunde Brustwarzen, sodass ich beim Anlegen richtig weinen musste. BH anziehen war eine Qual, sodass ich mir von Medela einen Brustwarzenschutz kaufen musste. Dazu benutzte ich Lanolin (Wollfett) aus der Apotheke und beim stillen die berühmten Stillhütchen. Soweit so gut, dass Stillen wurde besser, Gustav saugte vergnügt an meiner Brust, schlief dabei regelmäßig schön ein und sein Stuhl war gelb und flockig.

Dann kamen die berühmten drei Psychotage im Krankenhaus. Erst blieb meine Milch weg, dann kam sie wieder, aber meine Brustwarze entzündete sich so stark, dass ich nicht mehr stillen wollte. Gott sei Dank kam meine Hebamme gleich zu Hilfe und die Brustwarzenentzündung haben wir mit Naturseideneinlagen und echter Wolle in den Griff bekommen. Jetzt dachte ich, schön es geht wieder bergauf.

Nun verursachten aber die heißen Tage Mitte Mai großen Durst und Gustav wollte im 1/2 – 2 Stundentakt trinken. Und das mit einer noch nicht verheilten Brustwarze. Meine Hebamme gab mir dann den Rat ihm zwischendurch Fencheltee zu trinken zu geben, doch das ging gründlich daneben, da Gustav auf keinen Fall an einer Flasche saugen wollte. Er schrie und quengelte, wenn ich nur mit der Flasche seine Lippen berührte. Also doch wieder stillen…

Jetzt ist es ja wieder kühler und eigentlich müsste alles wieder ok sein, doch seit drei Tagen hat Gustav ständig grünen Stuhl und Blähungen. Nach einigem Suchen nach der Ursache habe ich den Grund gefunden: “Wenn wir sehr viel mehr Milch haben, als unser Baby benötigt, ist es möglicherweise nicht in der Lage, die ganze “Suppe” bei einer Sitzung abzutrinken. Wenn wir die Brüste beim Stillen nach der Hälfte der Zeit wechseln, um sicher zu stellen, dass es “die zweite Seite auch noch nimmt” oder wenn wir versuchen, die Abstände zwischen den Stillzeiten auf zwei Stunden oder mehr zu verlängern, kann es dazu kommen, dass das Baby sich durch eine Riesenmenge “Suppe” ackert und niemals viel “Dessert” bekommt. Es gedeiht gut. Aber gerade die fetthaltigere Milch (“Dessert”) beruhigt den Magen hervorragend, indem sie die Passage der Milch durch den Darm verlangsamt. Ohne dieses extra Fett passiert die Milch den Darm ohne dabei vollständig abgebaut zu werden, und kann dann im Dickdarm fermentieren und dabei Blähungen, Unwohlsein und schaumig grünen Stuhlgang verursachen.” Quelle: www.stillkinder.de

Jetzt werde ich probieren, dass Gustav erst einmal innerhalb von 6 Stunden nur eine Brust zu trinken bekommt. Dann bekommt er auch nicht so viel auf einmal, sodass er sich verschluckt und zu hastig trinkt. Letzteres macht er nämlich auch erst seit ein paar Tagen. So hoffe ich auch, meine Überproduktion in den Griff zu bekommen.

Mein Vorsatz, Gustav komplett 5-6 Monate zu stillen wird ganz schön auf eine harte Probe gestellt…

Trotz der Schwierigkeiten hat Gustav schön zugenommen. Mittlerweile wiegt er 4600g.

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Autor: Jana

Hallo, ich heiße Jana. Ich liebe das bloggen und die Fotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

1 Kommentar

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